Stellantis und der chinesische Elektroautohersteller Leapmotor befinden sich in fortgeschrittenen Gesprächen über die gemeinsame Entwicklung eines elektrischen SUV unter der Marke Opel. Das berichtet Reuters unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der neue Crossover soll auf der Architektur des Leapmotor B10 basieren und im spanischen Zaragoza vom Band laufen – also in demselben Werk, in dem Leapmotor-Fahrzeuge für den europäischen Markt bereits ab Oktober dieses Jahres produziert werden sollen.
Intern trägt das Projekt den Codenamen O3U. Die Gespräche begannen demnach Ende 2025, eine Einigung könnte noch im April erzielt werden. Der Produktionsstart ist für 2028 geplant, die angestrebte Jahreskapazität liegt bei 50.000 Fahrzeugen. Unter den diskutierten Bedingungen würde Leapmotor zentrale Technologien und Komponenten liefern – darunter Elektronik und Elektrik –, während Opel das Außendesign verantwortet. Ein erheblicher Teil der Fahrzeugentwicklung soll in China stattfinden.
Für Stellantis käme die Zusammenarbeit zu einem strategisch heiklen Zeitpunkt. Anfang des Jahres kündigte der Konzern eine Abschreibung von umgerechnet rund 21,5 Milliarden Euro an, die mit dem Rückzug aus einem Teil seiner E-Auto-Pläne zusammenhängt. Gleichzeitig verlagert das Unternehmen seinen Fokus stärker auf Hybridantriebe. Der neue Opel-Stromer soll helfen, Entwicklungskosten und -zeit zu senken und die Auslastung europäischer Werke zu verbessern – während chinesische Marken wie BYD auf dem europäischen Markt zunehmend Druck ausüben.
Stellantis-Leapmotor-Kooperation: Mehr als ein Modell im Blick
Die Verhandlungen über das Opel-SUV sind allerdings nur der bislang konkreteste Baustein einer umfassenderen Zusammenarbeit. Einer der Informanten zufolge prüft Stellantis außerdem, Leapmotor-Technologie für die nächste Generation des Opel Mokka B einzusetzen. Dessen Produktion soll perspektivisch von Frankreich nach Spanien verlagert werden.
Daneben haben beide Seiten dem Bericht zufolge erste Gespräche über ein mögliches Alfa-Romeo-Modell auf derselben Architektur geführt, ebenfalls für das Werk in Zaragoza. Auch Fahrzeuge im kleineren A-Segment stehen auf der Agenda – allerdings würden diese eine andere Fertigungslinie erfordern.
Die Grundlage für diese Projekte legte Stellantis 2023, als der Konzern rund ein Fünftel der Anteile an Leapmotor erwarb. Aus der Partnerschaft entstand das Gemeinschaftsunternehmen Leapmotor International, das für den Vertrieb und die Produktion von Leapmotor-Fahrzeugen außerhalb Chinas zuständig ist. Leapmotor erklärte gegenüber Reuters, Gespräche mit Partnern – darunter Stellantis – zu führen, jedoch ausschließlich über die Lieferung selbst entwickelter Komponenten.
Eine Zusammenarbeit auf Plattformebene schloss das Unternehmen aus. Zu konkreten Details wie Produktionszeitplan oder angestrebten Stückzahlen äußerte sich Leapmotor nicht. Stellantis bestätigte lediglich einen „regelmäßigen Austausch“ mit dem Partner über Möglichkeiten zur Ausweitung der Zusammenarbeit – ohne weitergehenden Kommentar.
Quelle: Reuters – Stellantis in advanced talks to develop Opel EV with China’s Leapmotor, sources say








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