Solarky Sun V: Solar-E-Auto für rund 8000 Euro fährt bereits

Solarky Sun V: Solar-E-Auto für rund 8000 Euro fährt bereits
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Solarsky

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Solarautos haben bislang vor allem große Versprechen produziert, serienreife Autos gab es indes kaum. Der chinesische Hersteller Solarky versucht es nun einige Nummern kleiner als bislang Gescheiterte, und das macht es möglicherweise gerade deshalb realistischer. Der nur 3,15 Meter lange Sun V ist bereits in ersten Ländern erhältlich und soll mithilfe eines ausfahrbaren Solardachs im besten Fall einen Großteil seiner Alltagsenergie selbst erzeugen.

Der viersitzige Kleinstwagen kam Ende 2025 in Thailand auf den Markt, berichtet das Portal Netzwelt. Inzwischen wird er auch in Tansania angeboten und in Indonesien in Zusammenarbeit mit dem dortigen Hersteller Mobil Anak Bangsa unter der Marke MAB vertrieben. Der Preis liegt je nach Markt umgerechnet bei etwa 8000 Euro. Solarky konzentriert sich nach eigenen Angaben zunächst auf Südostasien und Afrika. Ob der Sun V später auch nach Europa kommt, ist noch offen.

Angetrieben wird das nur rund 660 Kilogramm leichte Elektroauto von einem 15 kW (20 PS) „starken“ Elektromotor an der Hinterachse. Das maximale Drehmoment beträgt 85 Nm, die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h. Damit ist der Sun V eindeutig als einfaches Stadt- und Nahpendlerauto positioniert, nicht als vollwertiges Langstreckenfahrzeug.

Solarfläche lässt sich beim Parken verdoppeln

Die 10,2 kWh große LFP-Batterie soll nach dem inzwischen überholten und wenig realitätsnahen NEDC-Verfahren eine Reichweite von 151 Kilometern ermöglichen. Netzwelt hält im Alltag eher 90 bis 100 Kilometer für realistisch. Für kurze Arbeitswege, Einkaufsfahrten und andere innerstädtische Anwendungen sollte das dennoch ausreichen.

Die Besonderheit befindet sich auf dem Dach. Während der Fahrt ist dort eine 1,6 Quadratmeter große Photovoltaikfläche untergebracht. Im Stand lassen sich zusätzliche Module seitlich ausfahren, wodurch sich die aktive Fläche auf 3,2 Quadratmeter verdoppelt.

Unter idealen Bedingungen soll die Anlage bis zu 300 Watt Peak leisten und täglich Strom für zusätzliche 50 bis 55 Kilometer erzeugen. Diese Herstellerangabe dürfte allerdings nur bei intensiver und langer Sonneneinstrahlung erreichbar sein. In Deutschland wären die Erträge insbesondere im Winter deutlich geringer. Das Solardach ersetzt daher nicht grundsätzlich den Anschluss an eine Steckdose, kann den externen Strombedarf bei kurzen täglichen Fahrleistungen aber senken.

Der Sun V unterscheidet sich grundlegend von früheren Solarauto-Projekten. Der niederländische Hersteller Lightyear setzte beim aerodynamisch aufwendigen Lightyear 0 auf maximale Effizienz, verlangte dafür aber etwa 250.000 Euro. Die Produktion wurde Anfang 2023 nach nur wenigen Fahrzeugen gestoppt, die zuständige Betriebsgesellschaft wurde insolvent. Inzwischen konzentriert sich Lightyear vor allem auf Solarmodule und Ladesysteme für Fahrzeuge anderer Hersteller.

Bescheidenheit als Stärke?

Auch Sono Motors musste sein lange angekündigtes Solarauto Sion im Februar 2023 einstellen. Trotz mehr als 45.000 Reservierungen ließ sich die kapitalintensive Fahrzeugentwicklung nicht ausreichend finanzieren. Das Unternehmen richtete sein Geschäft anschließend auf die Integration von Solartechnik in Busse, Nutzfahrzeuge und Fahrzeuge anderer Hersteller aus.

Der Sun V muss allerdings noch beweisen, ob er über kleine Stückzahlen hinaus erfolgreich produziert werden kann. Auch Qualität, Sicherheit und Dauerhaltbarkeit lassen sich bisher kaum beurteilen. Eine Zulassung in Europa dürfte wegen der deutlich höheren Anforderungen ebenfalls schwierig werden. Doch Solarky verfolgt einen plausibleren Ansatz als viele Vorgänger: Statt ein technisch perfektes Solarauto für alle Einsatzbereiche bauen zu wollen, kombiniert das Unternehmen einen kleinen Akku, niedriges Gewicht und überschaubare Fahrleistungen mit möglichst viel Solarfläche. Die größte Stärke des Sun V könnte daher tatsächlich seine Bescheidenheit sein.

Quelle: Netzwelt – Kompakt, clever und nachhaltig: E-Auto für 8.000 Euro tankt Gratis-Strom über Solardach;solarkycar.com ; solarkycar.com

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Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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