So finden Elektroauto-Fahrer das passende Ladekabel

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

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Wer sich ein Elektroauto zulegt, wird ziemlich schnell mit dem Thema Ladekabel konfrontiert. Die Vielzahl der Kabel und Stecker mag für Manche zunächst kompliziert klingen, aber wir können Entwarnung geben: Der Großteil der Ladevorgänge wird mit großer Wahrscheinlichkeit mit maximal zwei verschiedenen Kabelarten stattfinden (Kleiner Tipp vorweg: Typ 2 sowie CCS). Außerdem hat sich ein ganz bestimmtes Kabel in Europa flächendeckend als Standard etabliert.

Wichtig ist zunächst die Unterscheidung zwischen Ladekabel und Ladestecker, welche fälschlicherweise oft synonym verwendet werden. Beim Kabel differenziert man über die Art, wie das Elektroauto mit der Stromquelle kommuniziert, nach Mode 2 und Mode 3. Bei Mode 2 regelt ein im Kabel fest verbautes Steuergerät den Datenaustausch zwischen E-Auto und Stromquelle. Bei Mode 3 dient das Kabel lediglich als Kabel im klassischen Sinne und übertragt lediglich Energie und Daten zwischen E-Auto und Wallbox bzw. Ladestation.

Mode 2 Kabel fürs Laden an der Schuko-Steckdose

Mode 2 Kabel kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn ein Elektroauto an einer herkömmlichen, „unintelligenten“ Haushaltssteckdose geladen werden soll. Die im Kabel verbaute, „intelligente“ Steuerbox – genannt ICCB für In-Cable Control Box – übernimmt hierbei die Kommunikation zwischen Auto und Stromanschluss. Einige Autohersteller liefern so ein Kabel bereits werksseitig mit, allerdings gilt es unter E-Auto-Fahrern eher als Notladekabel. Zum einen, da sich mit ihm nur mit begrenzter Leistung (bis zu 2,3 kW) Strom laden lässt. Zum anderen, da eine für den hohen Dauerstrom nicht ausgelegte Schuko-Steckdose beim Laden Schaden nehmen und durchschmoren kann.

Mode 3 Kabel für den Einsatz an Wallboxen oder öffentlichen Ladestationen

Beim „unintelligenten“ Mode 3 Kabel erübrigt sich die Steuerbox am Kabel, da die Kommunikation direkt zwischen E-Auto und der „intelligenten“ Ladestation stattfindet, sei es eine fest installierte Wallbox oder eine öffentliche Ladestation. Außerdem erlaubt dieses Kabel deutlich mehr Leistung, so dass das E-Auto wesentlich schneller geladen werden kann. Das Mode 3 Kabel ist in Europa das Standardkabel überhaupt. Wichtig ist nur, dass das Kabel an seinen beiden Enden auch den richtigen Stecker verbaut hat. Und, dass es ausreichend lang ist. Im Alltag hat es sich bewährt, ein Kabel zu nehmen, welches etwas länger als das Fahrzeug selbst ist.

Typ 2 Stecker, der Alleskönner in Europa

Als Stecker-Standard hat sich in Europa der Typ 2 durchgesetzt. Mit ihm können E-Auto-Fahrer an annähernd jeder öffentlichen Ladestation Strom beziehen, zudem sind Wallboxen für den Heimgebrauch aller gängigen Hersteller mit einem Typ 2 Anschluss ausgestattet. Auch die meisten Automodelle haben Fahrzeugseitig einen Typ 2 Anschluss verbaut. Mit einem Kabel Typ 2 auf Typ 2 sind also die meisten E-Auto-Fahrer bestens ausgerüstet. Im privaten Bereich sind mit diesem Kabel Ladeleistungen bis 22 kW gängig, während an öffentlichen Ladesäulen Ladeleistungen bis zu 43 kW möglich sind.

Typ 1 aus Asien immer noch auch in Europa zu finden

Der Steckertyp 1 ist vor allem noch ein Relikt aus Zeiten, bevor sich Europa auf Typ 2 als Standard festgelegt hat. Doch einige E-Auto-Modelle aus Asien und den USA, wo der Typ 1 der Standard ist, haben fahrzeugseitig immer noch einen Typ 1 Anschluss verbaut, selbst wenn einige Hersteller langsam umschwenken. Damit auch diese Elektroautos mit einem Typ 1 Anschluss an europäischer Ladeinfrastruktur problemlos laden können, wählen Fahrer eines solchen Fahrzeugs einfach ein Kabel, welches mit beiden Steckern ausgestattet ist: Typ 1 auf der einen Seite fürs Auto und Typ 2 am anderen Ende für die Verbindung mit der Wallbox oder der Ladestation.

Elektroauto-Steckertypen

Fürs Schnellladen ist kein eigenes Kabel notwendig

Beim Schnellladen an einer öffentlichen Ladestation per Gleichstrom (DC) mit deutlich mehr als 100 kW brauchen sich E-Auto-Fahrer keine Gedanken über das passende Kabel machen – es ist aus Sicherheitsgründen fest mit der Ladestation verbaut. Allerdings gibt es auch hier steckerseitige Unterschiede: In Europa hat sich der Combo 2 Stecker durchgesetzt, auch CCS-Stecker genannt (für Combined Charging System), bei dem der Typ 2 Stecker an der Unterseite um zwei zusätzliche Gleichstrom-Steckerpole ergänzt wurde. Standardmäßig ist bei fast allen E-Auto-Modellen ein CCS-Anschluss ab Werk vorhanden.

Einige Autohersteller aus Japan wie etwa Nissan und Mitsubishi allerdings verbauen fürs Schnellladen immer noch den in ihrem Heimatland entwickelten CHAdeMO-Stecker in ihren Fahrzeugen, für die es in Europa im Vergleich zu CCS nur wenige Ladepunkte gibt. Da der Mehraufwand zur Umsetzung einer mit beiden Standards ausgestatteten Gleichstromladesäule aber eher gering ausfällt, findet man an Ladestationen oft sogenannte Triple-Charger vor. Diese sind mit drei Kabeln und jeweils verschiedenen Steckern ausgestattet: Typ 2, CCS sowie CHAdeMO.

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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