E-Auto-Prämie: Niedrigere Einkommen profitieren am meisten

E-Auto-Prämie: Niedrigere Einkommen profitieren am meisten
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Arun Niemann
Arun Niemann
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Die neue Elektroauto-Prämie der Bundesregierung hat knapp drei Monate nach ihrem Start die Marke von 100.000 Anträgen überschritten. Dem Handelsblatt vorliegende Daten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zeigen nun erstmals, welche Einkommensgruppen die Förderung besonders stark nutzen und wer in Deutschland am meisten von der Förderung profitiert.

Aus den Daten geht hervor, dass laut Bafa bis zum 4. August bereits 102.539 Anträge eingegangen sind, von denen mehr als 28.000 bereits bewilligt wurden. Mit 52.377 Anträgen stammt mehr als die Hälfte von Haushalten mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von weniger als 45.000 Euro. Weitere 22.488 Anträge kamen aus Haushalten der Einkommensklasse von 45.001 bis 60.000 Euro. Damit entfallen also fast drei Viertel aller Anträge auf Haushalte mit geringen bis mittleren Einkommen.

Grundsätzlich ist die Förderung auf zu versteuernde Einkommen von maximal 80.000 Euro begrenzt, wobei Familien mit mindestens zwei minderjährigen Kindern sogar bis zu 90.000 Euro zu versteuerndes Einkommen haben dürfen. Abhängig vom Einkommen beläuft sich die Förderung dann auf 3000 bis 5000 Euro für reine Elektroautos und 1500 bis 4500 Euro für Plug-in-Hybride. Für Familien und Alleinerziehende gibt es noch einmal zusätzliche 1000 Euro Förderung.

Das sagen die Bafa-Daten zu Kauf, Leasing und Antriebsarten

Für die Beantragung der Prämie liegen Kauf und Leasing nahezu gleich auf, da 51.851 Anträge auf gekaufte und 50.688 auf geleaste Fahrzeuge entfallen. Dabei handelt es sich meist um reine Elektroautos – für Plug-in-Hybride beziehungsweise Range-Extender-Modelle wurden mit 9733 nur weniger als zehn Prozent der Anträge gestellt.

Sollten alle bisher gestellten Anträge auch bewilligt werden, müsste der Bund rund 400 Millionen Euro an die Haushalte auszahlen. Doch die tatsächliche Summe dürfte etwas geringer ausfallen, da nicht jeder Antrag bewilligt wird und Plug-in-Hybride geringere Fördersätze erhalten. Bis 2029 wurde bereits eine Gesamtfördersumme von drei Milliarden Euro bereitgestellt – trotz der hohen Antragszahlen wird bisher also nur ein Bruchteil dieser Mittel abgerufen.

Der bisher noch recht niedrige Bewilligungsstand von 28.000 von 102.539 Anträgen erklärt sich dabei vor allem durch die Rückwirkung der Förderung. So sind Anträge ja auch für bereits seit 1. Januar zugelassene Fahrzeuge möglich, weshalb die Bafa eben zunächst noch den aufgelaufenen Antragsstau abarbeiten musste.

Die Hersteller-Frage bleibt vorerst offen

Die Behörde will erst in den kommenden Tagen mitteilen, auf welche Hersteller und Modelle die bewilligten und abgelehnten Anträge zu welchen Anteilen entfallen. Diese Zahlen sind insofern relevant, als frühere Erhebungen aus dem Umweltministerium im Juli aufgezeigt hatten, dass Tesla und andere ausländische Hersteller zu den ersten Profiteuren der Förderung gehörten, wodurch in der Regierungskoalition eine Debatte über den Zuschnitt der Prämie entbrannt war. Ob sich das Verhältnis inzwischen zugunsten deutscher Marken verschoben hat, wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen, wenn das Bafa die Hersteller-Aufschlüsselung der Daten bekanntgibt.

Dabei entwickelt sich der E-Auto-Markt in Deutschland grundsätzlich in eine gute Richtung. Dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 370.000 neue Elektroautos zugelassen und der Juni war sogar der erste Monat jemals, in dem E-Autos die meistverkaufte Antriebsart darstellten. Der Skoda Elroq führt den Markt derzeit in Sachen Zulassungen vor dem Tesla Model Y und dem VW ID.3 an.

Quelle: Handelsblatt – Diese Haushalte profitieren am stärksten von der E-Auto-Prämie

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Arun Niemann

Arun Niemann

Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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