Mercedes holt VW-Stratege Weckbach für AMG

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Porsche

Sebastian Henßler
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Der überraschende Weggang von Stefan Weckbach aus dem Volkswagen-Konzern hat in Wolfsburg für viel Wirbel gesorgt. Der Manager, der über Jahre zu den engsten strategischen Beratern von Konzernchef Oliver Blume zählte, orientiert sich neu und übernimmt künftig eine zentrale Rolle bei Mercedes. Dort soll er die Performance-Marke AMG führen, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Der Schritt beendet eine Phase der Spekulationen über seine berufliche Zukunft, nachdem sein Rückzug aus der VW-Spitze intern bereits Irritationen ausgelöst hatte.

Parallel dazu verändert sich die Führungsstruktur bei Mercedes. Der bisherige AMG-Chef Michael Schiebe steigt in den Vorstand auf und übernimmt die Verantwortung für die Produktion des Stuttgarter Konzerns. Die Umbesetzung verleiht der sportlichen Submarke eine neue Ausrichtung, während Schiebe künftig an anderer Stelle die Fertigungsstrategie prägen soll. Die Neuverteilung der Aufgaben markiert einen weiteren Baustein des laufenden Managementumbaus beim Hersteller.

Innerhalb des VW-Konzerns war Weckbachs Abgang mehr als nur ein personeller Wechsel. Seine enge Zusammenarbeit mit Blume hatte ihm großes Vertrauen eingebracht und ihn zu einer wichtigen Figur für die strategische Ausrichtung gemacht. Über längere Zeit galt er sogar als möglicher Kandidat für die Spitze von Porsche. Doch diese Perspektive änderte sich, als im Herbst bekannt wurde, dass Michael Leiters ab 2026 den Chefposten des Sportwagenherstellers übernehmen soll. Leiters, zuvor Chef von McLaren und früher Assistent des langjährigen Porsche-Vorstands Wendelin Wiedeking, wurde damit zur internen Weichenstellung für die kommenden Jahre. Der Wechsel an die Porsche-Spitze nahm Weckbach die Option einer weiteren internen Entwicklung und verstärkte den Eindruck, dass er eine Alternative außerhalb des Konzerns suchen würde.

In den Wochen vor seiner Entscheidung war bereits durchgesickert, dass ein Wechsel zu einem Wettbewerber unmittelbar bevorstehen könnte. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen sorgte diese Aussicht innerhalb der VW-Führung für Spannungen, da die Rolle des Strategieleiters als besonders sensibel gilt. Volkswagen kommentierte die Personalie nicht und verwies auf grundsätzliche Zurückhaltung bei Fragen zu individuellen Karriereschritten. Die Stille unterstreicht jedoch, wie bedeutsam der Verlust eines strategisch erfahrenen Managers für den Konzern ist.

Mit dem Schritt zu Mercedes beginnt für ihn nun eine neue Phase. Die Verantwortung für AMG umfasst sowohl die Weiterentwicklung des sportlichen Markenprofils als auch die Einbindung in die übergreifende Konzernstrategie. Durch seine Erfahrung in der Steuerung komplexer Projekte dürfte er die Transformation der Performance-Sparte maßgeblich beeinflussen.

Quelle: Manager-Magazin – VW-Chefstratege wird Chef von Mercedes-Sparte AMG

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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