Manufakturen: Das Auto von der Stange war gestern

Manufakturen: Das Auto von der Stange war gestern
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Mercedes-Benz / Press-Inform

Stefan Grundhoff
Stefan Grundhoff
  —  Lesedauer 5 min

Das Auto von der Stange war gestern und gerade wer in den oberen Preissegmenten kauft, will ein Statement setzen, um sich von der Masse abheben. Egal ob Mercedes EQS-Klasse, Range Rover oder BMW XM – den Wünschen sind kaum irdische Grenzen gesetzt. Die Individualisierungsabteilungen der Autohersteller machen es möglich – nur allzu gern.

Die Vision von Individualität hat sich längst über alle Fahrzeugklassen hinweg etabliert. Vor allem ab der Premiumklasse erwarten die Kunden mehr als nur klassischen Luxus – sie verlangen nach einem Auto, das genauso einzigartig ist wie sie selbst. Marken wie BMW, Mercedes, Porsche oder Range Rover bieten längst nicht nur Standard-Editionen an, sondern verwandeln Autos in wahre Kunstwerke der persönlichen Freiheit. Und das Beste daran: Egal ob es um einen eleganten Verbrenner, ein zukunftsweisendes Elektroauto oder einen flexiblen Plug-in-Hybriden geht – maximale Individualität abseits von Ausstattungspaketen und Extras ist das neue Statussymbol.

Kein Geheimnis, dass Nobelmarken wie Rolls-Royce, Ferrari oder Bentley seit jeher bei ihren wohlhabenden Kunden alle Wünsche in die Tat umsetzen, sofern sie technisch möglich sind. Sonderwünsche sind bei diesen Marken nicht nur erlaubt, sondern speziell erwünscht – von der Auswahl der Lackfarbe bis hin zu handgefertigten Innenausstattungen. Doch auch jenseits der absoluten Luxusliga haben Premiummarken erkannt, dass die wahre Kunst der Kundenbindung in der Fähigkeit liegt, maßgeschneiderte Autos zu kreieren. Hier kommen Unternehmen wie Jaguar Land Rover ins Spiel, wo Christopher Cattle mit seinem Team in der Abteilung Special Vehicle Operations die exklusivsten Wünsche erfüllt. Besonders beliebt bei den Luxuskunden: der Range Rover, der seit den 1970er Jahren die wohl perfekte Kombination aus Eleganz, Geländetauglichkeit und britischem Understatement verkörpert.

Ein Range Rover ist bereits im Standardangebot ein Luxusauto der Extraklasse. Doch immer mehr Kunden sehnen sich nach noch mehr Exklusivität, selbst bei den bereits hochpreisigen Topmodellen wie dem Autobiography oder dem Range Rover SV. „Die Preise für solche Fahrzeuge starten schnell bei 200.000 Euro, aber mit Sonderwünschen wie besonderen Lackierungen, exklusiven Lederfarben oder bestickten Sitzen geht es schnell über 280.000 Euro“, erklärt Cattle, „und es gibt auch Modelle, die 400.000 Euro oder mehr kosten – unter Umständen sogar bis zu 750.000 Euro.

Für diese Individualisierungen warten die Kunden im Durchschnitt ein Jahr, bis ihr maßgeschneidertes Fahrzeug endlich in der eigenen Einfahrt steht. Wer es ganz exklusiv mag, kann seinen Range Rover auch mit einer hochmodernen Panzerung nach Schutzklasse VR 9 ausstatten – aber das kostet dann auch mindestens 700.000 Euro. Die meisten Kunden reisen eigens ins britische Warwickshire, um aus mehr als 10.000 Farben ihren perfekten Lack auszusuchen und das Interieur nach ihren ganz persönlichen Vorlieben zu gestalten.

Range Rover SV
JLR / Press-Inform

Und es geht nicht nur um Einzelstücke – oft entstehen hier auch kleine Serien, die sich gezielt an besondere Märkte richten. „Für den Mittleren Osten haben wir kürzlich eine Edition von 20 besonders exklusiven Fahrzeugen produziert, bei denen Kristallglas in den Lack eingearbeitet wurde“, so Cattle, „und bei der Bespoke Sadaf-Serie haben wir uns von der traditionellen Perlentaucherei der Region inspirieren lassen.“ Hier wird Luxus nicht nur gebaut – er wird zu einer einzigartigen Erfahrung.

Auch bei Mercedes-Benz setzt man auf maßgeschneiderte Exklusivität

Auch bei Mercedes-Benz setzt man seit Jahren auf maßgeschneiderte Exklusivität. Besonders die Kunden der S-Klasse, G-Klasse und Maybach-Modelle möchten sich immer weiter von der Masse abheben. Die Möglichkeiten der Individualisierung wurden für die Saison 2024 / 2025 massiv erweitert – die Manufaktur-Abteilung von Mercedes bietet nun noch mehr Optionen, um das Traumauto nach eigenen Vorstellungen zu kreieren.

Dank der Manufaktur können Kunden jetzt aus einer Vielzahl von einzigartigen Lackierungen und exklusiven Materialien wählen. Die Autos werden mit besonderen, handgefertigten Ausstattungen versehen, die direkt in das Fahrzeug eingebaut werden“, erklärt Michael Schiebe, verantwortlich für die AMG- und Maybach-Modelle. Ein Mercedes von der Stange existiert im Center of Excellence in Sindelfingen ohnehin nicht. Hier können die Kunden nicht nur ihre Fahrzeuge nach ihren Wünschen gestalten, sondern sogar live verfolgen, wie ihr Traumauto Stück für Stück zum Leben erweckt wird. Im Umgang mit edelsten Materialien wie Leder, Holz oder Faden wird bei Mercedes auf höchste Handwerkskunst gesetzt. Ein erfahrener Handwerker sorgt dafür, dass jedes Detail perfekt ist. Kunden können sich zum Beispiel Intarsien in den Holzleisten wünschen, einen Dachhimmel aus Leder oder die Einarbeitung von persönlichen Elementen wie einem Familienwappen.

BMW verzeichnet eine steigende Nachfrage nach speziell veredelten Autos

Auch in München setzt man auf personalisierte Exklusivität. BMW verzeichnet seit Jahren eine steigende Nachfrage nach speziell veredelten Fahrzeugen – besonders bei den Luxusmodellen i7, 7er und den großen SUVs wie dem X7 und XM. Hier wird Individualität zu einem Lifestyle.

BMW XM Kith
BMW / Press-Inform

BMW hat kürzlich auf der Art Basel in Miami eine besonders exklusive Sonderedition des BMW XM präsentiert, die zusammen mit dem US-Künstler Ronnie Fieg und seinem Modelabel Kith entwickelt wurde. In dieser limitierten Auflage von 47 Fahrzeugen vereinen sich außergewöhnliche Felgen, eine edle Innenausstattung und ein maßgeschneiderter Dufflebag, in dem das Ladekabel des Plug-in-Hybriden Platz findet. So wird jetzt selbst der Ladevorgang zur stilvollen Inszenierung.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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