In den USA formiert sich ein neues Segment kompakter Elektro-Pickups, die als Allrounder gedacht sind. Ford arbeitet an einem erschwinglichen Modell, das Start-up Slate verfolgt einen ähnlichen Ansatz, und Rivian-Chef RJ Scaringe bezeichnete den Markt für kleine Pickups jüngst als bislang ungenutzt. Für das kalifornische Start-up Telo, das mit seinem Modell MT1 in genau diese Lücke zielt, dürften solche Einschätzungen Rückenwind bedeuten.
Telo hatte schon bei seinem Marktauftritt für Aufsehen gesorgt. Optisch ähnelt der MT1 einer Mischung aus Toyota Tacoma und Mini Cooper, ein Format, für das es bislang kein vergleichbares Serienangebot gibt. Ein aktuelles Produktions-Update zeigt nun, dass der Pickup näher an den Marktstart rückt als je zuvor.
In einer auf YouTube veröffentlichten Mitteilung erklärte Telo-Chef Jason Marks, das Unternehmen habe mit dem Branchenveteranen Schwab Industries einen Partner für den Bau der sogenannten Rohbaustruktur des MT1 gewonnen. Dieses Body-in-White bildet das Grundgerüst des Autos. Daran werden später sämtliche Komponenten befestigt, von Glas und Sitzen über die Aufhängung bis zu Motor und Batterien. Erst wenn diese Struktur steht, kann etwas vom Band laufen, das einem Auto ähnelt.
Was technisch nüchtern klingt, markiert einen wichtigen Schritt in Richtung Serienfertigung des kleinen Trucks. Schwab bringt als Tier-1-Zulieferer jahrzehntelange Erfahrung im Bau und in der Montage gepresster Bauteile für Automobilhersteller mit. Marks zufolge habe Telo die Festlegung auf die Produktionswerkzeuge bewusst hinausgezögert, bis die internen Ziele zur Crash-Sicherheit erfüllt gewesen seien. Konkret bedeutete das, Aufprall- und Crash-Verhalten sowie weitere strukturelle Anforderungen zu überprüfen, bevor eine Festlegung auf die Fertigung erfolgte.
Telo MT1: Fünf Sitze und Ladefläche im Kleinformat
Beim Preis beginnt der MT1 bei rund 35.700 Euro und einer Reichweite von etwa 420 Kilometern. In der Topausstattung mit zwei Motoren, rund 560 Kilometern Reichweite und solarbetriebenem Zubehör klettert er auf etwa 48.200 Euro. Sein eigentliches Kunststück liegt in Größe und Raumaufteilung. Der kurze Pickup misst ungefähr so viel wie ein Mini, bietet aber dennoch fünf Sitzplätze und eine rund 1,5 Meter lange Ladefläche. Eine einklappbare Trennwand zwischen Ladefläche und Kabine erlaubt es zudem, längere Gegenstände wie Surfbretter oder ganze Sperrholzplatten zu verstauen.
Das Konzept ist durchaus innovativ. Die entscheidende Frage ist, ob ein junges E-Auto-Start-up im Jahr 2026 bestehen kann, nachdem zuvor zahlreiche andere Anbieter gescheitert sind. Telo nimmt seit Ende 2024 erstattungsfähige Reservierungen entgegen, für rund 130 Euro je Stück. Bis September kamen so mehr als 12.000 Vormerkungen zusammen.
Diese Zahl ist für sich genommen überschaubar, doch nach Angaben von Marks liegt die Gewinnschwelle bei lediglich 6000 dieser 12.000 Einheiten. Damit jagt das Unternehmen nicht in erster Linie hohen Stückzahlen hinterher, sondern konzentriert sich auf die vergleichsweise enge Zielgruppe von Stadtbewohner:innen, die einen kompakten Pickup suchen. Die größte Hürde könnte für das Unternehmen die neue Konkurrenz sein. Sowohl Slate als auch Ford bringen Wettbewerber in Stellung, die jeweils bei oder unter umgerechnet rund 25.800 Euro starten sollen. Telo selbst peilt den Produktionsbeginn für Ende 2026 an.
Quelle: InsideEVs – Telo’s Tiny Electric Truck Moves Closer To Reality With An Important New Partner










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