Tesla Semi: Serienstart des E-Lkw nun für 2026 geplant

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Tesla bringt wieder Bewegung in das Projekt rund um seinen Elektro-Lkw. Der Tesla Semi, bereits 2017 öffentlich vorgestellt, sollte ursprünglich 2019 in Serie gehen. Daraus wurde jedoch nichts. Über die Jahre sammelten sich Verzögerungen. Nun hat Tesla ein kurzes Update veröffentlicht: Die neue Produktionsstätte neben der Gigafactory in Nevada sei fertiggestellt. Derzeit würden die Fertigungslinien installiert. Das Ziel sei, 2026 mit der Massenfertigung zu beginnen.

Schon seit rund zwei Jahren arbeitet das Unternehmen an dem Werk in Nevada. Dort entstehen bisher vor allem Antriebseinheiten und Batteriepacks für Autos, die in Nordamerika gebaut werden. Die neue Anlage ist nun baulich abgeschlossen. Tesla spricht davon, dass man sich auf den nächsten Schritt konzentrieren wird: Die Produktionstechnik wird nach und nach eingebaut. Eine genaue Zahl nannte Tesla dabei erneut – 50.000 E-Lkw pro Jahr sollen dort künftig vom Band laufen.

Ursprünglich war 2025 als Starttermin genannt worden. Jetzt rechnet Tesla mit einem Produktionsbeginn gegen Ende des Jahres, bevor im Jahr darauf größere Stückzahlen geplant sind. Das deutet auf einen schrittweisen Hochlauf hin. Eine endgültige Entscheidung über das genaue Tempo liegt jedoch auch an den weiteren Entwicklungen und möglicherweise an der Lieferkette. Gleichzeitig kommen neue Details von Kundenseite ans Licht. Der Logistikdienstleister Ryder, einer der ersten Besteller des Tesla Semi, berichtet von weiteren Verzögerungen und gestiegenen Kosten. Ursprünglich plante das Unternehmen, 42 dieser Lkw in einem Pilotprojekt einzusetzen. Inzwischen sei die Zahl auf 18 verringert worden. Grund dafür seien die deutlich erhöhten Preise sowie spätere Liefertermine. Ryder rechnet nicht vor Ende 2026 mit ersten Auslieferungen.

Die Preisentwicklung sorgt für Unsicherheit. Als Tesla den Semi 2017 vorstellte, nannte der Hersteller 144.000 Euro für das Modell mit rund 480 Kilometern Reichweite und 172.800 Euro für die Variante mit etwa 800 Kilometern. Eine limitierte „Founder’s Series“ wurde damals für 192.000 Euro angeboten. Nach dem Produktionsstart im Jahr 2022 wurde der Preis jedoch nicht offiziell angepasst. Zwar kursieren Gerüchte über Erhöhungen, bestätigt hat Tesla diese bislang nicht.

Das Projekt Tesla Semi steht exemplarisch für die Herausforderungen in der Entwicklung neuer E-Nutzfahrzeuge. Technische Hürden, fehlende Produktionskapazitäten und wirtschaftliche Rahmenbedingungen bremsen die Umsetzung immer wieder aus. Dennoch hält Tesla offenbar am Ziel fest, mittelfristig eine bedeutende Rolle im Markt für elektrische Lastwagen zu spielen. Der Markt selbst bleibt in Bewegung. Konkurrenzmodelle von etablierten Nutzfahrzeugherstellern und Start-ups drängen auf den Markt. Gleichzeitig wächst der Bedarf an emissionsarmen Lösungen im Güterverkehr. Der Tesla Semi könnte in diesem Umfeld zu einem wichtigen Baustein werden – sofern es gelingt, Preis, Verfügbarkeit und Reichweite in ein tragfähiges Verhältnis zu bringen. Ob das gelingt, bleibt fraglich.

Quelle: Tesla – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Läubli:

Tja…. die BEV von Mercedes floppen aber krass und das seit der ersten Auslieferung. Hoffen wir doch, dass Mercedes mit den Trucks mehr Erfolg haben wird.

Philipp:

„Nun, der CT soll trotz der geringen Stückzahlen keine Verluste machen.“
Und die Entwicklungskosten waren ein paar ct? Oder die Werkzeuge, Pressen, Roboter, Schulungen der Mitarbeiter, Hallenfläche, etc?
All die Kosten müssen mit Stückzahlen wieder reingeholt werden.

„Grundsätzlich ist es auch erstmal egal, wie viele Semi pro Jahr ausgeliefert werden.“
Ist es nicht. Wer Gewinne machen will, muss nicht nur die Entwicklungskosten hereinholen, sondern auch eine effiziente Fertigung am Laufen haben. Wie willst Du denn bei einem Fließband die Leute an den einzelnen Stationen auslasten, wenn jeder nur 30min pro Schicht zu arbeiten hat? 50000/a sind 200 pro Arbeitstag, 100 pro Schicht oder eben jede Minute 1,66 Semis. Das geht nur mit einer Fließbandfertigung.

