So plant BMW seine internationale E-Auto Zukunft

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Hannes Dollinger
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  —  Lesedauer 3 min

Der Autohersteller BMW hat sich noch einmal klar zur Zukunft der Elektromobilität bekannt: Während andere Hersteller von E-Autos zuletzt Stellen streichen wollten, kündigt der deutsche Autobauer vor allem in den USA und Mexiko große Investitionen an.

Im Jahr 2025 soll das erste Elektroauto von BMW auf Basis der Neue Klasse-Plattform vorgestellt werden. Der Präsentation der Studie iVision Dee auf der CES in Las Vegas im Januar nach zu urteilen soll es sich dabei um ein Mittelklassefahrzeug mit vier Türen handeln. Die ersten E-Autos mit der Neue Klasse-Plattform werden dann im ungarischen Werk Debrecen vom Band laufen. Später dann auch im Stammwerk in München. International baut BMW ebenfalls Kapazitäten für Elektroautos auf. BMW-Produktionsvorstand Milan Nedeljković kündigte kürzlich Investitionen in Mexiko in Höhe von 800 Millionen Euro an.

Eine Besonderheit der Neuen KlassePlattform ist die Integration der Hochvoltbatterie direkt in die Fahrzeugstruktur. Im mexikanischen Werk San Luis Potosi soll unter anderem zukünftig die Batterien hierfür produziert werden. Alleine für die moderne Batterieproduktion in Mexiko sollen 500 Millionen Euro investiert werden und 500 neue Arbeitsplätze entstehen. BMW setzt zukünftig auf neue, runde Lithium-Ionen-Batteriezellen, die speziell für die BMW eDrive Technologie der sechsten Generation entwickelt wurden. Mit den neuen Batterien soll die Energiedichte um mehr als 20 Prozent gesteigert werden. Auch Ladegeschwindigkeit und Reichweite sollen deutlich steigen. BMW betont zudem, dass künftig alle Produktionsstandorte im Hinblick auf die Einsparung von CO2 optimiert werden. In Mexiko werde unter anderem das Wasser aus der Lackiererei aufbereitet und wiederverwendet. Das Werk in San Luis Potosi betreibt zudem eine 70.000 Quadratmeter große Solaranlage.

Auch in den USA wird weiter investiert. BMW hat kürzlich Investitionen in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar für den Ausbau des Produktionsstandorts Spartanburg in den USA angekündigt. Darin enthalten sind eine Milliarde US-Dollar für die Vorbereitung der Produktion von Elektrofahrzeugen im US-Werk und 700 Millionen US-Dollar für den Bau eines neuen Montagezentrums für Hochvoltbatterien. Bis 2030 will BMW mindestens sechs vollelektrische Modelle in den USA produzieren.

Zuletzt stieg der Druck auf die Hersteller von Elektroautos aufgrund schwacher Wirtschaftszahlen vor allem in den USA. Tesla und Ford kündigten teilweise massive Preisnachlässe für ihre Elektromodelle an. Vor allem Startups wie Rivian und Lucid reagierten mit massivem Stellenabbau. BMW bekräftigt mit seinen Investitionen nicht nur sein Bekenntnis zur Zukunft der Elektromobilität. Der deutsche Autobauer, dem lange vorgeworfen wurde, die Elektrifizierung verschlafen zu haben, nutzt die aktuell angespannte Situation auf dem US-Markt, um zu zeigen, dass er Tesla und Co. langfristig Paroli bieten will und kann. Ab 2025 wird die Neue Klasse-Plattform beweisen müssen, ob die Elektroautos von BMW in Sachen Preis und Leistung der Konkurrenz auch wirklich voraus sind.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 03.02.2023

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Hannes Dollinger

Hannes Dollinger

Hannes Dollinger schreibt seit Februar 2023 für Elektroauto-News.net. Profitiert hierbei von seinen eigenen Erfahrungen aus der Welt der Elektromobilität.

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Frank Hildebrandt:

Wenn ich bei BMW von Neuheiten lese, schaue ich aufs Datum der Ankündigung und fühle immer eine Decade versetzt.
Akku Technologie/Plattform mit Batterie Integration/ Runde Zellen…
Design unterirdisch…
Welche Käuferschicht soll den in Zukunft erreicht werden…Möchte mir dieses Käuferprofil nicht vorstellen…aber vermutlich liegt genau darin der Fehler des Markenvorstandes, es gibt diese Käufer nicht. Beruhigend für mich für BMW die Fahrt ins Borgward Land.

titan:

BMW plant und verspricht und labert und baut doch weiterhin PANZER a la X5,6,7,8,9 usw.! Dabei hatte der Hersteller schon einmal ein zukunftsfähiges Produkt, den i3 und auch den i8 im oberen Segment, aber leider passten die halt nicht ins Dienstwagen-Subventions-Chaos der Regierung, getrieben durch u.a. BMW Lobbyisten! Das Ganze ist ein riesen Versagen der Industrie und der Politik am Nasenring des VDA

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