Nissan verwirft seine Elektroauto-Pläne in den USA

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Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 3 min

Nissan will in seinem US-Werk in Canton, Mississippi, künftig doch keine Elektroautos bauen. Der japanische Hersteller hat seine Zulieferer Ende April darüber informiert, seine Pläne zur Herstellung von Elektroautos in Mississippi aufzugeben, wie Automotive News berichtet. Stattdessen will Nissan dort künftig benzinbetriebene Fahrzeuge bauen, beginnend mit einer Neuauflage des Xterra.

Der Autobauer bestätigte in einer Erklärung gegenüber Automotive News, alle Programme im Zusammenhang mit in den USA hergestellten Elektroautos eingestellt zu haben. Anlass dafür seien die Marktbedingungen, die Kundennachfrage und die „aktualisierte strategische Ausrichtung von Nissan“.

2021 hatte der Hersteller für das Werk in Canton Investitionen in Höhe von 500 Millionen Dollar (ca. 426 Millionen Euro) angekündigt. Der Standort sollte im Mittelpunkt von Nissans Elektrooffensive in den USA stehen. Geplant war neben der Produktion von Modellen wie dem Pickup Frontier und der Limousine Altima auch die Fertigung von Elektro-Modellen der Luxusmarke und Nissan-Tochter Infiniti.

Bis zum Jahr 2028 wollte Nissan in den USA ursprünglich 200.000 Elektroautos verkaufen. Im vergangenen Jahr hatte der Hersteller den Produktionsstart der ersten beiden elektrischen Modelle in Mississippi bereits verschoben. Den Schritt begründete Nissan mit der gesunkenen Nachfrage nach Elektroautos, nachdem die Trump-Regierung die für Käufer von Elektroautos abgeschafft hatte. In diesem Zusammenhang stellte der Autobauer in diesem Jahr sein batterieelektrisches Modell Ariya in den USA ein.

Strategiewechsel in den USA

Der finanziell angeschlagene Hersteller hofft, mit einem Kurswechsel in Nordamerika wieder rentabler zu werden. In Canton sollen künftig geländetaugliche Autos entstehen, die auf einer neuen Body-on-Frame-Plattform basieren werden. Den Anfang soll eine Neuauflage des Xterra machen, deren Marktstart für 2028 angesetzt ist.

Neben dem Xterra sollen noch mindestens fünf weitere Modelle auf der Plattform basieren, darunter ein neugestalteter Frontier und ein dreireihiger Mittelklasse-SUV. Mit der gemeinsamen Architektur will Nissan erhebliche Skaleneffekte und eine hohe Teileverwendung ermöglichen. Dadurch will das Unternehmen Kosten senken und wieder rentabler werden. Zulieferer sollen gegenüber Automotive News geäußert haben, dass die Modellreihe mit Leiterrahmen – typisch für Pickups – eine Teileübereinstimmung von 70 Prozent aufweisen. Die Komponenten vor der B-Säule sollen demnach bei allen Modellen komplett identisch sein.

Bis Anfang 2031 streben Nissan-Führungskräfte in Nordamerika einen Jahresabsatz von rund einer Million Autos an. Zur Erholung des Unternehmens sollen eine lokale Produktion, große Fahrzeuge und eine flexible Antriebsstrategie beitragen.

Branchenweit rückläufige Zulassungen

In den USA waren die Zulassungen von Elektroautos im Jahr 2025 zum ersten Mal seit mindestens einem Jahrzehnt rückläufig. Neueste Zulassungsdaten des Analyseunternehmens S&P Global Mobility für Februar 2026 zeigen, dass die Neuzulassungen von Elektroautos gegenüber dem Vorjahr um rund 37 Prozent zurückgegangen sind. Der Marktanteil sank damit unter fünf Prozent.

Neben Nissan hatten zuvor bereits einige Hersteller, darunter General Motors, Ford und Honda, ihre Elektroautoprogramme für den US-Markt gestrichen oder den Bau von Batteriewerken verschoben und setzen nun vermehrt auf Hybridautos als Brückentechnologie.

Quelle: Automotive News – Nissan cancels $500 million EV plan at U.S. plant in pivot back to gas-powered trucks

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