Musk: Ältere Tesla-Modelle doch nicht bereit für FSD

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Tobias Stahl
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Tesla-Chef Elon Musk hat bei einer Investorenkonferenz eingeräumt, dass ältere Tesla-Modelle, die mit der sogenannten Hardware 3 (HW3) ausgestattet sind, entgegen früherer Behauptungen doch nicht bereit für vollautonomes Fahren sind. Der Elektroautobauer kündigte bereits an, den Millionen von Kunden, die ältere Fahrzeuge besitzen, stattdessen Hardware-Upgrades oder Eintauschrabatte anzubieten.

Tesla hatte zuvor erklärt, dass die Fahrzeuge, die vor 2024 produziert wurden, über die erforderlichen Kameras und Computer verfügten, um vollautonom fahren zu können, sobald Teslas „Full Self-Driving“-Software (FSD) ausgereift genug sei. Kritiker hatten zuvor bereits in Frage gestellt, ob Tesla-Fahrzeuge auf Basis einer rein kamerabasierten Umgebungserkennung alle notwendigen Fähigkeiten zum vollautonomen Fahren haben, da andere Hersteller auf eine Kombination unterschiedlicher Sensoren setzen.

Musk will „Mikrofabriken“ errichten, um ältere Fahrzeuge für FSD nachzurüsten

„Leider verfügt Hardware 3 einfach nicht über die Fähigkeit, unbeaufsichtigtes FSD zu realisieren“, räumte Musk nun ein. „Wir dachten tatsächlich einmal, dass es diese Fähigkeit haben würde.“ Die Bekenntnis hat dem Wall Street Journal zufolge viele Tesla-Besitzer aufgebracht. Einige von ihnen hatten mehrere Tausend Dollar für einen lebenslangen Zugang zu FSD bezahlt, in der Erwartung, dass sie irgendwann ein vollautonomes Auto haben würden.

Tesla hatte zuvor gegen einen Aufpreis lebenslangen Zugang zu der Technologie für teilnehmende Fahrzeuge gewährt, dabei blieb jedoch stets unklar, wann die Technologie marktreif sein würde. Das Unternehmen installierte die HW3 in der Zeit von 2019 bis Anfang 2023, als sie von einer neuen Hardware abgelöst wurde. Der Preis für den FSD-Zugang lag zeitweise bei bis zu 15.000 US-Dollar.

Nun, so Tesla-Chef Musk, müsse das Unternehmen in großen Ballungsräumen „Mikrofabriken“ errichten, die in der Lage seien, ältere Tesla-Fahrzeuge mit den neuesten Computern und Kameras nachzurüsten. „Wenn das nur im Servicecenter geschieht, ist das extrem langsam und ineffizient“, so Musk. „Wir brauchen also im Grunde viele Produktionslinien, um die Umrüstung durchzuführen.“

Musk erklärte außerdem, dass den Besitzern ein „vergünstigter Eintausch“ gegen ein neueres Auto angeboten werden soll. Der Tesla-Chef äußerte sich jedoch nicht dazu, ob das Unternehmen es den Besitzern erlauben würde, ihren lebenslangen FSD-Zugang auf das neue Auto zu übertragen.

Tesla betont weiterhin die Bedeutung der Autonom-Software für die Zukunft des Unternehmens

Tesla hat in jüngerer Vergangenheit mehrmals die außerordentliche Bedeutung der FSD-Funktion für die Zukunft des Unternehmens betont. Man wolle sich vom reinen Verkauf von Elektrofahrzeugen wegbewegen, um sich auf Autonomie, künstliche Intelligenz und Robotik zu konzentrieren. Finanzvorstand Vaibhav Taneja erklärte in der telefonischen Investorenkonferenz, das Unternehmen habe seine Strategie für den Fahrzeugverkauf geändert, um „FSD als das Produkt in den Vordergrund zu stellen und das Fahrzeug lediglich als Liefermechanismus“.

Trotz der Neuausrichtung konnte Tesla seinen Umsatz im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent steigern. Im gleichen Zeitraum legten auch die Fahrzeugverkäufe um 6,3 Prozent zu – dennoch war das erste Jahreviertel 2026 mit Blick auf die Verkaufszahlen das zweitschlechteste Quartal für das Unternehmen seit 2022.

