Tesla stoppt Bestellungen für Model S und X in China

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Maria Glaser
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Elektroautos von Tesla, die aus den USA importiert werden, können derzeit in China nicht mehr bestellt werden. Diese Änderung des US-amerikanischen Herstellers trat in Kraft, nachdem Peking als Antwort auf US-Importzölle wiederum die Abgaben auf US-Importe im eigenen Land erhöht hat.

Diese Einschränkung betrifft die beiden im kalifornischen Fremont hergestellten Modelle Tesla Model S und Model X. Aus dem existierenden Bestand könne jedoch noch gekauft werden, so ein Bericht der New York Times. Lediglich neue Bestellungen seien ausgesetzt.

Eine offizielle Erklärung von Tesla habe es vorab nicht gegeben, so der Bericht. Die Änderung erfolgte jedoch einen Tag nachdem China seine Einfuhrzölle auf US-Waren erhöhte, was ein naheliegender Grund für den Bestellstopp ist.

Protektionismus – Schutz oder Schaden?

Mit der chinesischen Zollerhöhung um das gleiche Niveau der bereits erhobenen US-Zölle reagiert das Land vehement auf die neue Zollpolitik der USA. Mit den Importzöllen verfolgt US-Präsident Trump sein Motto „Make America Great Again“. Ob der mit den Zollerhöhungen angefeuerte Handelskrieg, insbesondere mit China, die US-Unternehmen und die US-amerikanische Wirtschaft jedoch wirklich beflügelt, wurde von vielen Seiten bezweifelt.

Seit der ersten Zollerhöhung Trumps wirkt das politische Treiben mit China wie ein Länder-Pingpong aus Maßnahmen und Gegenmaßnahmen. So hatte Trump zuletzt weitere 41 Prozent auf chinesische Waren angekündigt, was den Gesamtzollsatz auf 145 Prozent getrieben hat. China konterte mit 41 Prozent von seiner Seite.

Musks politische Beziehungen

So dürfte nun auch Elon Musks Unternehmen Tesla Einnahmen verlieren, indem die Modelle auf dem chinesischen Markt zumindest vorerst nicht mehr bestellt werden können. Um einen großen Verlust handelt es sich zugleich aber nicht, denn die beiden hochpreisigeren Modelle von Tesla seien der NY Times zufolge auf dem chinesischen Markt ohnehin keine großen Verkaufsschlager gewesen.

Grundsätzlich scheint Tesla zunehmend Schwierigkeiten damit zu haben, sich auf dem chinesischen Markt gegen lokale Hersteller durchzusetzen, die sich bei den Billigpreisen regelmäßig unterbieten. Laut China Passenger Car Association hat Tesla im März im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 11,5 Prozent der Verkäufe von in China hergestellten Autos gehabt. Der chinesische Marktführer BYD hingegen verzeichnete einen Verkaufsanstieg von 23 Prozent.

Musk halte derweil als Trump-Berater auch gute Beziehungen zur chinesischen Regierung, so die NY Times, und habe einen „ungewöhnlichen Zugang“ zu hochrangigen chinesischen Politikern, darunter Chinas Premierminister Li Qiang.

Das Unternehmen betreibt nicht nur eine Auto- sowie eine Batteriefabrik in China, sondern es erhielt mit der Gigafactory zugleich die erste Genehmigung für ein ausländisches Unternehmen, das Werk vollständig ohne einen inländischen Partner zu besitzen. Die Gigafactory, die seit 2020 in Shanghai das Model 3 und Model Y produziert, war das erste Tesla-Werk außerhalb der USA. Musk hat sich zwar nicht klar öffentlich gegen Trumps Zollpolitik positioniert, sich jedoch in einigen Bemerkungen für die Abschaffung aller Zölle ausgesprochen. Für ein international aufgestelltes Unternehmen wie Tesla erscheint diese Schlussfolgerung durchaus sinnvoll.

Quelle: New York Times – Tesla Halts Orders in China on U.S. Imported Models

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Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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