Die achte Generation des BMW 3er startet in München erstmals als reines E-Auto. Der vollelektrische BMW i3 wird im Stammwerk der BMW Group gefertigt, seine Hochvoltbatterien der sechsten Generation stammen aus dem neuen Werk Irlbach-Straßkirchen in Niederbayern. Ab Oktober beliefert der Standort zunächst München mit Batteriesystemen für das Modell. Insgesamt hat der Automobilhersteller rund zwei Milliarden Euro in Fahrzeugproduktion und Batteriefertigung gesteckt, um seine Werke für die neue Modellgeneration vorzubereiten.
Die Investitionen verteilen sich zu etwa gleichen Teilen. Rund eine Milliarde Euro floss in die Weiterentwicklung der Fahrzeugwerke München und Dingolfing, eine weitere Milliarde in das Batteriewerk, wo aus zugelieferten Batteriezellen Module montiert werden. Mit Letzterem „holen wir zudem eine Schlüsseltechnologie der Elektromobilität an unseren Heimatstandort“, erklärt Produktionsvorstand Raymond Wittmann. Der neue 3er sei dafür „die beste Blaupause“.
Parallel zum Elektromodell entstehen die Varianten mit Verbrennungsmotor und Plug-in-Hybrid im Werk Dingolfing. Beide Standorte verfügen laut Unternehmen über flexible Produktionssysteme, um Autos hierzulande auch künftig wettbewerbsfähig bauen zu können. Später kommen nach dem Prinzip „local for local“ weitere Werke hinzu: San Luis Potosí in Mexiko soll sowohl den i3 als auch den 3er fertigen, im chinesischen Shenyang entsteht eine angepasste Variante für den dortigen Markt.
Hinzu kommt eine lange Tradition an beiden bayerischen Orten. In München läuft die Baureihe seit ihrer Premiere 1975 ohne Unterbrechung vom Band. Dingolfing produziert sie mit Pausen seit 1980. Seit dem Produktionsstart wurden rund 18 Millionen Exemplare gebaut, davon 15 Millionen in Deutschland.
Ein Stammwerk, das nur noch elektrisch baut
Die Vorbereitung auf die neue Generation verlief an den beiden Standorten bewusst unterschiedlich. Das über 100 Jahre alte Münchner Werk wurde grundlegend modernisiert und mit neuen Gebäuden sowie Anlagen für die Neue Klasse zum „Electric Only“-Standort umgebaut. Dingolfing setzt dagegen auf seine hohe Flexibilität und Modellvielfalt.
Um die Verbrenner- und Hybridversionen in die bestehende Fertigung zu integrieren, entstand dort im Karosseriebau eine zusätzliche Linie eigens für die 3er-Reihe. In Montage und Lackiererei laufen die Autos hingegen gemeinsam mit anderen BMW-Modellen im Mix. Die Autos aus Dingolfing gehen an Kund:innen in aller Welt.
Über den 3er hinaus gilt das Batteriewerk in Irlbach-Straßkirchen als zentraler Baustein für die gesamte Neue Klasse. Die dort montierten Hochvoltspeicher gehören zur sechsten Batteriegeneration des Konzerns. Nach Angaben des Unternehmens zeigt das Projekt, dass industrielle Neuansiedlungen gelingen können, wenn Unternehmen, Politik, Kommunen und Behörden eng zusammenarbeiten. Präsent ist BMW in der Region bereits seit fast sechs Jahrzehnten.
Ein Blick auf die Lieferkette zeigt einen ausgeprägten regionalen Bezug. Zum Produktionsstart versorgen rund 760 Lieferantenstandorte die beiden Autowerke mit Komponenten und Materialien. Mehr als 70 Prozent davon liegen in Europa, über 30 Prozent in Deutschland.
Eine Million Autos pro Jahr aus Deutschland
Die Zahlen unterstreichen das Gewicht des Heimatlandes für die Fertigung. Pro Jahr baut die BMW Group in ihren deutschen Werken mehr als eine Million Autos, damit stammt etwa jedes vierte hierzulande produzierte Auto aus dem Konzern. Das Volumen übersteigt sogar den gesamten Absatz des Unternehmens in Europa. Rund 55 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Deutschland, dazu kommen tausende Partnerfirmen entlang der Wertschöpfungskette.
„Wer industrielle Stärke erhalten will, muss sie konsequent weiterentwickeln“, betont Wittmann. Damit Wertschöpfung und Hightech dauerhaft im Land erfolgreich blieben, brauche es zugleich „Rahmenbedingungen, die Investitionen, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit ermöglichen“. Die neue Generation ist Teil einer größeren Modelloffensive: Bis Ende 2027 will der Hersteller rund 40 neue oder überarbeitete Modelle mit Technik der Neuen Klasse auf die Straße bringen. Der 3er holt diese Technologien damit schrittweise ins Kernportfolio.
Quelle: BMW – Pressemitteilung









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