Seat-Cupra: Martorell gewinnt Automotive Lean Production Award

Seat-Cupra: Martorell gewinnt Automotive Lean Production Award
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Michael Neißendorfer
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Das Werk von Seat–Cupra in Martorell ist mit dem Automotive Lean Production Award 2026 in der Kategorie OEM ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung gilt als international führende Referenz für operative Exzellenz und Lean Manufacturing in der Automobilindustrie. Verliehen von der Fachzeitschrift „Automobil Produktion“ und der internationalen Unternehmensberatung Agamus Consult, würdige der Preis die größte industrielle Transformation in der Geschichte des Unternehmens, wie Seat-Cupra mitteilt. Dabei hebt die Jury insbesondere die Kombination aus kulturellem Wandel, einem konsequenten Lean-Ansatz, flexibler Produktion und dem intelligenten Einsatz von Technologie hervor, mit der das Stammwerk von Seat-Cupra, unweit von Barcelona gelegen, auf die neue Ära der Elektromobilität vorbereitet wurde.

„Diese Auszeichnung unterstreicht die wachsende Bedeutung der Iberischen Halbinsel innerhalb des Volkswagen-Konzerns und hebt die Wettbewerbsfähigkeit unserer industriellen Aufstellung hervor“, sagt André Kleb, Chief Production Officer (CPO) für die Iberische Halbinsel im Bereich der Markengruppe Core des Volkswagen-Konzerns. „Mit drei führenden Produktionsstandorten, die für die Mobilität der Zukunft gerüstet sind, bauen wir ein starkes, zukunftsfähiges Produktionsnetzwerk auf, das eine Schlüsselrolle bei der Elektrifizierung Europas spielen wird. Diese Auszeichnung ist eine weitere Anerkennung für die Fortschritte, die wir auf diesem Weg erzielen.“

An der offiziellen Veranstaltung nahmen Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez, Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns, sowie Thomas Schäfer und Markus Haupt teil. Thomas Schäfer ist Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG, CEO der Marke Volkswagen, verantwortlich für die Markengruppe Core und Vorsitzender des Aufsichtsrats von Seat-Cupra. Markus Haupt ist CEO von Seat-Cupra. Auch der Vorstand von Seat-Cupra war vor Ort.

Die Jury des Automotive Lean Production Award würdigt die industrielle Transformation von Martorell und stärkt damit die Position des Werks als wichtigen Industriestandort innerhalb der Elektrifizierungsstrategie des Volkswagen-Konzerns. Im Rahmen von „Future: Fast Forward“, dem von Seat-Cupra, dem Volkswagen-Konzern und seinen Partnern geleiteten 10-Milliarden-Euro-Projekt, stand Martorell im Mittelpunkt der Transformation von Seat-Cupra hin zur Elektromobilität. Der Produktionsstart des Cupra Raval und des Volkswagen ID. Polo markierte den Höhepunkt dieser Transformation und zugleich den Start der urbanen Elektroautofamilie des VW-Konzerns – ein Projekt, das Seat-Cupra im Auftrag der Markengruppe Core des Konzerns leitet.

Seat-Cupra

Die Jury hob zudem die Entwicklung des neuen Batteriesystem-Montagewerks als einen der wichtigsten Meilensteine der Transformation von Martorell hervor. Von der Projektfreigabe bis zum Start der Serienproduktion wurde die Anlage in nur 33 Monaten errichtet. Laut der Jury wurde dieser Erfolg durch eine enge bereichsübergreifende Zusammenarbeit, die Qualifizierung der Belegschaft und den Wissenstransfer mit anderen Batteriewerken des Volkswagen-Konzerns ermöglicht. Diese Vorbereitung unterstützte zugleich den erfolgreichen Produktionsanlauf der neuen Elektromodelle – trotz des Umfangs und der Komplexität des Projekts.

Mitarbeitende aktiv in den Prozess einbezogen

Neben der industriellen Leistung würdigt die Auszeichnung auch die Menschen und den kulturellen Wandel hinter dem Erfolg von Martorell. Die Jury hob hervor, wie Seat-Cupra die Mitarbeitenden während des gesamten Prozesses aktiv einbezogen und die gesamte Organisation mit umfassenden Schulungsprogrammen und neuen Arbeitsweisen auf die Elektromobilität vorbereitet hat.

Gewürdigt wird zudem die pragmatische Lean-Philosophie von Martorell. Sie zeigt sich in einem optimierten Produktionssystem, das auf 18 klar definierten Methoden basiert und Lean-Wissen in der gesamten Organisation zugänglich macht. Das Werk konzentriert sich darauf, Prozesse zunächst zu vereinfachen, bevor in Technologie investiert wird. Dabei werden gezielte Automatisierung, künstliche Intelligenz, kostengünstige digitale Anwendungen, einfache mechanische Lösungen und ergonomische Verbesserungen miteinander kombiniert, um das kontinuierliche Lernen in der gesamten Organisation voranzutreiben.

„Diese Auszeichnung gehört den Menschen in Martorell“, sagt Jose Arreche, Leiter der Werke von Seat-Cupra in Martorell und Barcelona. „Ihr Talent, ihr Engagement und ihre Entschlossenheit haben die größten Transformationen in unserer Geschichte vorangetrieben. Der Produktionsstart des Cupra Raval und des Volkswagen ID. Polo erfüllt uns mit enormem Stolz und stärkt die Position von Martorell als Zentrum der Automobilindustrie, das für die Zukunft der Mobilität gerüstet ist.“

Ein Benchmark für die Automobilindustrie

Der Automotive Lean Production Award gilt weithin als eine der führenden Referenzen der Automobilindustrie für operative Exzellenz und Lean Manufacturing. Seit dem Start der Initiative im Jahr 2006 wurden mehr als 1400 Produktionsstandorte in 19 Ländern bewertet und Best Practices in den Bereichen Lean Management, Digitalisierung, Qualität, Produktivität und industrielle Transformation identifiziert.

Nach der Auszeichnung mit dem „Digital Mindset“ Award im Jahr 2025 erhält Martorell zum 20-jährigen Bestehen der Initiative nun deren höchste Auszeichnung in der Kategorie OEM. Die Preise werden während des Automotive Lean Production Congress verliehen, den das Porsche Werk Leipzig am 24. und 25. November 2026 ausrichtet. Als Gewinner der Kategorie OEM wird Martorell die Veranstaltung im Jahr 2027 ausrichten.

Quelle: Seat-Cupra – Pressemitteilung vom 08.10.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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