Slate hat eine Finanzierungsrunde mit Investitionen von 650 Millionen US-Dollar beendet, umgerechnet über 550 Millionen Euro. Damit konnte das Elektroauto-Startup aus den USA nochmal frisches Geld einsammeln kurz vor der Markteinführung seines Elektro-Pickups bis Jahresende. Dieser soll im Preissegment zwischen umgerechnet 20.000 und 30.000 Euro liegen.
Die Finanzierungsrunde der Serie C wurde von TWG Global unter der Leitung von Mark Walter sowie dem Finanzier Thomas Tull angeführt. TWG investierte erstmals 2024 in Slate. Zu den Investoren gehören außerdem Amazon-Gründer Jeffrey Bezos sowie die Risikokapitalfirmen General Catalyst Partners und Slauson & Co. Im Januar 2025 wurde die Unternehmensbewertung von Slate auf 1,2 Milliarden Dollar geschätzt.
Im vergangenen Herbst wurde eine staatliche Subvention in den USA gestrichen, die mit einer Steuergutschrift von umgerechnet knapp 6500 Euro den Kauf von Elektroautos gefördert hat. Im Anschluss daran haben viele Autohersteller im Bereich der Elektromobilität in den USA an Boden verloren. Sogar etabliertere Hersteller wie Rivian oder Lucid hatten Schwierigkeiten, Gewinne zu erzielen. Trotzdem war es Slate nun möglich, diese Finanzierungsrunde erfolgreich zu beenden.
Mit einem Zweisitzer-Pickup in einfacher Ausstattung will Slate die Nachfrage nach erschwinglichen Elektroautos bedienen. Der geplante E-Pickup soll eine maximale elektrische Reichweite zwischen 240 und 390 Kilometern erreichen und verzichtet in der Basisversion auf Features wie elektrische Fensterheber oder ein Audio- und Infotainmentsystem. Zubehör soll nachrüstbar sein. Zur Produktion wird derzeit für 400 Millionen Dollar eine stillgelegte Druckerei in Indiana umgebaut. Der Bestellbeginn des Pickups ist für Juni geplant, dann will das Unternehmen auch den genauen Verkaufspreis bekanntgeben. Nach Angaben des Unternehmens haben bereits mehr als 160.000 Menschen eine rückerstattbare Anzahlung in Höhe von 50 Dollar geleistet.
Slate wurde 2022 gegründet und soll zeigen, dass die Rationalisierung von Fertigungsprozessen und die Übertragung der Individualisierung an die Verbraucher ein erschwingliches, in den USA hergestelltes Fahrzeug hervorbringen kann. Dieses Konzept wird mit dem nachrüstbaren Pickup umgesetzt.
Im vergangenen Monat ernannte das in Michigan ansässige Startup einen neuen Geschäftsführer: Peter Faricy. Faricy war zuvor bei Amazon und SunPower tätig und leitet das Startup nun als CEO. Er trat die Nachfolge von Chris Barman an, einem ehemaligen Ingenieur bei Fiat Chrysler. Auch Barman wird bei Slate weiterhin an der Markteinführung des Fahrzeugs arbeiten.
Quelle: Automotive News – Bezos-backed EV startup Slate Auto raises $650 million ahead of pickup launch









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