Teslas Fahrassistenzsystem Full Self-Driving (Supervised) ist nun auch in Litauen verfügbar. Das Land hat die niederländische Zulassung anerkannt und damit als zweiter europäischer Staat nach den Niederlanden den Weg für den Einsatz des Systems auf öffentlichen Straßen freigemacht. Die litauische Transportsicherheitsbehörde bestätigte die Anerkennung der niederländischen Zertifizierung.
Die Grundlage dafür legte die niederländische Zulassungsbehörde RDW, die das System nach mehr als eineinhalb Jahren Testbetrieb – sowohl auf einem Testgelände als auch auf öffentlichen Straßen – im April freigegeben hatte. Seither strebt die RDW eine EU-weite Anerkennung an und hat die Europäische Kommission entsprechend notifiziert. Parallel dazu können einzelne Mitgliedstaaten die niederländische Zulassung eigenständig übernehmen, ohne auf eine EU-weite Entscheidung warten zu müssen.
Mehrere Länder auf dem Weg zur Freigabe
Litauen ist vorerst nicht das letzte Land in dieser Entwicklung. In Belgien hatte zunächst die Region Flandern einen Zulassungsprozess gestartet, und ein Tesla-Fahrzeug wurde dort bereits zum Testen auf öffentlichen Straßen zugelassen. Erwartet worden war, dass Belgien noch vor Litauen folgen würde – tatsächlich hat Litauen nun den Schritt schneller vollzogen. Auch Griechenland hat sich positioniert: Das griechische Verkehrsministerium kündigte am Mittwoch ein Gesetzesvorhaben an, das eine gleichartige Freigabe wie in den Niederlanden ermöglichen soll.
Tesla hatte die Ausrollung in Litauen über den Kurznachrichtendienst X bekannt gegeben. Das Unternehmen bezeichnete es als zweiten europäischen Start nach den Niederlanden. Full Self-Driving (Supervised) ist ein Fahrassistenzsystem, das bestimmte Fahraufgaben übernehmen kann, dabei aber eine ständige Aufmerksamkeit der Fahrerin oder des Fahrers voraussetzt – der Zusatz „Supervised“ verweist explizit darauf, dass das System keine vollständig autonome Fahrt ermöglicht.
Zulassung liegt bei den Mitgliedstaaten
Der europäische Zulassungsrahmen für derartige Systeme verteilt die Entscheidungshoheit derzeit noch auf die einzelnen Mitgliedstaaten. Eine einheitliche EU-Regelung existiert nicht, weshalb das Tempo der Ausrollung unmittelbar davon abhängt, wie schnell nationale Behörden entweder eigene Prüfungen abschließen oder die niederländische Zertifizierung anerkennen. Die RDW hat mit ihrer Notifizierung an die Europäische Kommission einen Prozess angestoßen, dessen Ausgang noch offen ist.
Für Tesla bedeutet die schrittweise Ausdehnung in Europa einen wichtigen Schritt, nachdem das Unternehmen das System in den USA bereits seit längerem anbietet. Die Entwicklung in Belgien und Griechenland lässt darauf schließen, dass in den kommenden Wochen weitere Länder folgen könnten.
Quelle: Reuters – Tesla launches Full Self-Driving in Lithuania









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