Ein behördliches Dokument hat ungewollt einen Blick auf die nächste Generation elektrischer BMW-Modelle ermöglicht. In einem Zertifizierungsantrag der US-Umweltbehörde EPA für das Modelljahr 2027 finden sich technische Eckdaten zu mehreren Fahrzeugen, die der Münchner Hersteller offiziell noch nicht angekündigt hat. Im Mittelpunkt steht dabei der BMW iX5 60 xDrive – das vollelektrische Pendant zur kommenden X5-Generation mit der internen Bezeichnung G65.
Auffällig ist vor allem die Größe des Akkupakets. Laut EPA-Übersicht bringt es der iX5 auf eine Brutto-Kapazität von 147,8 kWh und übertrifft damit jeden bisherigen Elektro-BMW deutlich. Die Spannungslage von 706,6 Volt deutet auf eine 800-Volt-Architektur hin, wie sie auch im iX3 zum Einsatz kommt. Verbaut werden den Daten zufolge 960 zylindrische Zellen mit NMC-Chemie, geliefert in der Bauform der Neuen Klasse.
BMW iX5: Systemleistung jenseits der 400-Kilowatt-Marke erwartet
Die Leistungsdaten ordnen den iX5 60 xDrive im oberen Segment der Marke ein. An der Vorderachse arbeitet eine asynchrone E-Maschine mit 184 Kilowatt, an der Hinterachse eine synchrone Einheit mit 240 Kilowatt. Daraus ergibt sich eine Systemleistung von 424 Kilowatt (577 PS). Das System-Drehmoment liegt oberhalb von 800 Newtonmetern. Angaben zur Reichweite enthält das Dokument nicht. Aufgrund des großen Energiespeichers erscheint eine Reichweite oberhalb des iX3 jedoch realistisch, auch wenn die größere Stirnfläche des SUV gegen den Luftwiderstand arbeitet.
Über den iX5 hinaus listet die EPA-Tabelle weitere Modelle, die BMW bislang nicht offiziell bestätigt hat. Wenige Zeilen unterhalb des Elektro-SUV findet sich der i3 40 xDrive mit interner Bezeichnung NA0. Die Limousine kommt auf 318 Kilowatt (432 PS) Systemleistung und nutzt ein kleineres Akkupaket mit 86,9 kWh. Damit positioniert sich die Variante eine Stufe unterhalb des i3 50 xDrive, dessen 113-kWh-Akku Reichweiten von bis zu 900 Kilometern nach WLTP ermöglichen soll.
Ausblick auf weitere E-Modelle von BMW
Bestätigt werden in dem Dokument außerdem zwei Varianten des iX4 mit interner Bezeichnung NA7. Das Coupé-SUV soll als sportlicher gezeichnete Alternative zum iX3 antreten und in den Ausführungen 50 xDrive sowie 40 xDrive an den Start gehen. Beide Modelle teilen sich die technische Basis mit den jeweiligen iX3-Pendants, einschließlich der Akkukapazitäten von 113,4 beziehungsweise 86,9 kWh. Ob beide Versionen auch in Deutschland angeboten werden, ist offen – der EPA-Antrag bezieht sich ausschließlich auf den US-Markt.
Auf einer vorgelagerten Seite des Dokuments findet sich darüber hinaus ein Hinweis auf eine Allradvariante des aktuellen M2 mit der Modellbezeichnung M2 M xDrive. Bei den Daten zu den klassischen M-Modellen ist allerdings Vorsicht geboten: Die Reihensechszylinder aus Garching werden in der Tabelle mit dem V8-Hubraum von 4,4 Litern und einer angeblichen V-Bauweise geführt. Auch die V8-Triebwerke der M5-Modelle erscheinen mit sechs Zylindern. Diese Unstimmigkeiten zeigen, dass die behördlichen Listen technische Detailangaben mitunter fehlerhaft wiedergeben.
Für die elektrischen Modelle erscheinen die Werte hingegen schlüssig. Mit iX5, iX4, i3 und den bereits bekannten iX3-Varianten zeichnet sich ab, wie breit BMW die Neue Klasse in den kommenden Modelljahren auffächern will. Eine offizielle Vorstellung des iX5 wird im Lauf des Jahres 2026 erwartet, der Marktstart dürfte sich an den Produktionsstart der neuen X5-Generation anlehnen.
Quelle: BMW Group – Common Section for Model Year 2027 / Seite 9








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