Tesla gab vergangene Woche auf der Plattform X bekannt, dass der erste Elektro-Lkw des Modells Tesla Semi in Serienproduktion vom Band gerollt ist. Die Auslieferung soll ebenfalls in diesem Jahr beginnen. Damit hat der US-Hersteller einen wichtigen Schritt erreicht, nachdem es in der Entwicklung immer wieder zu Verzögerungen kam. Bereits 2017 wurde der Lkw für den Fernverkehr erstmals vorgestellt und sollte ursprünglich 2019 in Produktion gehen. Der Produktionsbeginn wurde schließlich Jahr um Jahr verschoben, bis 2022 einige Modelle an PepsiCo ausgeliefert wurden.
Die Serienproduktion des Tesla Semi findet in der Gigafactory Nevada statt, wo eine Fabrik mit 158.000 Quadratmetern eigens dafür gebaut wurde. Die vertikale Integration des Standorts mit eigener Batterieproduktion soll künftigen Lieferengpässen vorbeugen. Die Semi-Fabrik in Nevada ist für eine Jahreskapazität von 50.000 Lkw ausgelegt, die Produktion soll schrittweise hochgefahren werden. Für 2026 werden Auslieferungen zwischen 5000 und 15.000 Fahrzeugen prognostiziert.
Im Laufe der Jahre wurde das Design wiederholt angepasst, wie auch der Preis. Außerdem hat Tesla das Gewicht des Semi um knapp 450 Kilogramm verringert. Nun sind zwei Ausstattungsvarianten erhältlich. Die Standard-Range-Version für umgerechnet über 220.000 Euro hat eine elektrische Reichweite von über 520 Kilometern. Die Langstreckenversion für fast 250.000 Euro fährt sogar mehr als 800 Kilometer. Das zulässige Gesamtzuggewicht liegt bei zirka 37 Tonnen.
In dieser Größen- und Gewichtsklasse ist der Semi der preisgünstigste batteriebetriebene Sattelzug auf dem US-Markt. Konkurrenten wie Volvo oder Daimler verkaufen zu höheren Preisen mit geringeren Reichweiten, während Nikola 2025 Insolvenz angemeldet hat. Obwohl der Kaufpreis von Diesel-Lkw durchschnittlich niedriger ist, sind die Gesamtbetriebskosten der elektrischen Lkw einige Prozentpunkte geringer, und das bei einfacherer Handhabung. Damit werden E-Lkw wirtschaftlich wettbewerbsfähig für Flottenbetreiber.
Beide Ausstattungsvarianten verfügen über einen Antriebsstrang mit 800 Kilowatt und drei Elektromotoren. In 30 Minuten können 60 Prozent der Reichweite wiederhergestellt werden, wofür die vorgeschriebene Ruhepause der Fahrer:innen genutzt werden kann. Dafür hat Tesla eine erste Megacharger-Station in Kalifornien eröffnet sowie 66 weitere Standorte in 15 Bundesstaaten geplant.
Hohe Nachfrage nach Tesla Semi
Die Nachfrage in den USA, vor allem im Bundesstaat Kalifornien, ist vorhanden. Verschiedene Unternehmen tragen zu dieser Entwicklung bei, wie beispielsweise Alyath. Der Dienstleister stellt in diesen Tagen auf der Messe ACT Expo das Modell „Tesla Semi as a Service“ vor, das die Elektro-Lkw für Flotten zur Miete bereitstellt und das Risiko hoher Investitionskosten übernimmt. Wenn es Tesla gelingt, die Nachfrage zu bedienen, kann der Semi den elektrischen Güterverkehr stark und nachhaltig beeinflussen.
Neben dem Semi plant Tesla im Jahr 2026 auch die Serienproduktion seines Robotaxis Cybercab sowie des Batteriesystems Megapack 3. Die Investitionsausgaben in diesem Jahr sollen dafür auf über 20 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt werden. Auch der Humanoidroboter Optimus steht weiterhin im Fokus des Unternehmens.
Quellen: Electrek – Tesla Semi: first truck rolls off high-volume production line / Reuters – First Tesla Semi rolls off high volume production line








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