BMW: Dank E-Autos mit Rekord bei Auftragseingängen

BMW: Dank E-Autos mit Rekord bei Auftragseingängen
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Michael Neißendorfer
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Zum Marktstart ihrer Neuen Klasse fährt die BMW Group mit soliden finanziellen Kennzahlen vor: Im ersten Quartal weist der Münchner Autohersteller ein Konzernergebnis vor Steuern (EBT) von 2,35 Milliarden Euro aus, das über dem Niveau der beiden Vorquartale (Q3/Q4 2025) liegt. Mit 7,6 Prozent erreicht die Konzern-Umsatzrendite vor Steuern das Niveau des Gesamtjahres 2025 (7,7 Prozent). Der Free Cashflow des Automobilsegments übersteigt mit 777 Millionen Euro das Vorjahresquartal deutlich (+88,1 Prozent), so BMW in einer aktuellen Mitteilung.

Damit knüpft die BMW Group im Auftaktquartal an ihre Performance im vergangenen Jahr an. „Unser Ergebnis im ersten Quartal beweist erneut: Strategische Konsistenz, operative Leistungsstärke und hohe Flexibilität zahlen sich aus. Wir sind richtig aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein“, kommentiert Oliver Zipse, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG.

Auftragseingänge in Europa auf Rekordniveau

In der Vertriebsregion Europa erzielte die Marke BMW die höchsten jemals in einem Quartal erreichten Auftragseingänge. Von Januar bis März erhöhten sich die Bestelleingänge in Europa für vollelektrische Automobile um mehr als 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allein der Elektro-SUV iX3 verzeichnete seit seiner Design-Premiere im September bis Ende März bereits mehr als 50.000 Auftragseingänge.

„Die erfolgreiche Einführung des iX3 und die herausragenden Rückmeldungen zum i3 bestätigen uns darin, dass wir mit der Neuen Klasse die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Jedes zukünftige BMW Modell erhält die neuen Technologiecluster und die neue Designsprache – unabhängig von der Antriebsform. So heben wir unser Produktportfolio auf ein ganz neues Niveau“, so Zipse.

Im ersten Quartal hat die BMW Group weltweit knapp 566.000 Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert. Dies entspricht einem leichten Rückgang von -3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Marke BMW lieferte im ersten Quartal insgesamt gut 496.000 Fahrzeuge an Kunden weltweit aus (-4,6 Prozent). Jeder zehnte ausgelieferte BMW war ein BMW M Modell.

Die Marke Mini steigerte das fünfte Quartal in Folge ihren weltweiten Absatz und lieferte rund 68.500 Fahrzeuge aus, ein Zuwachs von +6,0 Prozent. Dabei erzielte die Marke Mini einen Elektroauto-Anteil von 35,1 Prozent der Gesamtauslieferungen. Die Marke Rolls-Royce lieferte im ersten Quartal 1271 Fahrzeuge an Kunden aus (-8,0 Prozent). BMW Motorrad übergab im gleichen Zeitraum 42.735 Motorräder und Scooter an Kunden (-4,2 Prozent).

Elektroauto-Nachfrage in Europa wächst

In der größten Vertriebsregion, Europa, stiegen die Automobilauslieferungen der BMW Group um 3,1 Prozent über alle Antriebsarten hinweg. Der Anteil der batterieelektrischen Fahrzeuge am Gesamtabsatz betrug in Europa 25,3 Prozent (global: 15,5 Prozent). Insgesamt ist die BMW Group zuversichtlich, die CO₂‑Ziele in der EU (27 +2) auch für 2026 zu erreichen.

In der Vertriebsregion Amerikas, die sich mit -4,0 Prozent leicht rückläufig entwickelte, kompensierten erhöhte Auslieferungen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren überwiegend die Rückgänge bei den Auslieferungen vollelektrischer BMW-Automobile. In China mit einer stark rückläufigen Marktentwicklung (-17,5 Prozent) gingen die Auslieferungen der BMW Group im Berichtszeitraum in vergleichbar geringerem Maße zurück (-10,0 Prozent).

Harter Wettbewerb in China und Währungseffekte belasten Umsatzerlöse

Konzern-Umsatzerlöse von 31 Milliarden Euro (2025: 33,8 Milliarden Euro; -8,1 Prozent; währungsbereinigt: -4,3 Prozent) machen den anhaltend intensiven Wettbewerb im Automobilgeschäft, insbesondere in China, und das leicht gesunkene Absatzvolumen sichtbar. Des Weiteren wirkten negative Währungseffekte, im Wesentlichen aus dem US-Dollar und dem chinesischen Renminbi.