Tesla konnte auch die Zahl der FSD-Abonnements auf 1,28 Millionen steigern, ein Anstieg von 16,4 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2025 und einem Zuwachs von 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Tesla bietet den Dienst derzeit nur im Abonnement für 99 US-Dollar pro Monat an.

Ältere Fahrzeuge sollen erst aufgerüstet werden, wenn die Software bereit ist

Musk nannte während der Konferenz weder eine Kostenschätzung noch einen Zeitplan dafür, wann Tesla die versprochenen Upgrades bereitstellen werde. Führungskräfte hatten zuvor erklärt, das Unternehmen werde mit der Aufrüstung alter Hardware warten, bis die Entwicklung seiner Autonomie-Software stabilisiert sei. Für Ende Juni plane das Unternehmen die Veröffentlichung eines Software-Updates für Halter von Fahrzeugen mit der alten Hardware, das ihnen viele der Funktionen bieten werde, die derzeit nur auf der neuen Hardware verfügbar sind, versprach Ashok Elluswamy, Vizechef für KI-Software bei Tesla.

Neuere Tesla-Fahrzeuge können mit der FSD-Software auf den meisten Straßen navigieren, die Spur wechseln und einparken, der Fahrzeugführer muss jedoch stets aufmerksam bleiben und jederzeit dazu bereit sein, das Steuer wieder zu übernehmen. Auch in einigen europäischen Ländern haben Tesla-Kunden bereits für den Dienst bezahlt, erhielten jedoch aufgrund gesetzlicher Beschränkungen keinen Zugang zur FSD-Software. In den USA können Kunden mit älterer Hardware die aktuellste Version der Software nicht nutzen, da diese für eine neuere Hardware-Konfiguration ausgelegt ist, die nun als AI4 bezeichnet wird.

Wegen FSD-Versprechen: Tesla muss sich mit Sammelklagen auseinandersetzen

Tesla wird nun mit Kritik von Kunden konfrontiert, die behaupten, dass der Elektroautobauer sie hinsichtlich des Zeitplans für das autonome Fahren in die Irre geführt habe. Tom LoSavio, ein pensionierter Anwalt aus Kalifornien, erklärte gegenüber dem Wall Street Journal, er habe 2019 100.000 Dollar für sein Auto bezahlt, einschließlich eines 8.000-Dollar-Upgrades für lebenslangen Zugang zu FSD, in der Erwartung, dass die volle Autonomie kurz bevorstehe. LoSavio ist Hauptkläger in einer Sammelklage, in der eine Rückerstattung und Schadenersatz von Tesla wegen irreführender Werbung gefordert werden. Tesla hat gegen die Sammelklage bereits Berufung eingelegt. In Australien wird der Autobauer derzeit mit einer ähnlich gelagerten Sammelklage konfrontiert.

Tatsächlich hat Elon Musk seit 2016 immer wieder öffentlich behauptet, dass das vollautonome Fahren mit Tesla-Fahrzeugen jeweils kurz bevorstehe. Laut Wall Street Journal preisen Tesla-Führungskräfte die FSD-Technologie weiterhin als kurz bevorstehend an.

Im Rahmen der Entwicklung seines Robotaxi-Fahrdiensts betreibt Tesla bereits eine kleine Zahl vollautonomer Fahrzeuge in den US-Städten Austin, Houston und Dallas. Musk sagte während der Investorenkonferenz am Mittwoch, dass normale Tesla-Kunden bis Ende des Jahres Zugang zur unbeaufsichtigten Version der FSD-Software haben könnten. Der Tesla-Chef fügte hinzu, dass auch die Besitzer älterer Fahrzeuge mit der Hardware 3, sobald sie die versprochenen Upgrades erhalten haben, „in die Robotaxi-Flotte aufgenommen werden und über unbeaufsichtigtes FSD verfügen können“.

Quellen: Wall Street Journal – Tesla Promises Upgrade for Customers Who Bought Cars That Can’t Drive Autonomously / Yahoo Finance – Musk admits older Teslas need hardware upgrades for FSD

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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