Nur 1 Prozent aller E-Auto-Fahrer weltweit will zurück zum Verbrenner

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Die Global EV Drivers Alliance (Geva) hat weltweit mehr als 23.000 E-Auto-Fahrer gefragt, was ihr nächstes Auto werden soll, wenn sie sich morgen ein neues kaufen müssten. 92 Prozent sagten, sie würden beim Elektroauto bleiben. Vier Prozent würden sich für einen Plug-in-Hybrid entscheiden, zwei Prozent haben sich noch nicht entschieden und nur ein Prozent würde wieder zu einem Benziner oder Diesel greifen, wenn sie ihr E-Auto ersetzen müssten. Und 97 Prozent antworteten auf eine weitere Frage, dass sie „zufrieden“ bzw. „sehr zufrieden“ damit seien, ein E-Auto zu fahren.

Umfrage-Auto-Kauf-weltweit
Geva

Dies ist eine bemerkenswert hohe Zahl und die Ergebnisse bestätigen, dass Fahrer das E-Auto-Erlebnis lieben und Elektroautos gekommen sind, um zu bleiben“, sagt Joel Levin, Vorsitzender der Geva und Direktor von Plug In America. „Diese Ergebnisse bestätigen, dass E-Auto-Fahrer mit ihrer Wahl sehr zufrieden sind und dass Berichte über die abnehmende Popularität von Elektroautos stark übertrieben sind“, ergänzt Petter Haugneland, stellvertretender Generalsekretär der norwegischen EV-Vereinigung.

Die detaillierteren Ergebnisse zeigen, dass niedrigere Gesamtbetriebskosten (TCO, Total Cost of Ownership) die wichtigste Motivation für den Kauf eines Elektroautos sind. Die Umweltvorteile von E-Autos erweisen sich als zweitwichtigste Motivation. An dritter Stelle wird die lokale Emissionsfreiheit genannt, sowohl was die Abgase als auch den Lärm betrifft.

Nach den Nachteilen von Elektroautos befragt sagt eine große Mehrheit, dass es keine Nachteile bei der Nutzung von E-Autos gebe. An zweiter Stelle steht die noch lückenhafte Verfügbarkeit von Schnellladestationen, als drittes wird die mitunter lange Dauer der Ladevorgänge genannt. Wohlgemerkt handelt es sich um eine weltweit durchgeführte Studie und von Ladegeschwindigkeiten, wie sie in Deutschland normal sind, werden Länder des globalen Südens meist abgehängt.

Interessant in dem Zusammenhang ist ein genauerer Blick auf die Länderebene, in der die Umfrageergebnisse aus 18 Ländern gegenübergestellt werden. Befragt danach, ob sie auf ihren Fahrten Reichweitenangst verspüren, verneinen dies die deutschen Umfrageteilnehmer am meisten. Sehr viel weiter verbreitet ist die Reichweitenangst in Ländern, wo die Ladeinfrastruktur noch nicht so gut ausgebaut ist: Indien, Brasilien und Costa Rica.

Reichweitenangst-weltweit
Geva

Die Umfrage wurde zwischen August und November 2024 durchgeführt und erreichte mehr als 23.000 Befragte aus 18 verschiedenen Ländern. Nur Länder mit mehr als 100 Befragten sind in den Ergebnissen enthalten.

Quelle: Geva – Pressemitteilung vom 13.12.2024 / Geva – Global EV driver survey 2024 (PDF)

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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herbert.grau:

Haha, guter Witz, solch eine Umfrage kann man nicht weltweit korrekt machen.
Man kann das Ergebnis steuern, je nachdem, wen man fragt.

Rolando:

Reichweitenangst in Norwegen – auf den vorderen Plätzen. Das kann ich mir nicht vorstellen. Die N habe eine gute Infrastruktur und alle fahren fast nur noch elektrisch. Ich habe Probleme der Umfrage zu glauben.

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