Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW
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Kostner

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Auf der Brennerachse, einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas für den Güterverkehr, nimmt der Wandel im Schwerlasttransport sichtbar Gestalt an. In Südtirol ist nahe der Autobahnausfahrt Brixen eine Hochleistungs-Ladeinfrastruktur in Betrieb gegangen, die gezielt auf die Anforderungen elektrischer Lkw ausgelegt ist. Betrieben wird sie von Kostner Service Stations, einem Unternehmen der Kostner Group 1947, das damit einen infrastrukturellen Baustein für den elektrischen Fernverkehr setzt.

Der Standort in Vahrn liegt strategisch günstig direkt an der A22, einer Route, die täglich von Tausenden Lastwagen genutzt wird. Genau hier entsteht nun ein Angebot, das auf kurze Standzeiten und hohe Ladeleistungen ausgelegt ist. Zum Einsatz kommt ein dezentrales Ladesystem des Südtiroler Herstellers Alpitronic. Es ermöglicht Ladeleistungen, die deutlich über dem liegen, was bisher entlang europäischer Transitachsen üblich ist. Die Anlage zählt damit zu den leistungsstärkeren ihrer Art für den elektrischen Schwerverkehr.

Bereits heute stehen zwei Ladepunkte mit dem Combined Charging System zur Verfügung, das aktuell der verbreitete Standard für E-Lkw und E-Autos ist. Mit bis zu 600 kW Maximalleistung lassen sich auch große Batterien in vergleichsweise kurzer Zeit laden. Ergänzt wird das Angebot durch einen weiteren Ladepunkt, der auf das Megawatt Charging System ausgelegt ist. Diese Technik erlaubt Ladeleistungen von bis zu 1000 kW und soll ab 2026 serienmäßig in neuen Generationen elektrischer Lastwagen eingesetzt werden.

Ladezeiten passen sich an gesetzliche Fahrerpause an

Die praktische Wirkung dieser Technik zeigt sich vor allem im Zeitfaktor. In Vahrn können E-Lkw mit Batteriekapazitäten von bis zu 600 kWh innerhalb von etwa 30 bis 40 Minuten ausreichend Energie für mehrere hundert Kilometer aufnehmen. Der gesamte Sattelzug findet dabei an der Ladestation Platz, ein Absatteln ist nicht notwendig. Für Speditionen bedeutet das, dass sich der Ladevorgang mit der gesetzlich vorgeschriebenen Fahrerpause von 45 Minuten kombinieren lässt. Zusätzliche Standzeiten entstehen dadurch nicht, was die Planungssicherheit im eng getakteten Logistikalltag erhöht.

Andreas Kostner, CEO der Kostner Group 1947, verweist in diesem Zusammenhang auf die besonderen Anforderungen entlang der Brennerroute. Der Gütertransport müsse Lösungen finden, die sowohl ökologisch tragfähig als auch wirtschaftlich praktikabel seien. Die neue Megawatt-Ladestation versteht das Unternehmen daher nicht als isoliertes Technikprojekt, sondern als Teil einer strategischen Antwort auf den steigenden Druck zur Emissionssenkung im Schwerverkehr. Ziel sei es, die Transformation aktiv mitzugestalten und nicht nur auf regulatorische Vorgaben zu reagieren.

Die Anlage für E-Lkw ist eingebettet in einen bereits bestehenden Ladepark am Standort Vahrn. Dieser umfasst insgesamt 16 Ladeplätze, darunter Tesla-Supercharger sowie Hypercharger von Alpitronic. Hinzu kommen eine leistungsstarke Photovoltaikanlage, Angebote zur Auto-Pflege und ein nachhaltiges Lichtkonzept. Der Standort wurde in der Vergangenheit mehrfach ausgezeichnet und international als einer der führenden Ladehubs bewertet.

Mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für den Schwerverkehr rückt Südtirol stärker in den Fokus der europäischen Transportwende. Die Kombination aus hoher Ladeleistung, günstiger Lage und Integration in bestehende Logistikrouten zeigt, wie sich der Einsatz elektrischer Lkw auch auf stark frequentierten Transitstrecken organisieren lässt. Der Betrieb seit 2025 liefert dabei erste praktische Erfahrungen, auf die Hersteller, Spediteure und Infrastrukturbetreiber gleichermaßen blicken dürften.

Quelle: Kostner – Pressemitteilung per Mail

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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