Mercedes-Benz startet Rohstoff-Partnerschaft mit TSR Recycling

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Mercedes-Benz

Michael Neißendorfer
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Gemeinsam mit TSR Recycling will Mercedes‑Benz seine Strategie der Kreislaufwirtschaft im Hinblick auf Altfahrzeuge deutlich voranbringen. Hierfür haben beide Unternehmen nun eine Absichtserklärung unterzeichnet, die sich sich auf die Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen durch das so genannte „Urban Mining“ bezieht. Mit diesem Pilotprojekt will Mercedes-Benz ein besseres Verständnis für das Potenzial von Post-Consumer-Materialien in Europa gewinnen.

Der Fokus liege dabei auf Stahl, Aluminium, Kunststoffen, Kupfer und Glas. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen die Nachfrage nach Sekundärrohstoffen und deren Quellen analysieren und eine wirtschaftliche Bewertung vornehmen. Damit macht Mercedes-Benz einen weiteren Schritt zur Etablierung einer vollständigen Kreislaufwirtschaft für Altfahrzeuge.

Im Einklang mit unserer Ambition 2039 planen wir, den Einsatz von Primärressourcen in unserer Fahrzeugflotte bis 2030 um 40 Prozent im Vergleich zu einem herkömmlichen Ansatz zu reduzieren“, erklärt Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG, Chief Technology Officer, Entwicklung & Einkauf. „Da wir im Urban Mining ein enormes Potenzial zur kosteneffizienten Schonung wertvoller Ressourcen im Sinne der Kreislaufwirtschaft sehen, wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern den Anteil von Sekundärrohstoffen in unseren Fahrzeugen erhöhen.“

Mercedes-Benz und TSR Recycling wollen nun gemeinsam Aktivitäten entwickeln, um Stoffströme zugänglich zu machen, die derzeit noch in andere Branchen und Länder exportiert werden. Ziel ist es, das so genannte Downcycling zu vermeiden, da dies zu Qualitätsverlusten bei den recycelten Materialien führt. Ein aktuelles Beispiel ist die geplante Zusammenarbeit mit TSR und einem weiteren Tier-1-Lieferanten für recyceltes Aluminium. Das neuartige Material besteht zu 86 Prozent aus Post-Consumer-Aluminiumrezyklat und reduziert die CO2-Emissionen um 73 Prozent. Erste Pressversuche für Prototypenteile waren demnach erfolgreich. Die weitere Evaluierung laufe und Mercedes-Benz plane, dieses Material so schnell wie möglich in die Serienproduktion zu überführen.

Durch die direkte Zusammenarbeit mit Partnern will der Stuttgarter Autohersteller den Ausbau der Kreislaufwirtschaft in Zukunft aktiv voranbringen. Initiativen wie diese seien von zentraler Bedeutung für die Verwirklichung der Ambition 2039. Deren Ziel ist es, die gesamte Neufahrzeugflotte bis 2039 über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge hinweg bilanziell CO2-neutral zu machen.

Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung vom 15.05.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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