Steuer-Milliarden für Teslas Akku-Fabrik

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Wolfgang Plank
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Für sein im brandenburgischen Grünheide geplantes Batteriewerk kann Tesla mit deutschen Steuer-Milliarden rechnen. Der US-Autobauer ist eines von elf Unternehmen, die im Rahmen des IPCEI-Programms (Important Projects of Common European Interest) zur Zellfertigung den Zuschlag für eine öffentliche Förderung ergattert haben. Das Bundeswirtschaftsministerium ließ bisher offen, wie hoch der Zuschuss insgesamt ausfallen wird. Aus Regierungskreisen war von einem einstelligen Milliardenbetrag die Rede. Geschätzt ein Drittel der Summe wird das Bundesland Brandenburg beisteuern.

Bemerkenswert ist, dass Tesla überhaupt den Zuschlag für eine IPCEI-Förderung bekommt. Das Programm war 2014 ursprünglich mit dem Ziel ins Leben gerufen worden, „die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu erhöhen“ und „den verzerrenden Aktivitäten anderer Regionen der Welt in diesem Technologiebereich zu begegnen“. Ziel des Programms sei ein funktionierendes, europäisches Ökosystem für die Batterieinnovation und -produktion, heißt es in diversen Verlautbarungen. Bundeswirtschaftsminiter Peter Altmaier hatte vergangene Woche von einem „Musterbeispiel für vorausschauende Industriepolitik“ gesprochen.

Das legt den Schluss nahe, dass vor allem deutsche und europäische Unternehmen im Wettbewerb mit China und den USA gestärkt werden sollen, um bei einer Schlüsseltechnologie der Zukunft wie Batteriezellen nicht von diesen beiden Großmächten abhängig zu sein. Nun bekommt ausgerechnet der wohl größte Konkurrent der deutschen und europäischen Autobauer den Zuschlag für die Förderung. Ein Unternehmen, gegen das BMW, Volkswagen und Daimler eigentlich gerüstet werden sollten.

Doch Altmaier hat offenbar eher Europa im Blick. „Der Vorsprung der asiatischen Hersteller ist groß und gewaltig“, sagte er. Doch mit den neu genehmigten Projekten seien die Chancen gut, künftig 30 Prozent der weltweiten Batteriezellen-Produktion in Europa zu haben. Durch die drei Milliarden des Bundes würden hierzulande Investitionen von über 13 Milliarden Euro angestoßen. Zusammen mit Firmen, die an Zellgehäusen, Material für Kathoden und Annoden sowie Recyclingkonzepten arbeiten, entstehe in den kommenden Jahren ein „Batterie-Ökosystem mit mehr als 10 000 Arbeitsplätzen“.

Bislang produzieren ausschließlich asiatische Unternehmen die Batteriezellen für das elektromobile Zeitalter. Für jeweils zweistellige Milliardenbeträge haben sich etwa VW, Daimler und BMW Zellen von südkoreanischen und chinesischen Herstellern bis Mitte des Jahrzehnts gesichert. Danach aber ist vieles offen. Es gibt Szenarien, wonach die Konzerne das Angebot knapp halten und die Preise diktieren könnten. In der Folge würden 2025 allein in Europa bis zu 100 Gigawattstunden fehlen. Das entspricht der Kapazität für zwei Millionen E-Autos der Mittelklasse. Mit viel Geld versucht die Politik daher, europäische Produktionsstätten bis 2025 aufzubauen und eine geschlossene Wertschöpfungskette für die Autoindustrie zu schaffen.

Tesla, BMW und Porsche sind die einzigen Autohersteller, die hierzulande IPCEI-Mittel erhalten. BMW bekommt Geld für die Verbesserung der Lithium-Ionen-Technologie sowie die Beteiligung an der Entwicklung von Festkörperbatterien. Porsche will mit Customcells in Tübingen Hochleistungszellen mit hoher Energiedichte und kurzer Ladezeit entwickeln und produzieren. In Salzgitter baut VW mit Northvolt aus Schweden eine Zellenfabrik, die ab 2024 Akkus für bis zu 500 000 Pkw im Jahr produzieren soll.

Quelle: businnessinsider.de / Tagesspiegel

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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