Rolls-Royce setzt auf maßgeschneiderte E-Autos

Rolls-Royce setzt auf maßgeschneiderte E-Autos
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Sebastian Henßler
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Rolls-Royce hat sich fest dazu entschlossen, bis 2030 eine vollständig elektrische Modellpalette anzubieten. Der Traditionshersteller will ab 2031 keine neuen Autos mit Verbrennungsmotoren mehr produzieren. Diese Entscheidung basiert auf den zunehmend strengeren Emissionsvorgaben in Europa und Asien sowie den wachsenden Anforderungen von Kunden, die Wert auf Nachhaltigkeit legen. Chris Brownridge, der neue CEO von Rolls-Royce, sieht darin den logischen Schritt in die Zukunft. Gleichzeitig betont er, dass der typische Charakter der Autos, insbesondere das sanfte Fahrerlebnis und die mühelose Leistungsentfaltung, dabei nicht verloren gehen darf, wie Automotive News berichtet.

Hybridantriebe kommen für Rolls-Royce nicht in Frage, da sie nicht die besonderen Fahreigenschaften bieten können, die Kunden erwarten. Die Marke bleibt daher bei ihrem Plan, direkt auf Elektroantriebe umzustellen. Dieser Ansatz scheint sich auszuzahlen: Die Nachfrage nach dem ersten vollelektrischen Modell, dem Rolls-Royce Spectre, ist vielversprechend. In den USA beträgt die Wartezeit für den Spectre aktuell sechs bis zwölf Monate, abhängig von der Individualisierung des Fahrzeugs. Kund:innen seien von der Kombination aus luxuriösem Komfort und moderner Elektromobilität begeistert.

Mehr als 75 Prozent aller Rolls-Royce Spectre-Bestellungen sind Sonderanfertigungen

Ferner profitiert das Unternehmen stark von der Nachfrage nach individualisierten Modellen. Etwa 75 bis 80 Prozent der Spectre-Bestellungen beinhalten umfangreiche Sonderanfertigungen, was den durchschnittlichen Kaufpreis auf rund 550.000 US-Dollar (ca. 508.000 Euro) anhebt. Die Personalisierung von Autos ist für Rolls-Royce zu einem wichtigen strategischen Geschäftsfeld geworden. Kund:innen wünschen sich zunehmend Maßgeschneidertes, das über die Standardausstattung hinausgeht. In Nordamerika, wo Rolls-Royce einen großen Teil seiner Umsätze erzielt, machen individuelle Anpassungen etwa ein Drittel des Geschäfts aus.

Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, hat Rolls-Royce ein neues Designstudio im angesagten Meatpacking District in New York eröffnet. Das Studio ermöglicht den Kund:innen, ihre Autos vor Ort zu konfigurieren und in entspannter Atmosphäre gemeinsam mit Designern ihre Vorstellungen zu besprechen. Ein ähnliches Konzept gibt es bereits in Dubai und Shanghai. Weitere Studios sind in Planung, darunter eines in Seoul. Für Kund:innen, die nicht die Möglichkeit haben, das Hauptquartier in Goodwood zu besuchen, bringt Rolls-Royce diese Erfahrung direkt zu ihnen.

Das Studio in New York bietet auch exklusive Einblicke in zukünftige Modelle und ermöglicht detaillierte Beratungsgespräche. Kund:innen erhalten dort einen umfassenden Service, der die höchsten Ansprüche erfüllen soll. So war es etwa möglich, einen Kundenwunsch nach einer Lackierung in der Augenfarbe seines Hundes sowie einer Innenausstattung, die an das Fell des Tieres erinnert, zu realisieren. Rolls-Royce zeigt mit diesen Angeboten, dass es nicht nur um den Verkauf von Autos geht, sondern um die Erfüllung von individuellen Träumen.

Solche Spezialanfertigungen werden nicht selten zu wahren Kunstwerken auf Rädern. Ein aktuelles Beispiel ist der Spectre Lunaflair, der eine spezielle holografische Lackierung besitzt. Inspiriert von einem Mondhalo, wurde der Lack über ein Jahr hinweg entwickelt und besteht aus sieben verschiedenen Schichten, die je nach Lichtverhältnissen ihre Farbe ändern. Mit solchen Innovationen zeigt Rolls-Royce, dass das Unternehmen nicht nur in der traditionellen Autowelt, sondern auch in der Elektromobilität Maßstäbe setzen will.

Quelle: Automotive News – Rolls-Royce CEO says hybrid powertrain can’t deliver the brand’s trademark ‘waftability‘

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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