THG-Quote Ende 2022: Doppel-Anträge, Bearbeitungsstau, …

THG-Quote Ende 2022: Doppel-Anträge, Bearbeitungsstau, …
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Das Jahresende ist schon fast erreicht. Daher verwundert es nicht, dass das Thema THG-Quote und eine mögliche Geltendmachung der Prämien, aus der Treibhausgasminderungsquoten (THG-Quoten), wieder aktuell wird. Dabei hat man noch bis Ende Februar 2023 Zeit die Prämie für die eigene THG-Quote beim E-Auto zu beantragen. Von Zeiten aktueller Höchstquoten ist man mittlerweile ein Stück entfernt. Aber noch kann man sich entsprechende Angebote sichern.

Dabei ist zwischen der THG-Quote für Elektroautos und der für Wallboxen / öffentliche Ladestationen zu unterscheiden. Zudem ist es so, dass die Auszahlung der Prämie aktuell nur in Deutschland eine Option ist. Für Österreich seien aber auch schon entsprechende Entwicklungen zu beobachten, dass die THG Quote in Österreich ab 2023 gezahlt werden wird. Die Prämie an sich hat sich in den vergangenen Monaten sehr unterschiedlich entwickelt. Nach einem eher verhaltenen Start Anfang 2022 erreichte diese Mitte des Jahres einen Höchststand, bevor es derzeit wieder bergab geht.

Festzuhalten ist, dass die THG-Quote keinen festen Preis hat. Der Markt und dessen Dynamik entscheidet darüber, was diesem deine Quote Wert ist. Maßgeblich spielen mehrere Faktoren auf die Entwicklung der Preise ein. Zu einem die aktuelle Situation zwischen Angebot und Nachfrage, die gesetzliche Vorgabe zur CO2-Einsparung und damit das „Druckmittel“ in Richtung derjenigen die die Quote kaufen. Als auch die Höhe der zu tätigenden Strafzahlungen pro nicht-eingesparter Tonne CO2. Welche ebenfalls gesetzlich festgelegt wird. Hier gibt es 2023 negative Veränderungen, durch einen anderen Strommix in 2022, der als Basis der Berechnung für 2023 dient. Die Quoten werden somit sinken.

Aktuell scheint es so, als ob es hohe Prämien gibt, aber hier gilt es genau hinzusehen. Einige Anbieter locken mit den Rekord-Auszahlungen jedoch nur bis zum 31. Dezember 2022 und daher heißt es schnell sein, damit der Antrag noch fristgerecht angenommen wird. Dennoch sollte man vorsichtig agieren. Denn Auszahlungen mit 600 Euro oder mehr weichen von der Norm ab. Deutlich. Daher der Hinweis, dass es sich hierbei meist um sogenannte Doppelanträge, die für die beiden Kalenderjahre 2022 und 2023 gelten, handelt. Pro Jahr liegt der ausgezahlte Betrag dann nur bei maximal 300 Euro und damit deutlich unter dem vieler anderer Vermarkter.

Darüber hinaus sollte man die Hoffnung begraben, dass die Auszahlung der Prämie für die eigene THG-Quote zeitnah erfolgt. Aktuell ist das zuständige Umweltbundesamt mit der Fülle der Anträge und der jeweiligen Prüfung überfordert. Von 12 Wochen von Beantragung der THG-Prämie bis hin zur Auszahlung ist bei den meisten Vermarkter die Rede.

Elektroauto-News.net war mit verschiedenen Vermarkter der Quoten im Austausch und hat um deren Einschätzung zur Quotenentwicklung in 2023 gebeten. Verlässliche, abschließende Aussagen gibt es bisher keine. Dafür scheint der Markt selbst erfahrenen Mitspieler zu undurchsichtig. Max Leimkühler, Kopf hinter WirkaufendeineTHG sowie Partner für unser EAN THG-Quoten-Angebot, gibt zu verstehen: „Wir gehen davon aus, dass die Erlöse aus der THG-Quote im Jahr 2023 um ca. 15 bis 20 Prozent geringer ausfallen werden.“ Eine Einschätzung die der Markt zu teilen scheint. Wenn auch eher hinter vorgehaltener Hand.

Langfristig verspricht man sich durch die THG-Prämie positive Effekte, da die Mineralölindustrie sich verpflichtet hat, einen zunehmend größer werdenden Beitrag zum Umweltschutz zu tragen, da die Beimischung von Biokraftstoffen zu Diesel und Benzin nicht ausreicht, um die Vorgaben zu erreichen. Da die verfügbaren Fördertöpfe von der internationalen Petrochemie gefüllt werden, ist davon auszugehen, dass der THG-Quotenhandel noch einige Jahre andauern wird.

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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