VDIK: Politik muss Hochlauf von Elektro-Lkw beschleunigen

VDIK: Politik muss Hochlauf von Elektro-Lkw beschleunigen
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Daniel Krenzer
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Die EU hat der Nutzfahrzeugbranche ambitionierte CO₂-Flottenziele gesetzt. Nach Ansicht des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) fehlen allerdings weiterhin wesentliche Voraussetzungen, damit genügend Elektro-Lkw auf die Straße kommen. Der Verband fordert deshalb, die eigentlich für Ende 2027 vorgesehene Überprüfung der europäischen CO₂-Flottenregulierung vorzuziehen.

Nach einer Analyse des VDIK müsste rund ein Drittel aller neu zugelassenen Lkw emissionsfrei sein, damit die aktuellen europäischen Flottenziele für 2030 erreicht werden können. Davon sei der Markt noch weit entfernt: 2025 lag der Anteil an Elektro-Lkw an den Neuzulassungen in der EU laut Verband bei lediglich 4,2 Prozent. Gleichzeitig schrumpfte der deutsche Markt für schwere Nutzfahrzeuge im vergangenen Jahr um 11,7 Prozent.

Aus Sicht des VDIK liegt das Problem inzwischen weniger beim Fahrzeugangebot. Emissionsfreie Nutzfahrzeuge seien in allen relevanten Segmenten serienreif verfügbar. VDIK-Präsidentin Imelda Labbé sieht deshalb nun vor allem die Politik gefordert, „die Voraussetzungen für den Markthochlauf zu schaffen“.

Benötigt würden insbesondere kalkulierbare Betriebskosten über die gesamte Haltedauer, ausreichend Ladeinfrastruktur und Flächen zum Laden und Parken sowie schnellere Genehmigungen für Netzanschlüsse. Solange diese Bedingungen fehlten, würden Unternehmen Investitionen aufschieben – und damit werde auch das Erreichen der europäischen Flottenziele schwieriger.

Fehlende Planungssicherheit bei Maut und Laden

Besonders problematisch sieht der VDIK die fehlende langfristige Planungssicherheit bei den Betriebskosten. Die Wirtschaftlichkeit elektrischer Lkw hängt derzeit wesentlich von der Mautbefreiung ab. Diese läuft Mitte 2031 aus, eine verlässliche Anschlussregelung fehlt bislang. Unternehmen müssten deshalb heute Fahrzeuge beschaffen, ohne die Kosten über deren gesamte Nutzungsdauer sicher kalkulieren zu können. Ohne entsprechende Kaufentscheidungen könnten wiederum auch die Hersteller ihre CO₂-Flottenziele kaum erreichen.

Auch bei der Ladeinfrastruktur sieht der Verband erheblichen Nachholbedarf. Deutschlandweit seien derzeit rund 355 öffentliche Ladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge in Betrieb. Bis 2030 sind etwa 4200 Ladepunkte an 350 Standorten vorgesehen. Das für den elektrischen Fernverkehr wichtige Megawattladen stehe zudem noch am Anfang.

Hinzu komme Platzmangel: In Deutschland fehlen laut VDIK rund 19.600 Lkw-Stellplätze. Laden, Parken und die gesetzlichen Ruhezeiten müssten deshalb gemeinsam geplant werden. Gleichzeitig könnten Netzanschlüsse sowohl an öffentlichen Standorten als auch auf Betriebshöfen mehrjährige Vorlaufzeiten haben.

Für den VDIK ist deshalb klar: Die Hersteller hätten ihre Hausaufgaben beim Fahrzeugangebot zunehmend gemacht. Soll der Anteil emissionsfreier Lkw bis 2030 tatsächlich auf etwa ein Drittel der Neuzulassungen steigen, müssten nun vor allem Ladeinfrastruktur, Netzanschlüsse und wirtschaftliche Rahmenbedingungen deutlich schneller nachziehen.

Quelle: VDIK – Pressemitteilung vom 14. September 2026

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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