Du kannst natürlich Handfertigung in Einzelteilen haben, dann sprechen wir aber von 10-fachen Kosten, weil die Leute nur mit Rennen, Teile- und Werkzeugsuchen beschäftigt sind.

Silverbeard:

Nun, der CT soll trotz der geringen Stückzahlen keine Verluste machen.

Grundsätzlich ist es auch erstmal egal, wie viele Semi pro Jahr ausgeliefert werden. Wichtig ist, dass es eine zusätzliche Alternative für elektrische LKW gibt.
Zum Preis: 2017 ist 8 Jahre her. Dazwischen lag eine Phase mit sehr hoher Inflation und stark gestiegenen Löhnen (20-25%) in der Fahrzeugproduktion. Auch die Batteriezellen werden durch die Strafzölle nicht billiger.

Peter Bigge von Berlin:

Willkommen in der Realität.
Ohne Ladeinfrastruktur und reale finanzielle Vorteile geht im LKW-Sektor nichts, da gibt es keine Liebhaberei.
Die USA hat bereits die schlechteste Ladeinfrastruktur, insbesondere auf Langstrecken, wo sollen da die Semis fahren?
Mit Trump schwindet zudem die Hoffnung auf eine baldige Besserung.
Von 100 oder auch 1000 Semis kann keine Produktion leben, billig wird bei diesen Stückzahlen erst recht nichts.
Vielleicht können die Semis einmal fahrerlos durch Australiens Outback irren, doch dafür müsste die Technik kompromisslos serienreif werden.
Das elektrische LKWs die Zukunft sind, steht außer Frage, aber nicht in der USA, wo selbst die Eisenbahn wenig elektrifiziert ist, geschweige es wünschenswert viele Ladestationen gibt.

Philipp:

Trump hat den Aufbau einer Ladeinfrastruktur für LKWs gestoppt, zumindest die notwendigen Subventionen ausgesetzt.

Wer will sich denn in den USA dann einen elektrischen Semi kaufen, wenn man den auf den langen Strecken nicht laden kann? Und in den USA gibt es gar keine 8,5h Fahrzeitbeschränkung pro Tag, da darf am Tag jeder so lange LKW fahren wie er will, nur eine 2-Wochenzeit darf in Summe nicht überschritten werden. Die Ausnutzung der notwendigen Fahrzeitpausen gibt es nicht in den USA, dort muss also Schnellladen vorhanden sein.

Tesla selbst plant sein Superchargernetzwerk nur auf der Strecke Freemont nach Texas auszubauen (YATP – yet another Tesla plan). Ob man auf dieser einen Strecke alle 50000 Semis pro Jahr betreiben kann?

50000/Jahr: Ein weiteres potemkinsches Dorf von Tesla und eine weitere Fabrik, die jahrelang nicht ausgelastet sein wird…

Dani:

Solange Tesla keine verbindlichen Preise, Specs und Lieferzeiten nennt, ist alles nur Schall und Rauch. 50’000 Semis pro Jahr? Könnten auch 0 oder nur 500 sein. Man vergleiche bzgl. Specs, Preisen und Produktionszielen mit dem Cybertruck.

Jakob Sperling:

„Das Ziel sei, 2026 mit der Massenfertigung zu beginnen“.

„Ziel“: Jeder hat Ziele. Sie spornen an. Mein Ziel ist es, in 4 Jahren 50 Jahre nach dem ersten Strassenlauf noch einmal einen zu machen.

„2026 … beginnen“: Spätestens am 31.12.26 läuft der erste Truck vom Band.

Tesla ist da wirklich konsequent; seit 2016 beginnt die Serienproduktion in knapp 2 Jahren.

Steven B.:

Auch hier wollte man Vorreiter sein, ist aber links und rechts vom VW und anderen Unternehmen überholt und abgehangen worden. TESLR ist peinlich und wird auch 2026 nichts zu liefern haben und erst recht nicht für die Preise aus dem Jahr 2017. Mercedes ist derzeit auf dem Bereich eine Kompetenz und macht seine Sache gut, ohne die Verbrenner Modelle zu konkurenzieren, dass wird sich am Ende auszahlen, wenn die Serie derart auf dem Markt ihre Position findet, dann wird man auch beim Preis mitsprechen können.

Sven:

Quelle Tesla Presseabteilung? Soweit ich weiß hat Tesla sowas nur in China. Sonst macht das doch Elon Musk auf X. Oder habe ich da was verpasst?

Gregor:

Ja klar…2026…gaaaanz bestimmt. :D

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