Seat-Cupra öffnet Anlage für Kreislaufwirtschaft in Barcelona

Seat-Cupra öffnet Anlage für Kreislaufwirtschaft in Barcelona
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Seat/Cupra

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Das spanische Markenduo Seat und Cupra stärkt sein Engagement für Umwelt- und Ressourcenschutz mit der Eröffnung seines neuen Circular Economy Hub. Die neue Kreislaufwirtschaftsanlage in der Zona Franca von Barcelona ist Teil des laufenden Transformationsprozesses des VW-Tochterunternehmens. Dafür wurden bestehende Anlagen so weiterentwickelt, um ein Fahrzeugdemontagezentrum sowie einen Hub für die Rückgewinnung und das Recycling von Teilen und Komponenten zu schaffen.

„Die Dekarbonisierung und die Reduzierung des Rohstoffverbrauchs zählen zu den größten Herausforderungen der Automobilindustrie. Seat und Cupra wollen hier eine Vorreiterrolle einnehmen und die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick nehmen“, sagt Markus Haupt, CEO von Seat und Cupra. „Mit dem Circular Economy Hub kommen wir diesem Anspruch einen entscheidenden Schritt näher: Wir gewinnen Materialien und Fahrzeugkomponenten zurück und geben ihnen ein zweites Leben.“

Für den Umbau der ehemaligen Werkstatt 7 in der Zona Franca haben Seat und Cupra insgesamt 4,85 Millionen Euro investiert. Dafür erhielt das Projekt Fördermittel in Höhe von gut 1,3 Millionen Euro aus dem Perte-Programm für Kreislaufwirtschaft der spanischen Regierung. Der Circular Economy Hub hat seinen Betrieb bereits aufgenommen und konzentriert sich zunächst auf die Demontage sowie die Rückgewinnung von Teilen aus Vorserienfahrzeugen von Seat und Cupra.

Die gewonnenen Komponenten und Materialien können in neuen Fahrzeugen wiederverwendet, recycelt oder von externen Partnern für den Wiederverkauf aufbereitet werden. So entstehen kostengünstigere Lösungen mit geringerer Umweltbelastung. Perspektivisch ist geplant, den Hub um weitere Initiativen der Kreislaufwirtschaft zu erweitern.

Mit dem Circular Economy Hub stärken Seat und Cupra die Kreislaufwirtschaft als zentrale Säule ihrer Nachhaltigkeitsstrategie. Auf Produktebene setzt das Unternehmen verstärkt auf recycelte und erneuerbare Materialien – etwa Seaqual Yarn, das aus wiederverwertetem Meeresplastik hergestellt wird, oder die Mikrofaser Dinamica, die zu 73 Prozent aus recyceltem Polyester besteht und in einem wasserbasierten Verfahren produziert wird.

Auch in der Produktion verfolgen Seat und Cupra das Ziel, Abfälle durch Wiederverwendung, Recycling und Rückführung zu verringern. Für 2025 hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, die Menge der während der Produktionsprozesse an Entsorgungsanlagen gelieferten Abfälle im Vergleich zu 2010 um 60 Prozent gesenkt zu haben. Dies ist ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zur Abfallfreiheit bis 2050 – im Einklang mit der Kreislaufwirtschaftsstrategie „Reduce & Grow“ des Volkswagen-Konzerns und als Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie „Regenerate+“. Darüber hinaus engagieren sich Seat und Cupra in Forschungsprojekten zur Rückgewinnung von Komponenten sowie zum Recycling von Batterien am Ende des Produktlebenszyklus.

Seat/Cupra

Neben der Ressourcenschonung treibt das Unternehmen auch die Dekarbonisierung der Automobilindustrie voran. Seit 2010 konnten die CO2-Emissionen der Werke um 75 Prozent verringert werden. Seat und Cupra streben an, ihre Produktionsstandorte bis 2040 CO2-neutral zu betreiben und bis 2050 ein vollständig CO2-neutrales Unternehmen zu werden – im Einklang mit den Zielen des Volkswagen Konzerns und der Initiative „Zero Impact Factory“.

Der Circular Economy Hub unterstreicht zugleich das Engagement von Seat und Cupra für den Wirtschafts- und Industriestandort Barcelona. Bereits 2024 unterzeichneten das Unternehmen und der Stadtrat von Barcelona eine Vereinbarung zur gemeinsamen Förderung von Innovation und Kreislaufwirtschaft. Mit der Umsetzung des Circular Economy Hub wird diese Zusammenarbeit nun konkret.

Quelle: Seat – Pressemitteilung vom 16.12.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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