Supercredits statt Strafzahlungen? Das sagen die Hersteller

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 3 min

Nach Informationen der Automobilwoche setzen sich mehrere europäische Automobilhersteller dafür ein, die CO₂-Flottenregeln anhand sogenannter Supercredits erneut anzupassen und kleinere sowie in Europa gebaute Elektroautos bei der Berechnung der Flottenemissionen künftig stärker zu gewichten. Damit könnten Hersteller ihre CO₂-Ziele leichter erreichen und hohe Strafzahlungen vermeiden. Diese Idee ist auf VW-Chef Oliver Blume zurückzuführen.

Während die Industrie auf mehr regulatorische Flexibilität drängt, bleibt eine Fahrzeugkategorie jedoch bislang weitgehend außen vor: elektrische Leichtfahrzeuge wie die Klassen L6e und L7e. Gerade sie könnten jedoch einen wichtigen Beitrag dazu leisten, bezahlbare Elektromobilität in Städten zu etablieren.

Vor allem bei kleineren batterieelektrischen Fahrzeugen stehen die Hersteller in Europa wirtschaftlich unter Druck. Die Entwicklungskosten steigen, gleichzeitig lassen sich mit günstigen Modellen deutlich geringere Margen erzielen als mit elektrischen SUVs oder Oberklassefahrzeugen. Ohne regulatorische Anreize könnten Hersteller deshalb ihre Einstiegsmodelle schrittweise auslaufen lassen, lautet eine immer wieder geäußerte Befürchtung. Wobei dies kurzfristig unrealistisch erscheint, da die meisten Hersteller gerade erst damit begonnen haben, eben jene Modelle auf den Markt zu bringen.

Supercredits könnten diesem Trend entgegenwirken – vorausgesetzt, sie werden gezielt auf besonders effiziente und ressourcenschonende Fahrzeuge ausgerichtet. Geschieht dies nicht, drohe Europas Markt für bezahlbare Elektroautos ausgebremst zu werden, sagen Befürworter der Regelung. Die Automobilwoche zitiert in diesem Zusammenhang den Präsidenten des europäischen Automobilverbands ACEA, John Elkann, mit den Worten: „Europa braucht einen pragmatischen Ansatz.“ Gleichzeitig fordert die Industrie mehr regulatorische Planungssicherheit für den Hochlauf der Elektromobilität.

Bald viele E-Autos mit 4,19 Metern Länge?

Aus Sicht der Klimabilanz spricht vieles dafür, Supercredits nicht pauschal für jedes Elektroauto zu vergeben, sondern besonders effiziente Fahrzeuge stärker zu berücksichtigen. Derzeit ist von einer Berücksichtigung von Elektroautos mit einer Länge von unter 4,20 Metern die Rede, der Verbrauch würde hierbei nicht berücksichtigt. Große Elektro-SUVs verursachen trotz lokal emissionsfreiem Betrieb in der Regel einen deutlich höheren Material- und Energieeinsatz als kompakte Modelle oder Leichtfahrzeuge. Eine entsprechende Ausgestaltung könnte Hersteller motivieren, stärker in kleine und leichte Elektrofahrzeuge zu investieren, anstatt vor allem margenstarke Premiumfahrzeuge in den Markt zu bringen.

Die Diskussion zeigt, dass Europas Automobilindustrie nach Wegen sucht, die ambitionierten CO₂-Vorgaben wirtschaftlich zu erfüllen. Werden Supercredits tatsächlich eingeführt oder ausgeweitet, sollte Brüssel sie jedoch gezielt dafür nutzen, bezahlbare und besonders effiziente Elektrofahrzeuge zu fördern. Eine Vielzahl an Herstellern scheint dies derzeit zu befürworten. Aber eigentlich geht dann seriös kein Weg an einer Berücksichtigung von Leichtfahrzeugen vorbei. Vor allem Stellantis, aber auch andere europäische Akteure setzen sich dafür ein, dass eine Produktion in Europa ebenfalls stark positiv in die Berechnung einfließen sollen. Und Stellantis dürfte ebenfalls die Leichtfahrzeuge im Blick haben, denn der Konzern hat hier mehrere Fahrzeuge im Angebot.

Quelle: Automobilwoche – Supercredits: Europas Hersteller wollen Privilegien für E-Autos aus der EU

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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