Elektroautos erreichen zunehmend das Preisniveau der Verbrenner

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 3 min

Ein beliebtes Argument gegen Elektroautos ist deren hoher Anschaffungspreis. Lange galten diese als eine der größten Hürden für die Verbreitung von E-Autos. Doch es zeichnet sich ein klarer Trend ab: Die Preislücke zwischen batterieelektrischen Fahrzeugen und Benzin- und Dieselmodellen ist deutlich geschrumpft bis aufgehoben. Das zeigt nicht nur der von Auto Bild analysierte Markt, sondern auch unabhängige Studien und Marktdaten aus Deutschland und international.

Zahlen aus Deutschland belegen, dass Elektroautos im Neuwagenmarkt inzwischen nahezu auf dem Preisniveau vergleichbarer Verbrenner liegen. Laut einer Rabattstudie des Center Automotive Research (CAR) betrug die Differenz zwischen den durchschnittlichen Transaktionspreisen der 20 meistverkauften Elektroautos und der Top-20 Verbrenner im Herbst 2025 zum ersten Mal weniger als 2000 Euro – in manchen Analysen sogar nur rund 1600 Euro. Diese Zahlen beziehen sich auf wirklich gezahlte Preise inklusive Rabatten, nicht nur auf die unverbindlichen Hersteller-Listenpreise.

Auch Auto Bild nennt konkrete Beispiele, bei denen Elektroautos wie der Skoda Elroq oder der Mini Cooper E beim Preis direkt mit ähnlichen Benzinmodellen konkurrieren – teilweise auf Augenhöhe oder sogar günstiger, wenn Hersteller-Prämien und Boni berücksichtigt werden.

Batterien werden immer günstiger

Die Hauptursache für diese Entwicklung liegt im Preisverfall der Batterie-Technologie. Batterien sind traditionell der teuerste Bestandteil eines Elektroautos. Doch die Kosten pro Kilowattstunde sind in den letzten Jahren deutlich gefallen: Jüngste Analysen der Europäischen Kommission gehen von einem durchschnittlichen Batteriepreis um 115 US-Dollar (99 Euro) pro kWh aus und prognostizieren, dass das „magische“ Niveau von etwa 100 USD/kWh (86 Euro) – der Schlüssel zur breiten Preisparität – in den kommenden Jahren erreicht werden könnte – auch wenn aktuell die Preise für Lithium eher wieder steigen.

Diese Entwicklung wird von einer Kombination aus Skaleneffekten, technologischen Verbesserungen und günstigeren Zellchemien angetrieben, etwa Lithium-Eisen-Phosphat (LFP). Allerdings warnen auch Branchenführer wie die Geschäftsführung von Ford, dass vollständige Herstellungskostenparität bis nach 2030 dauern könnten, je nachdem, wie sich Fertigungsprozesse und Materialkosten entwickeln.

Trotz dieser Fortschritte ist es wichtig, zwei Dinge klar zu unterscheiden: Die Anschaffungspreise nähern sich an, aber die Diskussion um Gesamtkosten über den Lebenszyklus (Total Cost of Ownership, TCO) läuft auf einem breiteren Feld. Elektroautos bieten oft günstigere Energiekosten pro Kilometer und geringere Wartungskosten, was sich über Jahre gerechnet positiv auswirken kann. In vielen Märkten sind die TCO von E-Autos bereits heute vergleichbar oder günstiger als bei Verbrennern – selbst bei höheren Kaufpreisen.

Preise variieren je nach Markt stark

Ein weiterer Einflussfaktor ist der internationale Wettbewerb: Chinesische Hersteller produzieren Fahrzeuge, die in China selbst deutlich günstiger sind als in Europa. Eine CAR-Studie konstatiert, dass E-Autos importiert aus China auf dem deutschen Markt im Durchschnitt rund 118 Prozent teurer sind als im Heimatmarkt. Zudem entstehen neue politische und steuerliche Rahmenbedingungen, die Kaufanreize oder -hindernisse setzen können.

Die zentrale Botschaft bleibt: Elektroautos sind in Deutschland und anderen entwickelten Märkten realwirtschaftlich so günstig wie Verbrenner. Die Preisdifferenz, die früher oft im fünfstelligen Bereich lag, ist auf ein paar tausend Euro geschrumpft und in Einzelfällen verschwunden oder umgekehrt. Das ist ein Meilenstein für die Elektromobilität und ein Beleg dafür, dass der sogenannte „Green Premium“ – der Preisaufschlag für emissionsarme Technologie – dramatisch abgebaut wurde.

Quelle: Auto Bild – Diese E-Autos kosten nicht mehr als vergleichbare neue Verbrenner

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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