NABU zur IAA Transportation: Deutsche Hersteller müssen beim E-Lkw aufs Tempo drücken

NABU zur IAA Transportation: Deutsche Hersteller müssen beim E-Lkw aufs Tempo drücken
Copyright:

Shutterstock / 2761384431

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Zum Start der IAA Transportation in Hannover fordert der Naturschutzbund Deutschland (NABU) einen schnelleren Hochlauf batterieelektrischer Lkw und einen zügigen Ausbau der Ladeinfrastruktur. Die europäische Nutzfahrzeugindustrie steht unter wachsendem internationalen Wettbewerbsdruck. Für den NABU ist klar: Deutschland und Europa müssen jetzt dafür sorgen, dass die Lkw der Zukunft auch hier entwickelt und produziert werden.

„Die entscheidende Frage ist nicht, ob die Transformation des Lkw-Marktes kommt, sondern wo die Fahrzeuge der Zukunft produziert werden“, sagt Merlin Jonack, NABU-Verkehrsexperte. „Wer Wertschöpfung und Arbeitsplätze sichern will, muss den Hochlauf batterieelektrischer Lkw beschleunigen und die dafür notwendige Wertschöpfung in Europa sichern und ausbauen. Dafür braucht die Industrie vor allem verlässliche politische Rahmenbedingungen.“

Batterieelektrische Lkw sind inzwischen für einen Großteil der Einsatzbereiche verfügbar und spielen aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs. Der NABU fordert deshalb, die europäischen CO₂-Vorgaben für schwere Nutzfahrzeuge festzuhalten. Die Hersteller haben erst im Mai zusätzliche Flexibilität für die Zielerreichung erhalten. Eine erneute Aufweichung würde Investitionen weiter verzögern und Planungssicherheit für Hersteller, Logistiker und Infrastrukturbetreiber untergraben.

Gleichzeitig muss der Ausbau der Ladeinfrastruktur mit dem Fahrzeughochlauf Schritt halten. Dass die Branche investieren will, zeigen die jüngsten Förderprogramme des Bundes: Ein zunächst mit 50 Millionen Euro ausgestattetes Programm für private E-Lkw-Ladeinfrastruktur war innerhalb weniger Stunden ausgeschöpft und wurde noch am selben Tag auf 150 Millionen Euro aufgestockt. Auch weitere Programme waren deutlich überzeichnet.

„Die Politik darf Infrastruktur und Nachfrage nicht gegeneinander ausspielen“, so Jonack. „Netzanschlüsse müssen schneller, Depotladen einfacher und das öffentliche Ladenetz zügig ausgebaut werden. Fehlende Infrastruktur ist aber kein Argument, den Markthochlauf zu bremsen. Schwächere CO₂-Standards bauen keine einzige Ladesäule.“

Der NABU spricht sich für einen klaren Fokus auf batterieelektrische Lkw aus. Knappe nachhaltige Biokraftstoffe werden in anderen Bereichen dringend benötigt und bieten keine Grundlage für einen Lkw-Massenmarkt. Öffentliche Mittel sollten vorrangig dort eingesetzt werden, wo der Markt bereits skaliert: bei Stromnetzen, Ladeinfrastruktur und emissionsfreien Fahrzeugen.

Quelle: NABU – Pressemitteilung vom 14.09.2026

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektro-Lkw

Brüssel nimmt Ladeinfrastruktur für E-Lkw stärker in den Fokus

Brüssel nimmt Ladeinfrastruktur für E-Lkw stärker in den Fokus

Daniel Krenzer  —  

Die EU will Investitionen in Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw stärker unterstützen. Im Fokus stehen Ladeparks, Netzanschlüsse und wichtige Verkehrskorridore.

MAN bringt autonomen Elektrobus auf Münchens Straßen

MAN bringt autonomen Elektrobus auf Münchens Straßen

Michael Neißendorfer  —  

Ziel von MAN ist es, mit autonomen Elektrobussen den ÖPNV der Zukunft effizienter, flexibler und nachhaltiger zu gestalten.

BMW erprobt Wasserstoff-Verbrenner in der Logistik

BMW erprobt Wasserstoff-Verbrenner in der Logistik

Michael Neißendorfer  —  

Im BMW Group Werk Leipzig startet die Erprobung eines 18-Tonnen-Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor im realen Werksverkehr.

Einstiger Wasserstoff-Pionier setzt nun lieber auf E-Lkw

Einstiger Wasserstoff-Pionier setzt nun lieber auf E-Lkw

Daniel Krenzer  —  

Westfalen galt lange als Wasserstoff-Pionier. Nun setzt das Unternehmen im Schwerlastverkehr vor allem auf batterieelektrische Lkw und Ladeparks.

E-Lkw: Höherer Kaufpreis nach zwei Jahren amortisiert

E-Lkw: Höherer Kaufpreis nach zwei Jahren amortisiert

Daniel Krenzer  —  

Elektro-Lkw sind beim Kauf teurer, können sich laut T&E in Deutschland aber schon nach rund zwei Jahren amortisieren – mit hohen Einsparungen im Betrieb.

IAA: Chinesischer Hersteller Farizon präsentiert Elektro-LKW

IAA: Chinesischer Hersteller Farizon präsentiert Elektro-LKW

Maria Glaser  —  

Auf der IAA Transportation in Hannover präsentierte der chinesische Newcomer Farizon seine E-Transporter SV und V7E sowie den E-Lkw Homtruck.

Depotcharge: Wie Speditionen ihr eigenes Ladenetz aufbauen

Depotcharge: Wie Speditionen ihr eigenes Ladenetz aufbauen

Sebastian Henßler  —  

Depotcharge macht freie Ladepunkte in Lkw-Depots für andere nutzbar. Gründer Julius Wilhelm erklärt, wie das Netzwerk aus rund 250 Standorten funktioniert.