Riversimple will ab 2023 seinen Wasserstoff-Kleinwagen Rasa produzieren

Riversimple will ab 2023 seinen Wasserstoff-Kleinwagen Rasa produzieren
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Riversimple

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Das walisische Start-up Riversimple will 2023 mit der Serienfertigung seines wasserstoffbetriebenen Öko-Coupés Rasa sowie ein Jahr später mit der eines leichten Lieferwagens beginnen, der für die Lieferung auf der letzten Meile ausgelegt ist, und für jedes Fahrzeug eine eigene Produktionsstätte errichten. Riversimple rechnet damit, dass jedes Werk 180 bis 220 qualifizierte Arbeitsplätze schaffen und 5000 Fahrzeuge pro Jahr herstellen kann.

Davor allerdings will Riversimple 150 Millionen Pfund (etwa 165 Millionen Euro) von Investoren einsammeln. Die Finanzierungsrunde ist das Ergebnis einer neuen Partnerschaft zwischen Riversimple und dem walisischen Finanzunternehmen Gambit Corporate Finance LLP.

Riversimple sucht gleichzeitig bereits nach Standorten in Mittel- und Südwales und führt derzeit Gespräche mit der britischen und der walisischen Regierung über seine Fertigungspläne. Bislang hat sich das Unternehmen weitgehend auf Crowdfunding und sonstige Zuschüsse verlassen, um seine Forschungs- und Entwicklungsphase zu durchlaufen. Mit den Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe würde sich eine bemerkenswerte Veränderung in der Entwicklung des Unternehmens ergeben, so Riversimple in einer aktuellen Mitteilung.

„Das Potenzial von Wasserstoff, zu einer sauberen Energiezukunft beizutragen, wird weltweit von Regierungen und der Privatwirtschaft allgemein anerkannt. Angesichts des bevorstehenden Verbots von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ist es jetzt an der Zeit, sich auf saubere und effiziente Alternativen zu konzentrieren. Wir konzentrieren uns auf Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge sowie auf eine neue Ära der Automobilproduktion im Herzen von Wales.“ – Hugo Spowers, Gründer und CEO Riversimple

Das Interesse an Wasserstoff-Brennstoffzellenautos als Alternative zu Batterie-Elektroautos wächst dem Start-up zufolge stetig – mehr als 4000 Menschen sollen bereits Interesse bekundet haben, ein zukünftiger Kunde von Riversimple zu sein. Riversimple will seine Fahrzeuge über ein MaaS-Geschäftsmodell (Mobility as a Service) anbieten: Gegen eine einmalige monatliche Abo-Gebühr plus Mehrkosten je gefahrenen Kilometern erhalten Kunden das Fahrzeug, Wartung, Versicherung, Reifen und Kraftstoff.

Nach der Aufhebung von Corona-bedingten Einschränkungen in Großbritannien will Riversimple einen mit öffentlichen Mitteln unterstützten Pilotversuch mit dem Brennstoffzellen-Kleinwagen Rasa starten. Dafür werden aktuell einige Exemplare des Wasserstoffautos von Hand gebaut.

Quelle: Riversimple – Pressemitteilung vom 21.10.2020 / Electrive – Riversimple will BZ-Fahrzeuge ab 2023 in Serie bauen

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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