Die BMW Group hat auch im ersten Quartal erfolgreich ihre Kosten nominal gesenkt, um den externen Herausforderungen zu begegnen: Niedrigere Umsatzkosten (-6,4 Prozent) sowie rückläufige Vertriebs- und Verwaltungskosten (-5,1 Prozent) im Konzern belegen dies. Wie geplant verringerte das Unternehmen nach dem Peak im Jahr 2024 die Forschungs- und Entwicklungsleistungen weiter, auf 1,76 Milliarden Euro (Q1/2025: 1,98 Milliarden Euro;-11,5 Prozent). Die Forschungs- und Entwicklungsquote (HGB) ging zurück auf 5,7 Prozent (Q1/2025: 5,9 Prozent). Wie geplant waren auch die Investitionen im ersten Quartal mit 1,72 Milliarden Euro rückläufig (Q1/2025: 2,82 Milliarden Euro; -38,9 Prozent). Die Investitionsquote betrug 2,0 Prozent (Q1/2025: 3,6 Prozent).

„Flexibilität und Umsetzungsgeschwindigkeit zählen zu den Stärken der BMW Group. Die Neue Klasse, die stringente, grundlegende Erneuerung unseres gesamten Fahrzeugportfolios innerhalb kürzester Zeit, ist der beste Beweis dafür. Die kommenden Fahrzeuginnovationen stärken unsere Position im Wettbewerb und unsere Ertragskraft“, sagte Finanzvorstand Walter Mertl. „Im wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld blicken wir stets auf die Kosten. Wir setzen an diversen Stellhebeln im Unternehmen an, und unser Kostenmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung.“

Konzern EBT trotz Zoll-Belastungen erneut deutlich über 2 Milliarden Euro

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) im Konzern betrug nach drei Monaten 2,35 Milliarden Euro (Q1/2025: 3,11 Milliarden Euro; -24,6 Prozent). Damit erzielte das Unternehmen in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld erneut mehr als 2 Milliarden Euro Ergebnisbeitrag. Die EBT-Marge im Zeitraum lag bei 7,6 Prozent (Q1/2025: 9,2 Prozent). Der Konzernüberschuss betrug 1,67 Milliarden Euro (Q1/2025: 2,17 Milliarden Euro; -23,1Prozent).

Bei einem EBIT von 1,35 Milliarden Euro (Q1/2025: 2,02 Milliarden Euro; -33,5 Prozent) erzielte das Automobilsegment eine EBIT-Marge von 5,0 Prozent (Q1/2025: 6,9 Prozent; -1,9 Prozent-Pkte.), in der Mitte des prognostizierten Jahreskorridors von 4-6 Prozent. Zölle belasteten das Quartal im Umfang von 1,25 Prozentpunkten der EBIT-Marge und damit deutlich stärker als noch das Vorjahresquartal, in dem allein EU-Importzölle auf batterieelektrische Fahrzeuge aus China anfielen.

Die herausfordernde Wettbewerbssituation in den größeren Automobilmärkten und insbesondere in China wirkten sich auf Preissetzung und Absatzvolumina aus und belasteten das EBIT. Des Weiteren dämpften wie erwartet Währungs- und Rohstoffpreiseffekte die Ergebnisentwicklung des ersten Quartals.

Der Free Cashflow des Segments Automobile stieg in den ersten drei Monaten deutlich auf 777 Millionen Euro (Q1/2025: 413 Millionen Euro). Die im Vorjahresvergleich deutlich reduzierte Investitionstätigkeit wirkte sich positiv auf den Free Cashflow aus. Hingegen belastete vor allem der saisonal bedingte, im Quartalsvergleich höhere Aufbau von Vorratsbeständen das Working Capital. Im Gesamtjahr wird ein Free Cashflow des Segments von mehr als 4,5 Milliarden Euro erwartet.
BMW bestätigt Prognose für das Geschäftsjahr 2026

Die BMW Group bestätigt nach drei Monaten ihre Gesamtjahresprognose – in einem stärker eingetrübten Umfeld. In den vergangenen Wochen sind sowohl die Prognosewerte für die weltwirtschaftliche Entwicklung als auch diejenige für die Automobilmärkte gesunken: Für den weltweiten Automobilabsatz wird nunmehr ein leichter Rückgang prognostiziert.

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die BMW Group weiterhin eine erhöhte Volatilität im Zusammenhang mit Zöllen. Der Konzern rechnet mit einer Belastung aus den erhöhten Zöllen von rund 1,25 Prozentpunkten der EBIT-Marge im Segment Automobile anstelle von rund 1,5 Prozentpunkten im Geschäftsjahr 2025.

Die geopolitische Lage im Nahen Osten ist durch den anhaltenden Konflikt in der Region aktuell von hoher Unsicherheit geprägt. Die Prognose unterstellt, dass es sich um einen nicht länger anhaltenden Konflikt handelt. Die BMW Group geht für Europa und USA wie bisher insgesamt von Wachstumspotentialen aus. In China strebt das Unternehmen eine Balance zwischen Absatzvolumen, Transaktionspreisen und Händlerprofitabilität an. Weltweit rechnet das Unternehmen mit Auslieferungen auf Vorjahresniveau und einem Absatzanteil vollelektrischer Fahrzeuge auf Vorjahresniveau.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 06.05.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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