Wer Solarstrom vom eigenen Dach automatisiert ins E-Auto lädt, zahlt spürbar weniger für seinen Reststrom aus dem Netz. Das geht aus einer Auswertung des Ökostromanbieters Tibber hervor, die das Verhalten von mehr als 10.000 Haushalten mit eigener Photovoltaikanlage und E-Auto zwischen Juli 2025 und Juni 2026 untersucht hat.
Nutzer:innen der Funktion „Solar Charging“ zahlten im Schnitt drei Cent pro Kilowattstunde weniger als PV-Haushalte ohne die Funktion. Hochgerechnet auf den Jahresverbrauch eines durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalts mit PV-Anlage und E-Auto von 5700 Kilowattstunden ergibt sich daraus laut Tibber eine Ersparnis von 171 Euro im Jahr.
Wie das automatisierte Laden funktioniert
Solar Charging entscheidet nach Angaben von Tibber automatisch, wann das E-Auto geladen wird oder der erzeugte Strom stattdessen für den restlichen Haushaltsverbrauch bereitsteht. Ausschlaggebend sind Sonnenschein und Börsenstrompreise, die Kund:innen selbst nicht mehr im Blick behalten müssen. Ziel ist ein möglichst hoher Eigenverbrauchsanteil, da eingespeister Strom deutlich weniger einbringt als selbst genutzter.
Laut Tibber verbrauchen Haushalte mit aktiviertem Solar Charging im Median rund 68 Prozent ihres Solarstroms selbst. Ohne Batterie oder die Ladefunktion liegt dieser Anteil einer von Tibber zitierten Studie zufolge nur zwischen 22 und 37 Prozent.
Auch der Vergleich mit einem Rechenbeispiel der HTW Berlin stützt dieses Bild: Ein Haushalt mit 10.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch und einer 11-kWp-Anlage ohne Heimspeicher nutzt demnach im Schnitt nur 28 Prozent des selbst erzeugten Solarstroms. Tibber-Manager Wilko Klaassen, verantwortlich für den deutschen und niederländischen Markt, ordnet die Zahlen so ein: „Den Solarstrom, den ein Haushalt weder direkt verbrauchen noch im Speicher zwischenlagern kann, speist er weiterhin ins Netz ein. Entscheidend ist deshalb, den selbst nutzbaren Anteil so groß wie möglich zu machen, genau hier setzen Solar Charging und Heimspeicher an.“
Auslaufende Einspeisevergütung verschärft den Effekt
Der finanzielle Anreiz zur Eigennutzung wächst, weil die Vergütung für ins Netz eingespeisten Solarstrom nach einem aktuellen Kabinettsbeschluss ausläuft. Sie liegt 2026 bei 7,78 Cent pro Kilowattstunde. Klaassen verweist darauf, dass selbst bei einem dynamischen Tarif wie dem von Tibber die Ersparnis durch selbst genutzten Strom deutlich höher ausfalle als die Einspeisevergütung, bei klassischen Fixpreistarifen mit Kilowattstundenpreisen von teils über 30 Cent falle der Abstand noch größer aus.
Neben Solar Charging kann laut Tibber auch eine Heimbatterie einen ähnlich großen Effekt erzielen. Wird sie zusammen mit einer PV-Anlage betrieben, rettet sie in einem durchschnittlichen Tibber-Haushalt rund 1000 Kilowattstunden Solarenergie pro Jahr für den Eigenverbrauch, die sonst ins Netz eingespeist würden. Das entspreche einer Ersparnis von rund 260 Euro im Jahr, wobei Tibber offenlässt, mit welchem Batteriemodell oder Speichertarif diese Zahl konkret ermittelt wurde.
Die genannten Zahlen stammen aus einer unternehmenseigenen Auswertung von Tibber und beziehen sich ausschließlich auf dessen eigene Kund:innen. Ob sich die Ergebnisse auf andere Anbieter oder Tarifmodelle übertragen lassen, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Quelle: Tibber – Pressemitteilung









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