Ladeinfrastruktur-Report: So gut lädt es sich in Deutschland

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Daniel Krenzer
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Die Bundesnetzagentur hat wieder ihren halbjährlichen Bericht abgegeben, wie viele Ladepunkte welcher Leistungsklassen es in welchen Bundesländern gibt und wie sich die Zahl in den vergangenen zwölf Monaten entwickelt hat. Insgesamt gibt es demnach in Deutschland inzwischen knapp 180.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte, was einem Zuwachs von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das ist etwas weniger als der Zuwachs der Neuzulassungen bei den Elektroautos, dennoch ist es in weiten Teilen Deutschlands immer leichter, eine passende Ladesäule ohne große Umwege zu finden. Denn es gibt inzwischen deutlich mehr Ladepunkte als Zapfpunkte an Tankstellen für Verbrenner, die bei etwa 115.000 bis 120.000 liegen dürfte. Zudem sind Ladepunkte in der Regel dezentraler verteilt als Tankstellen.

Inzwischen sind etwas mehr als 7,3 GW Ladeleistung in Deutschland öffentlich verfügbar und theoretisch auch gleichzeitig abrufbar, denn die Bundesnetzagentur addiert nicht einfach die maximalen Ladeleistungen der Ladepunkte, sondern berücksichtigt dabei die Maximallast des jeweiligen Standortes. Die Ladeleistung stieg im Vorjahresvergleich um 29 Prozent, was bereits darauf hindeutet, dass vor allem der Ausbau der Schnellladestationen weiter an fahrt aufgenommen hat.

Mindestens 150 kW an 31.500 Ladepunkten

Um das genauer zu betrachten, schauen wir uns die jährlichen Zuwächse nach Ladeleistungsklassen an. Um 42 Prozent ist dabei allein innerhalb des vergangenen Jahres die Anzahl der Ladepunkte mit mindestens 300 kW Ladeleistung angewachsen, inzwischen gibt es davon bundesweit mehr als 14.200. Dort können – die entsprechende Ladefähigkeit am Elektroauto vorausgesetzt – innerhalb weniger Minuten Hunderte frische Reichweiten-Kilometer nachgeladen werden.

Auch in den Leistungsklassen 59 bis 149 kW mit 38 Prozent sowie 150 bis 299 kW mit 37 Prozent sind die Zuwächse ordentlich. Mindestens 150 kW sind an inzwischen mehr als 31.500 Ladepunkten im Land möglich. 3635 Ladepunkte davon haben noch einen CHAdeMO-Stecker, den bis vor wenigen Jahren einige asiatischen Hersteller auch für Europa bevorzugt hatten – die Tendenz ist aber rückläufig.

Deutlich langsamer ging indes der Ausbau von Ladeinfrastruktur im AC-Bereich vonstatten. Bei den „Normalladern“, an denen ein vollständiger Ladevorgang einige Stunden Zeit in Anspruch nimmt, kamen in der Klasse von 3,7 bis 15 kW (was vor allem die klassischen 11-kW-Lader beinhaltet) nur 9 Prozent hinzu, in der Klasse von 15 bis 22 kW waren es 12 Prozent. Insgesamt machen diese beiden Klassen zusammen aber mit etwa 133.000 Ladepunkten und knapp 74 Prozent aller Ladepunkte weiterhin die große Mehrheit der öffentlichen Lademöglichkeiten aus.

Bayern nicht mehr Spitzenreiter

Bei den Ladepunkten nach Bundesländern gibt es einen neuen Spitzenreiter. Wie sich schon vor einem Jahr abgezeichnet hatte, geht der Ausbau der Ladeinfrastruktur beim bisherigen Erstplatzierten Bayern inzwischen langsamer vonstatten. So ist Nordrhein-Westfalen vorbeigezogen, wo es nun 35.286 Ladepunkte gibt, während Bayern bei 34.928 Ladepunkten liegt. Auf Rang drei folgt Baden-Württemberg mit 30.543 Ladepunkten. In Bayern ist allerdings die installierte Ladeleistung mit knapp 1,47 GW am höchsten.

Bei den durchschnittlichen Ladeleistungen liegen Bundesländer vorne, die oft für den Transit genutzt werden. Mehr als 50 kW Ladeleistung pro Ladepunkt gibt es im Schnitt in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, aber auch in Rheinland-Pfalz. Mit etwas mehr als 27 kW ist die durchschnittliche Ladeleistung indes im Stadt-Bundesland Berlin am geringsten.

Quelle: Bundesnetzagentur – Ladeinfrastruktur in Zahlen

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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