Polestar: Pilotprojekt für bidirektionales Laden

Polestar: Pilotprojekt für bidirektionales Laden
Copyright:

Polestar

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 3 min

Polestar und Clever erproben in Dänemark ein neues Projekt, bei dem Elektroautos als Powerbank für Privathaushalte und das Stromnetz genutzt werden. Dabei kommt das Modell Polestar 4 des schwedisch-chinesischen Herstellers zum Einsatz, das für V2X-Technologie (Vehicle-to-Everything) ausgestattet wurde. Entsprechend können diese Elektroautos Haushalte mit Strom versorgen, bei Stromausfällen Notstrom bereitstellen oder Energie ins Netz zurückspeisen, wodurch die Energiekosten für Verbraucher:innen sinken. Im Rahmen des Pilotprojekts, das bis zum Herbst läuft, sind derzeit mehr als 600.000 dieser Elektroautos auf dänischen Straßen unterwegs.

Der Einsatz von Elektroautos in den Bereichen Vehicle-to-Home (V2H) und Vehicle-to-Grid (V2G) sorgt dafür, dass Elektroautos vielfältig einsetzbar sind: „In Zukunft wird das Elektroauto nicht nur Menschen, sondern auch Energie transportieren“, so Henrik Bang, Geschäftsführer von Polestar Dänemark. „Wenn die Strompreise hoch sind oder die Energieversorgung ausfällt, kann das Fahrzeug zu Ihrer Powerbank für den Haushalt oder das Stromnetz werden, wodurch die täglichen Energiekosten gesenkt und in vielen Fällen die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien gefördert werden“, so Bang weiter.

Insgesamt hat das bidirektionale Laden das Potenzial, das Stromnetz zu entlasten und die Nutzung erneuerbarer Energien zu optimieren. So können Elektroautos beispielsweise zu Zwischenspeichern für Solarenergie werden, wenn mehr Strom als aktuell benötigt vorhanden ist. Im gewerblichen Betrieb werden ähnliche Lösungen erprobt, wie beispielsweise eine schnellladende Vehicle-to-Grid-Lösung von Scania. Dabei werden Elektro-Lkw mit ihren großen Batterien zu wichtigen Speichern.

Das Pilotprojekt von Polestar und Clever soll drei zentrale Funktionen erproben, nämlich die Stromversorgung des Haushalts, die Stromzufuhr ins Stromnetz sowie die Notstromversorgung für den Haushalt bei Stromausfall. Bei der Notstromversorgung könne ein voll aufgeladenes Elektroauto einen durchschnittlichen Haushalt sogar mehrere Tage lang mit Strom versorgen, so die Pressemitteilung von Polestar. „Eine Lösung für einige der größten Energieherausforderungen unserer Zeit steht möglicherweise bereits in Ihrer Einfahrt“, so Bang.

Intelligentes Laden für günstigere Preise

Die softwaredefinierten Fahrzeuge von Polestar werden mit drahtlosen Updates Over-the-Air aktualisiert und neue Funktionen werden dadurch möglich. Obwohl die aktuellen Elektroautos vom Modell Polestar 4 also noch kein bidirektionales Laden und damit die Grundlage für V2X ermöglichen, könnte sich das ändern. Neben dem Polestar 4 hat die schwedische Marke drei weitere Modelle auf dem Markt: den Polestar 2, Polestar 3 und Polestar 5. Außerdem soll der Kompakt-SUV Polestar 7, in Europa produziert, im Jahr 2028 auf den Markt kommen und der Roadster Polestar 6 ist in Planung.

Die intelligente Ladeplattform von Clever, ein Anbieter für Ladelösungen, ergänzt das Pilotprojekt. Sie kann Ladevorgänge bereits automatisch auf die Zeiten planen, in denen Strom am günstigsten ist. Das Elektroauto wird also möglichst günstig geladen und kann die Energie anschließend entweder dem Haus zur Verfügung stellen oder bei Bedarf zurück ins Stromnetz speisen. So wird das Netz in Spitzenzeiten entlastet.

Das Ziel von Clever, so CEO Christina Fink, sei es, im Jahr 2027 die ersten kommerziellen V2X-Lösungen auf den Markt zu bringen. „Dies ist der Beginn eines neuen Kapitels, in dem die Batterie des Elektroautos sowohl einen Mehrwert für Besitzende des Elektroautos schaffen als auch das Energiesystem stärken kann“, so Fink.

Quelle: Polestar – Pressemitteilung vom 28. Mai 2026 / Clever – Post auf Linkedin vom 28. Mai 2026

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Polestar News

Polestar-Chef Lohscheller setzt auf Volumen statt Nische

Polestar-Chef Lohscheller setzt auf Volumen statt Nische

Sebastian Henßler  —  

Die Verkäufe in Europa stagnieren, doch Polestar-Chef Lohscheller sieht im neuen Polestar 4 SUV die Basis für profitables Wachstum in einem großen Segment.

Bestes drittes Quartal? Polestar verkauft nur 150 Autos mehr

Bestes drittes Quartal? Polestar verkauft nur 150 Autos mehr

Sebastian Henßler  —  

Polestar spricht vom bisher besten dritten Quartal, der Vorsprung beträgt aber nur 150 Autos. Neue Modelle wie der Polestar 5 sollen nun für Schwung sorgen.

Analyst: Polestar muss sein Alleinstellungsmerkmal schärfen

Analyst: Polestar muss sein Alleinstellungsmerkmal schärfen

Sebastian Henßler  —  

Polestar will sein Vertriebsnetz in Deutschland bis Ende 2027 fast verdoppeln und stärker auf Privatkund:innen setzen, die bislang nur zwölf Prozent ausmachen.

Polestar senkt Wachstumsprognose für 2026 deutlich

Polestar senkt Wachstumsprognose für 2026 deutlich

Sebastian Henßler  —  

Polestar korrigiert seine Wachstumsprognose für 2026, nachdem die US-Regierung dem Hersteller den Verkauf neuer Autos ab 2027 untersagt hat.

Konzeptfahrzeug Formula 2030: So sieht Polestars Zukunft aus

Konzeptfahrzeug Formula 2030: So sieht Polestars Zukunft aus

Michael Neißendorfer  —  

Das Konzept ist Teil einer umfassenderen Strategie, mit der Polestar bis 2030 weiteres Wachstum vorantreiben und den Weg zur Profitabilität fortsetzen will.

Polestar 4 SUV: Ab 57.900 Euro, bis 630 km Reichweite

Polestar 4 SUV: Ab 57.900 Euro, bis 630 km Reichweite

Sebastian Henßler  —  

Polestar erweitert den Polestar 4 um eine SUV-Variante mit bis zu 1680 Litern Stauraum und Reichweiten von bis zu 630 Kilometern.

Polestar-Rückzug USA: Händler verklagt den Hersteller

Polestar-Rückzug USA: Händler verklagt den Hersteller

Sebastian Henßler  —  

Die Klage wirft Polestar vor, Händler bis zuletzt zu Investitionen gedrängt zu haben, obwohl der eigene Rückzug aus den USA längst feststand.