US-Zölle schaden vor allem US-Herstellern

US-Zölle schaden vor allem US-Herstellern
Copyright:

Shutterstock / 2517607429

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

In der vergangenen Woche hat US-Präsident Donald Trump die Einführung von Zöllen auf globale Importe scharfgestellt, was die Automobilindustrie vor weitere Herausforderungen stellt. Dies folgt auf andere branchenweite Probleme, nämlich die sinkende Nachfrage für westliche Hersteller in China und die generell deutlich gesunkene Kauflaune nach Neuwagen.

Daten von Jato Dynamics zeigen, dass im Jahr 2024 in den USA 16,1 Millionen neue Pkw verkauft wurden. Rund 6,3 Millionen wurden größtenteils aus Mexiko, Kanada, der Europäischen Union, Großbritannien, Japan und Korea importiert – die nun alle mit einem Zoll von 25 Prozent bei der Einfuhr in die USA konfrontiert werden. Darüber hinaus werden die Zölle ab dem 3. Mai um außerhalb des Landes hergestellte Automobilteile erweitert.

Leidtragende sind allerdings vor allem die inländischen Autohersteller, so Jato. Zum Beispiel verkauften Detroits „Big Three“ – General Motors, Ford und Stellantis – im Jahr 2024 etwa 1,85 Millionen importierte Pkw in den USA, was 13 Prozent ihres kombinierten weltweiten Umsatzes ausmacht. Die drei Hersteller produzieren ihre Autos unter anderem in Kanada und Mexiko.

Im Vergleich dazu verkauften Toyota, Honda und Nissan – die drei größten japanischen Marken – im letzten Jahr weltweit 17,9 Millionen Einheiten. Davon wurden 1,53 Millionen Einheiten auf dem US-Markt importiert und verkauft, was 9 Prozent entspricht. Für die deutsche Volkswagen-Gruppe, die BMW-Gruppe und Mercedes Benz machte die Nachfrage nach ihren importierten Autos in den USA 7 Prozent ihrer kombinierten weltweiten Gesamtmenge aus.

Import-USA-Autohersteller-Anteile
Jato Dynamics

Während die neue Handelspolitik laut Trump eigentlich darauf abzielt, die inländischen Autohersteller zu fördern, werden vor allem sie negativ betroffen sein. Noch stärker betroffen sind nur Mazda mit einem Anteil von 27 Prozent und Subaru mit 26 Prozent an importierten Fahrzeugen. Auch Hyundai-Kia mit 15 Prozent und Mitsubishi mit 13 Prozent haben hohe Importquoten in die USA.

Quelle: Jato Dynamics – Pressemitteilung vom 08.04.2025

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Carsten Schneider: Don Quijote der Bundesregierung für die Energiewende?

Carsten Schneider: Don Quijote der Bundesregierung für die Energiewende?

Daniel Krenzer  —  

Umweltminister Schneider kämpft für die Energiewende, während die Wirtschaftsministerin auf die Bremse tritt. Nun steht die Weltklimakonferenz bevor.

Spritpreisdeckel ab 2027: Maßstab ist der EU-Durchschnitt

Spritpreisdeckel ab 2027: Maßstab ist der EU-Durchschnitt

Sebastian Henßler  —  

Ein Spritpreisdeckel soll nur greifen, wenn Benzin und Diesel drei Wochen in Folge um mehr als fünf Prozentpunkte stärker steigen als im EU-Durchschnitt.

Portugal will E-Autos für Geringverdiener bezuschussen

Portugal will E-Autos für Geringverdiener bezuschussen

Arun Niemann  —  

Portugal plant eine neue E-Auto-Förderung für einkommensschwache Haushalte. Für bis zu 20.000 Fahrzeuge sollen bis zu 80 Prozent der Kosten übernommen werden.

Jobpotenzial der Energiewende bleibt ungenutzt

Jobpotenzial der Energiewende bleibt ungenutzt

Michael Neißendorfer  —  

Die aktuellen Gesetzesvorhaben bei Photovoltaik, Windkraft und Wärmepumpen bremsen knapp 190.000 Jobs aus – und Investitionen in Milliardenhöhe.

Zürich macht 114.000 Stellplätze fit für Elektroautos

Zürich macht 114.000 Stellplätze fit für Elektroautos

Daniel Krenzer  —  

Im Kanton Zürich wurden mehr als 114.000 Stellplätze für das Laden von Elektroautos vorbereitet. 50 Millionen Franken Förderung machen es möglich.

Audi: Milliardenschwere US-Pläne stehen bereits auf der Kippe

Audi: Milliardenschwere US-Pläne stehen bereits auf der Kippe

Daniel Krenzer  —  

Audis milliardenschwere US-Pläne wackeln: Verbindliche Zusagen fehlen, und die Wahlkampfhilfe für Donald Trump sorgt für massive Kritik.

Verbrenner-Aus: Zwei EU-Ausschüsse stimmen für Lockerung

Verbrenner-Aus: Zwei EU-Ausschüsse stimmen für Lockerung

Arun Niemann  —  

In der EU nimmt die Lockerung der CO₂-Vorgaben für Neuwagen konkrete Formen an. Zwei Ausschüsse haben einen Kompromiss von EVP, S&D und Renew gebilligt.