Studie warnt vor „Zeitbombe“ Wertverlust bei Plug-in-Hybriden und Verbrennern

Studie warnt vor „Zeitbombe“ Wertverlust bei Plug-in-Hybriden und Verbrennern
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Michael Neißendorfer
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Eine neue Studie, entstanden am Center Automotive Research (CAR), warnt vor einem drastischen Wertverlust bei Plug-in-Hybriden und Verbrennern. CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer spricht im Handelsblatt sogar von einer „potenziellen Zeitbombe für die Autobauer“. Einbrechende Restwerte sollen für Verbraucher und Käufer wie auch Autobanken, welche die Fahrzeuge verleasen, ein hohes finanzielles Risiko darstellen.

Lohnt sich ein gebrauchter Plug-in-Hybrid?

Der Studie zufolge sollen sich die ohnehin umstrittenen Teilzeitstromer spätestens mit Inkrafttreten der umfangreichen Limitierungen bei der Förderung ab 2023 nur noch mit hohen Abschlägen wiederverkaufen lassen, wie das Handelsblatt exklusiv aus der Analyse zitiert. Autobanken könnten demnach hohe Abschreibungen drohen, wenn die Leasing-Rückläufer als Gebrauchtwagen zurückkommen. Selbiges drohe bei Verbrenner-Fahrzeugen.

Für seine Analyse hat das CAR-Institut die Leasingraten von insgesamt 60 Neuwagen mit deren aktuellen Listenpreisen verglichen. Es handelte sich um die 30 meistverkauften Diesel und Benziner in Deutschland sowie jeweils die 15 meistverkauften reinen Elektroautos und Plug-in-Hybride. Zugrunde gelegt wurde bei allen 60 Modellen ein 24 Monate dauernder Leasingvertrag mit einer Gesamtfahrleistung von 30.000 Kilometern.

Den Berechnungen zufolge sind die rein elektrischen Modelle am wertstabilsten. Diese sollen sich nach zwei Jahren noch zu einem Preis in Höhe von durchschnittlich 79 Prozent des ursprünglichen Listenpreises auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkaufen lassen. Den Restwert eines Plug-in-Hybriden beziffert das CAR mit 73 Prozent, Verbrenner kommen gar nur auf 69 Prozent.

Die Restwerte der Plug-in-Hybride allerdings seien aufgrund der hohen Förderprämien durch den bis zu 6750 Euro umfassenden Umweltbonus positiv überzeichnet, heißt es im Handelsblatt. Auch weitere von der Ampelkoalition geplante Einschränkungen für Plug-in-Hybride wie etwa die Verschärfung bei der Versteuerung von Dienstwagen dürften die Teilzeitstromer in Zukunft nochmals unattraktiver machen. Künftig sollen Plug-in-Hybride mindestens 80 Kilometer rein elektrisch zurücklegen können, damit deren Halter von der Steuererleichterung profitieren können. Dudenhöffer geht davon aus, dass die Restwerte ohne den Umweltbonus und den Steuervorteil einbrechen.

Plug-in-Hybride verlieren schneller an Wert als Verbrenner

Aber auch schon heute seien Plug-in-Hybride am Gebrauchtwagenmarkt mitunter schwer verkäuflich. „Wir können feststellen, dass im Fahrzeugsegment der Mittelklasse die PHEV stärker an Wert verlieren als die Verbrenner“, zitiert das Handelsblatt die Deutsche Automobil Treuhand (DAT), einen Datenspezialisten der Kfz-Branche. Bei einem drei Jahre alten Plug-in-Hybrid dürfe man mit nur 53 Prozent des ehemaligen Listenpreises rechnen. Diesel kommen demnach auf 56 Prozent, Benziner auf gut 58 Prozent.

Auto-Experte Dudenhöffer rechnet deshalb auch damit, dass das Interesse an Plug-in-Hybriden spürbar abnehmen wird: „Spätestens wenn die Ampel 2023 die staatliche Förderung für Plug-in-Hybride nahezu einstellt – und damit ist zu rechnen –, werden Plug-ins ein ähnliches Schicksal wie der Diesel erleiden.“ Die Nutznießer hat Dudenhöffer ebenfalls schon identifiziert: rein elektrische Batteriefahrzeuge.

Quelle: Handelsblatt – „Potenzielle Zeitbombe“: Den Plug-in-Hybriden droht ein drastischer Wertverfall

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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