Mercedes-Chef geht auf Abstand zur Luxusstrategie

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Mercedes-Benz

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der Stuttgarter Automobilhersteller Mercedes-Benz hat in den vergangenen Jahren vorwiegend eine Luxusstrategie verfolgt, um mit teuren Autos in den obersten Fahrzeugsegmenten hohe Margen abzugreifen. Auch bei Elektroautos schien dieses Vorgehen lange Zeit attraktiv, weil vor allem wohlhabende Menschen sich die in der Anschaffung zunächst teuren Fahrzeuge leisten konnten und zudem eher bereit waren, besonders hohe Summen für ein Auto auszugeben. So kostet ein Mercedes EQS als schicker Elektro-Dienstwagen schnell mal 150.000 Euro. Doch offenbar rudert der Hersteller nun zumindest ein Stück weit zurück.

In einem Gespräch mit dem Handelsblatt sagte der Mercedes-Vorstandsvorsitzende Ola Källenius nun zum Thema „Luxus-Strategie“: „Wir haben unsere Strategie eigentlich nie so bezeichnet. Richtig ist: Mercedes-Benz steht seit jeher für das Besondere.“ Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) stellt dazu fest, dass dies vor noch drei Jahren ganz anders geklungen habe, als Källenius in einer englischsprachigen Präsentation unter anderem über „Unsere strategischen Prinzipien als Luxusunternehmen“ referierte. Als Marktsegmente für Mercedes seien darin diese drei Kategorien festgelegt worden: „Entry Luxury“, „Core Luxury“ sowie „Top-End Luxury“ – also Luxus, noch mehr Luxus und besonders viel Luxus. Zuletzt gingen die Absätze zurück, doch aufgrund Kosteneinsparungen seien inzwischen immerhin die Gewinne pro Fahrzeug höher. Wirklich überzeugend verlief der Luxus-Ansatz aber nicht.

Kleine Klassen laufen aus

Auch, wenn Mercedes nun offenbar nicht mehr zwingend mit Luxus in Verbindung gebracht werden möchte, sucht Mercedes seine Zukunft in den oberen Klassen. In den kommenden Jahren sollen Dutzende neue Modelle auf den Markt kommen – Verbrenner wie Elektroautos. Doch die wenigsten davon fallen auf die mittelgroßen Segmente, die große Mehrheit auf die oberen Klassen. Und mit A- und B-Klasse plant Mercedes derzeit offenbar gar nicht mehr. „Mercedes hatte in den Neunzigerjahren begonnen, sich um dieses Marktsegment zu kümmern, um junge Kunden anzusprechen sowie um Skaleneffekte durch Stückzahlen zu generieren, etwa auch für den Handel“, erinnert die FAZ. Doch die verbliebenen kleinen Modelle sollen nun auf größere Plattformen gestellt werden, auf die Skaleneffekte der kleineren Fahrzeuge ist Mercedes offenbar nicht mehr angewiesen.

Besonders spannend wird die elektromobile Zukunft von Mercedes. Mit dem neuen Mercedes CLA zeigen die Schwaben, dass ihre Elektroautos nicht nur in Sachen Komfort, sondern auch technisch in der Neuzeit angekommen sind. Vielversprechend klingen auch die technischen Daten, die bereits für die kommenden E-Autos wie die kommende C-Klasse kolportiert werden. Hohe Reichweiten und ebenfalls hohe Ladeleistungen sprechen eigentlich eine klare Sprache: Auf Verbrenner können die Kunden zukünftig gut verzichten – nur trauen müssen sich viele noch.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung – Källenius distanziert sich von der Luxusstrategie für Mercedes

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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