Rundzellen: Auch General Motors will künftig darauf setzen

Rundzellen: Auch General Motors will künftig darauf setzen
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Chevrolet

Iris Martinz
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  —  Lesedauer 2 min

Tesla verwendet sie, BMW ebenso. Die Rede ist von Rundzellen, die sich in den Batteriepacks der Elektroautos immer mehr zum neuen Standard entwickeln. Nun will auch General Motors diese Zellen in seinen Batterien verbauen, statt der bisherigen Pouch-Zellen, die aktuell von LG Energy Solution geliefert werden. Weitere Hersteller überlegen noch.

Elektroautos des US-amerikanischen Autoherstellers General Motors – beispielsweise der US-Bestseller Chevrolet Bolt – werden bisher mit Batterien ausgestattet, die auf Modulen aus Pouch-Zellen basieren. Das sind rechteckige, dünne Zellen, die kein Gehäuse haben und damit sehr dicht verbaut werden können. Wegen der gehäuselosen Bauweise sind sie jedoch deutlich weniger gegen Einwirkungen von außen geschützt. Geliefert werden diese Zellen von der koreanischen LG Energy Solution. Dort ist man über einen möglichen Umstieg auf Rundzellen weniger erfreut: über die geplante Errichtung der vierten Batteriefabrik unter dem gemeinsamen Joint Venture Ultium Cells wird wohl nochmal verhandelt werden.

General Motors will jedenfalls zukünftige E-Plattformen mit Rundzellen bestücken, vorzugsweise mit 4680-Zellen, die auch Tesla im Model Y verbaut. Der Grund liegt möglicherweise in den Produktionsvorteilen, die Rundzellen aufweisen. In den Rundzellen werden Kathode, Anode und Separator einfach aufgerollt. Andererseits wird General Motors dann Einbußen in der Energiedichte hinnehmen müssen, denn Rundzellen können nicht so kompakt zusammengefügt werden wie prismatische oder Pouch-Zellen – es verbleibt zwischen den Rundzellen immer ein Abstand. Auch die größere Länge (80 Millimeter) und Dicke (46 Millimeter) wird daran nur wenig ändern können.

Damit besinnen sich Batteriehersteller immer mehr auf ihre Wurzeln zurück. Die Rundzelle war das erste Modell, das in Elektroautos verbaut wurde – beispielsweise im legendären Tesla Roadster. Pionier unter den fahrzeugfähigen Rundzellen war die A123, gebaut von der amerikanischen A123 Systems Inc., die nach der Insolvenz 2012 vom chinesischen Hersteller Wanxiang übernommen wurde. Die Zelle war eine Entwicklung des Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Das Revivial der Rundzelle scheint nicht aufzuhalten zu sein. Auch Autohersteller wie Volvo, die Stellantis-Gruppe und Porsche überlegen ebenfalls einen Umstieg.

Quelle: thelec.net – General Motors considering using cylinder batteries over pouch for EVs

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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