ZDK fordert schnellere politische Entscheidungen für die E-Mobilität

ZDK fordert schnellere politische Entscheidungen für die E-Mobilität
Copyright:

Shutterstock / 2269441647

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) fordert die Bundesregierung auf, die angekündigten Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität endlich rasch in die Praxis umzusetzen. Aus Sicht von ZDK-Präsident Thomas Peckruhn darf es auch angesichts der laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erneut gestiegenen E-Auto-Neuzulassungen nicht bei Absichtserklärungen bleiben.

„Ankündigungen allein reichen nicht – jetzt müssen endlich konkrete Entscheidungen folgen. Jede weitere Verzögerung verstärkt nur die ohnehin schon ausgeprägte Kaufzurückhaltung der Privatkunden“, erklärt Peckruhn. Die Betriebe des Kfz-Gewerbes spürten die Unsicherheit der Verbraucher täglich im Verkaufsgespräch. „Absichtserklärungen bringen keine neuen E-Autos auf die Straße. Die Politik muss jetzt liefern – sonst wird der Attentismus der Verbraucher zur Dauerbremse für die Elektromobilität.“

Laut KBA wurden im Oktober 52.425 vollelektrische Pkw neu zugelassen – ein Plus von 47,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Aber auch teilelektrische Fahrzeuge verzeichneten ein starkes Wachstum. Hybride legten um 19,5 Prozent auf 101.598 Einheiten zu, darunter Plug-in-Hybride, deren Anzahl um 60 Prozent auf 30.946 Fahrzeuge anstieg. Informationen des ZDK zufolge wurden in den letzten Kalendertagen des Oktober überproportional viele Fahrzeuge zugelassen. Dies deute darauf hin, dass Hersteller zum Erreichen ihrer CO2-Flottenziele verstärkt auf Kurzzeitzulassungen setzen.

Ausbau der Ladeinfrastruktur: Masterplan praxisnah umsetzen

Peckruhn betont, dass auch beim Ausbau der Ladeinfrastruktur jetzt konsequent und zielgenau gehandelt werden muss, um E-Mobilität in die Breite zu tragen. Dabei sei wichtig, dass die Bedürfnisse von Fahrzeughandel und Kunden bei der Umsetzung stärker berücksichtigt werden, so der ZDK-Präsident mit Blick auf den erwarteten Kabinettsbeschluss zum Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 des Bundesverkehrsministeriums in der kommenden Woche.

„Der Handlungsbedarf beim Ausbau der Ladeinfrastruktur ist längst bekannt – jetzt braucht es klare Entscheidungen und den festen politischen Willen zur Tat“, so Peckruhn. „Entscheidend ist eine praxisnahe, technologieoffene und wirtschaftlich tragfähige Umsetzung – mit dem Kfz-Gewerbe als zentralem Partner.“ Das Konzept des Social Leasing lehnt der ZDK jedoch als nicht tragfähig und unwirksam ab, und fordert stattdessen eine Senkung von Netzentgelten und Stromsteuer für Ladestrom sowie Ladegutscheine für Kunden.

Aufgrund des Wachstums von 7,8 Prozent im Einzelmonat Oktober hat der Pkw-Gesamtmarkt nach zehn Monaten mit 2,36 Millionen Neuzulassungen das Vorjahresniveau minimal übertroffen (+0,5 Prozent). Peckruhn gibt jedoch kein Zeichen der Entwarnung. „Zwei Monate vor Jahresende liegt der Markt noch deutlich unter Normalniveau“, so der ZDK-Präsident.

Quelle: ZDK – Pressemitteilung vom 05.11.2025

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Zu viel Gegenverkehr: Deutschlands Mobilitätswende stockt

Zu viel Gegenverkehr: Deutschlands Mobilitätswende stockt

Sebastian Henßler  —  

Wo steht Deutschland bei Energie- und Verkehrswende wirklich? Beim Wirelane-Jubiläum in München lieferte ein hochkarätiges Panel klare unbequeme Antworten.

Großbritannien lockert die E-Auto-Quote

Großbritannien lockert die E-Auto-Quote

Daniel Krenzer  —  

Die britische Regierung will die E-Auto-Quote offenbar deutlich senken und Hybridfahrzeugen mehr Spielraum geben.

EU prüft offenbar Zölle auf chinesische Hybridautos

EU prüft offenbar Zölle auf chinesische Hybridautos

Daniel Krenzer  —  

Die EU erwägt offenbar zusätzliche Zölle auf chinesische Plug-in-Hybride. Nach den Strafzöllen auf E-Autos könnte sich der Handelskonflikt verschärfen.

Schwellenländer ziehen an, USA fallen zurück: 2026 fährt jeder vierte Neuwagen elektrisch

Schwellenländer ziehen an, USA fallen zurück: 2026 fährt jeder vierte Neuwagen elektrisch

Tobias Stahl  —  

Laut BloombergNEF fährt 2026 bereits jeder vierte Neuwagen elektrisch. Bis 2035 soll der Anteil auf über 50 Prozent steigen – doch einzelne Länder könnten zurückfallen.

Rekordrenditen der Netzbetreiber: Am Geld kann die Netzkrise nicht liegen

Rekordrenditen der Netzbetreiber: Am Geld kann die Netzkrise nicht liegen

Daniel Krenzer  —  

Deutsche Netzbetreiber erzielen teils Rekordrenditen von mehr als 30 Prozent. Warum fehlen trotzdem Netzkapazitäten?

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

Tobias Stahl  —  

Volkswagen, Stellantis und Renault wenden sich in einem gemeinsamen Schreiben an die EU – und fordern möglichst simple Regeln zum Schutz der hiesigen Automobilindustrie.

E-Auto-Förderung: Bereits mehr als 50.000 Anträge

E-Auto-Förderung: Bereits mehr als 50.000 Anträge

Daniel Krenzer  —  

Die neue E-Auto-Förderung stößt auf großes Interesse. Doch während die Politik von einem Erfolg spricht, bewerten dies nicht alle so.