Stellantis will Seltene Erden aus den USA beziehen

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

Der Autokonzern Stellantis und das Rohstoffunternehmen NioCorp Developments aus den USA haben ein Eckpunktepapier zur Abnahme von Seltenen Erden unterzeichnet. Ziel ist der Abschluss einer endgültigen Vereinbarung über die Lieferung von Seltenen Erden, um Stellantis‘ Vorhaben zu unterstützen, widerstandsfähige Lieferketten aufzubauen und bis 2038 über alle 14 Automarken des Konzerns hinweg Netto-Null-CO2-Emissionen zu erreichen. Zudem soll NioCorp auf dem Weg zur kommerziellen Produktion von magnetischen Seltenerdoxiden in den USA unterstützt werden.

Das vor wenigen Tagen unterzeichnete Eckpunktepapier sieht eine endgültige Vereinbarung über einen 10-Jahres-Abnahmevertrag für bestimmte Mengen an Neodym-Praseodym-Oxid, Dysprosium-Oxid und Terbium-Oxid vor, die NioCorp in seinem „Elk Creek Critical Minerals“-Projekt im Südosten Nebraskas in den USA vorbehaltlich einer angemessenen Projektfinanzierung produzieren möchte. Die endgültigen Mengen sollen in einer definitiven Vereinbarung festgelegt werden.

Stellantis will die Branche mit dem Bekenntnis anführen, bis 2038 Netto-Null-CO2-Emissionen, zu erreichen − ein Ziel, das Innovation und ein komplettes Umdenken in unserer Strategie der Rohstoffbeschaffung erfordert“, sagt Maxime Picat, Chief Purchasing und Supply Chain Officer bei Stellantis. „Durch die Zusammenarbeit mit Partnern wie NioCorp machen wir wichtige Schritte mit dem Ziel, die Mobilität zu dekarbonisieren und die strategische Versorgung mit Rohstoffen sicherzustellen, die für den Erfolg der globalen Elektrifizierungsziele des Unternehmens erforderlich sind – so, wie wir es in unserem Plan Dare Forward 2030 angekündigt haben.“

Wir freuen uns sehr, bekannt geben zu können, dass NioCorp und Stellantis vereinbart haben, die Lieferkette von Stellantis für magnetische Seltenerdenmetalle gemeinsam weiterzuentwickeln. Hierzu gehört auch die Unterstützung bei der Suche nach einem Hersteller von gesinterten Seltenerd-Permanentmagneten, der Stellantis zusätzliche geografische Optionen bietet, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, bis 2038 CO2-neutral zu werden“, so Mark Smith, Executive Chairman und CEO von NioCorp. „Die Positionierung von NioCorp als potenzieller US-Lieferant von mehreren knappen Mineralien, die für die Elektrifizierung von Fahrzeugen benötigt werden, bietet Stellantis eine wichtige Option zur Sicherung der Lieferketten und zur Förderung der Wachstumsziele.

Für die Seltene-Erden-Ressourcen, die das Elk Creek-Projekt umfasst, wurde allerdings noch keine wirtschaftliche Analyse durchgeführt. Daher seien weitere Studien erforderlich, bevor festgestellt werden kann, ob der Abbau von Seltenen Erden unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren gerechtfertigt und wirtschaftlich tragfähig ist.

Der Abschluss eines verbindlichen Abnahmevertrags unterliegt dem zufriedenstellenden Abschluss der Due-Diligence-Prüfung, der Aushandlung und Festlegung der endgültigen Bedingungen, der Aushandlung der endgültigen Dokumentation und den üblichen Abschlussbedingungen, einschließlich der behördlichen Genehmigungen. Es kann Stellantis zufolge also noch nicht garantiert werden, dass ein verbindlicher Vertrag zu den hier beschriebenen Bedingungen, wenn überhaupt, abgeschlossen wird.

Quelle: Stellantis – Pressemitteilung vom 06.07.2023

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Michael Neißendorfer

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Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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