Nio hat für das erste Quartal 2026 deutlich verbesserte Finanzkennzahlen gemeldet. Der chinesische Elektroautohersteller lieferte zwischen Januar und März 83.465 Fahrzeuge aus – ein Plus von 98,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem das Unternehmen mit 42.094 Einheiten ein schwaches Ergebnis verzeichnet hatte. Gegenüber dem vierten Quartal 2025 mit 124.807 Auslieferungen bedeutet das allerdings einen Rückgang von 33,1 Prozent, wie es für das erste Quartal in China saisonal üblich ist.
Die Auslieferungen verteilen sich auf drei Marken: 58.543 Fahrzeuge entfielen auf die Kernmarke Nio, 13.339 auf die günstigere Schwestermarke Onvo und 11.583 auf Firefly, das jüngste Segment des Konzerns. Im April lieferte das Unternehmen weitere 29.356 Fahrzeuge aus, womit die kumulierten Auslieferungen seit Gründung die Schwelle von 1,1 Millionen Einheiten überschritten.
Nios Marge klettert auf Mehrjahreshoch
Auf der Ertragsseite steht ein Umsatz von umgerechnet rund 3,14 Milliarden Euro im ersten Quartal – ein Anstieg von 112,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, aber ein Minus von 26,3 Prozent gegenüber Q4 2025. Die Fahrzeugmarge stieg auf 18,8 Prozent, nach 10,2 Prozent im ersten Quartal 2025 und 18,1 Prozent im Schlussquartal des Vorjahres – der vierte Quartalsanstieg in Folge. Als Treiber nennt das Unternehmen einen günstigeren Produktmix mit höherwertigen Modellen.
Der Bruttogewinn lag bei umgerechnet rund 412 Millionen Euro, verglichen mit rund 78 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge kletterte auf 19 Prozent, gegenüber 7,6 Prozent in Q1 2025.
Unter dem Strich weist Nio für Q1 2026 nach GAAP dennoch einen Nettoverlust von umgerechnet rund 28 Millionen Euro aus. Bereinigt um aktienbasierte Vergütungen ergibt sich nach dem unternehmenseigenen Non-GAAP-Standard ein kleiner Nettogewinn von rund 3,7 Millionen Euro – der erste bereinigte Gewinn in einem ersten Quartal seit Jahren. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2025 hatte der bereinigte Nettoverlust noch rund 533 Millionen Euro betragen.
Neue Modelle sollen zweites Quartal antreiben
Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben sanken im Vergleich zum Vorjahresquartal um 40,7 Prozent, was Nio mit einer Umstrukturierung der Entwicklungsorganisation und effizienterem Ressourceneinsatz begründet. Auch die Vertriebs- und Verwaltungskosten gingen gegenüber Q1 2025 um 20,5 Prozent zurück. Konzernchef William Bin Li verwies auf die Marktposition der Kernmarke: „Der Nio All-New ES8 hat in den vergangenen fünf Monaten in Folge die Verkaufscharts sowohl im chinesischen Segment der großen SUVs als auch im Segment oberhalb von 400.000 Renminbi angeführt“, sagte er – also fünf Monate in Folge an der Spitze im großen SUV-Segment und im Premiumsegment oberhalb von umgerechnet rund 46.000 Euro.
Hinzu kommen zwei neue Modelle, die das zweite Quartal prägen sollen: Der Nio ES9, ein Flaggschiff-SUV im Exekutivsegment, startete am 27. Mai offiziell mit der Auslieferung in China. Die Onvo-Marke hat parallel den L80 eingeführt, einen großen Fünfsitzer-SUV mit Fokus auf Kofferraumvolumen und Raumnutzung.
Für das zweite Quartal 2026 erwartet Nio zwischen 110.000 und 115.000 Auslieferungen – ein Jahreswachstum von 52,7 bis 59,6 Prozent gegenüber Q2 2025. Der Umsatz soll zwischen rund 2,78 Milliarden und 2,92 Milliarden Euro liegen. Erreichen lässt sich das Ziel nur, wenn die Auslieferungen in Mai und Juni deutlich höher liegen als im April.
Quelle: Nio – NIO Inc. Reports Unaudited First Quarter 2026 Financial Results








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