Continental hat für die Renault Group einen Reifen entwickelt, der speziell auf die Anforderungen von Elektroautos zugeschnitten ist. Grundlage bildet der EcoContact 7, den der Hersteller im Rahmen einer strategischen Partnerschaft für das Innovationsteam der französischen Automobilgruppe angepasst hat. Der Rollwiderstand liege dabei um bis zu 35 Prozent unter dem Wert, der für die Bestnote A im EU-Reifenlabel vorgeschrieben ist, so Reifenhersteller Continental in einer aktuellen Mitteilung.
Für die Entwicklung kombinierte Continental mehrere technische Anpassungen. Dazu zählt eine speziell modifizierte Laufflächengummimischung, ergänzt durch ein maßgeschneidertes Seitenwandkonzept sowie eine optimierte Reifenkonstruktion. Continental tritt dabei als technischer Partner der Innovationsteams von Renault auf und unterstützt so die Bemühungen des Automobilherstellers, Reichweite und Fahrleistung künftiger Elektroautos zu verbessern. Die Zusammenarbeit beruht auf einer langjährigen Partnerschaft beider Unternehmen in der Erstausrüstung.
Geringerer Rollwiderstand bringt spürbar mehr Kilometer
Bei einer Batteriereichweite von 500 Kilometern entspricht der reduzierte Rollwiderstand einem Plus von etwa 30 zusätzlichen Kilometern pro Ladung. „Gemeinsam mit der Renault Group steigern wir die Effizienz ihrer neuen Elektrofahrzeuge. Unsere maßgeschneiderten Reifen haben einen sehr niedrigen Rollwiderstand und erhöhen dadurch die Reichweite spürbar“, erklärte Dr. Christian Strübel, bei Continental verantwortlich für den Rollwiderstand von Pkw-Reifen.
Auch auf Seiten von Renault wird der Stellenwert der Partnerschaft betont. Nicolas Champetier, Vice President Innovation bei der Renault Group, verwies auf die Bedeutung niedrigen Rollwiderstands für Reichweite und Effizienz von Elektroautos und beschrieb Continental als langjährig verlässlichen Partner, mit dem gemeinsam Lösungen entstünden, die echten Mehrwert für die Kundschaft bringen sollen.
Der Rollwiderstand zählt bei Continental seit Langem zu den zentralen Entwicklungsfeldern. Antriebsübergreifend entfallen etwa 20 bis 30 Prozent des Energieverbrauchs eines Autos auf diesen Faktor. Je geringer der Rollwiderstand, desto weniger Energie verliert sich durch Verformung und Reibung des Reifens auf der Straße. Bei Elektroautos wirkt sich das unmittelbar auf Energieverbrauch und Reichweite aus, gleichzeitig bleibt der Reifen als einzige Kontaktstelle zwischen Auto und Straße sicherheitsrelevant. Die Reibung zwischen Lauffläche und Asphalt sorgt für Grip und damit für sicheres Bremsen sowie stabiles Fahrverhalten.
Virtuelle Tests ersetzen Tausende Testreifen
Bei der gemeinsamen Entwicklung setzten beide Unternehmen auf moderne virtuelle Entwicklungs- und Testverfahren. Zentral war dabei der Driver-in-the-Loop-Fahrsimulator von Continental, mit dem sich Reifeneigenschaften unter realitätsnahen Bedingungen bereits in frühen Entwicklungsphasen bewerten lassen. Ergänzend kam der Fahrsimulator ROADS der Renault Group zum Einsatz, der reale Fahrbedingungen digital abbildet und reproduzierbare Tests im virtuellen Raum ermöglicht.
Das Zusammenspiel beider Systeme erlaubte es, Testszenarien nahtlos abzubilden und Entwicklungsprozesse gezielt zu beschleunigen. Dieser verstärkte Einsatz virtueller Methoden senkt zudem den Bedarf an physischen Testreifen erheblich. Nach Angaben von Continental spart der Konzern durch entsprechende Verfahren in der Reifenentwicklung mittlerweile jährlich bis zu 10.000 Testreifen ein.
Quelle: Continental – Pressemitteilung









Wird geladen...