Die tschechische VW-Marke Škoda denkt inzwischen offenbar deutlich konkreter über einen elektrischen Fabia nach. Zwar ist ein entsprechendes Modell noch nicht beschlossen, Markenchef Klaus Zellmer macht aber klar, dass der tschechische Automobilhersteller langfristig auch batterieelektrisch einen günstigen Einstieg in die Marke benötigt. Wie auto motor und sport unter Berufung auf ein Gespräch Zellmers mit Autocar berichtet, dürfte damit ein Fabia Elektro langfristig kaum „zu vermeiden“ sein.
Der heutige Fabia mit Verbrennungsmotor soll Škoda allerdings noch einige Jahre erhalten bleiben. Gemeinsam mit Scala und Kamiq soll er bis in die 2030er-Jahre hinein produziert werden. „Irgendwann werden sie auslaufen, und natürlich brauchen wir Ersatz für sie – etwa eine batterieelektrische Version des Fabia“, erklärte Zellmer.
Škoda hatte einen besonders günstigen elektrischen Kleinwagen bislang eher zurückhaltend beurteilt. Noch 2025 hatte Zellmer einen Elektro-Škoda für rund 20.000 Euro als wirtschaftlich kaum darstellbar bezeichnet. Innerhalb des Volkswagen-Konzerns sollte zunächst Volkswagen selbst mit einem Serienmodell auf Basis des ID. Every1 dieses Preisfeld besetzen.
Fabia Elektro müsste deutlich günstiger als der Epiq werden
Genau hier liegt weiterhin die Herausforderung. Der aktuelle Fabia startet in Deutschland bei 20.190 Euro. Škodas bislang günstigstes neues Elektroauto, der Epiq, ist dagegen in seiner für später vorgesehenen Basisversion Epiq 35 ab 25.900 Euro angekündigt. Ein elektrischer Fabia müsste sich sinnvollerweise darunter positionieren, wenn er tatsächlich die Rolle des Einstiegsmodells übernehmen soll.
Wie niedrig der Preis sein müsste, ist bei Škoda allerdings noch offen. Zellmer stellt selbst die Frage, ob ein entsprechendes Auto „deutlich unter 20.000 Euro oder etwas darüber“ liegen müsse. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Entscheidend sei aber, dass Škoda die unterste Stufe seiner Modellpalette nicht aus den Augen verliere. Der Markenchef vergleicht das Portfolio mit einer Treppe: Wird die erste Stufe zu hoch, fällt es neuen Kunden schwer, überhaupt in die Marke einzusteigen. Deshalb müsse Škoda langfristig „eine batterieelektrische Version des Fabia finden“.
Vorreiterrolle von VW könnte wanken
Technisch könnte dafür perspektivisch jene verkürzte Elektroplattform interessant werden, auf der Volkswagen sein besonders günstiges Einstiegsmodell auf Basis des ID. Every1 realisieren will. Škoda hatte sich aus diesem Projekt zunächst bewusst herausgehalten, weil Volkswagen innerhalb des Konzerns dieses Segment übernehmen sollte. Ob diese Arbeitsteilung dauerhaft bestehen bleibt, ist nun offenbar weniger eindeutig.
Ein kleines Elektroauto in der Größe des Fabia steht damit zwar noch nicht unmittelbar vor dem Marktstart. Die Richtung scheint aber klarer als bislang: Wenn Fabia, Scala und Kamiq mit Verbrennungsmotor irgendwann auslaufen, will Škoda den günstigen Einstieg in die eigene Modellwelt nicht einfach aufgeben. Doch wie günstig dieser Einstieg werden wird, ist bislang noch unklar.
Quelle: Auto Motor und Sport – Ringen um niedrigen Einstiegspreis








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