Lithium-Schwefel als Zukunftstechnologie für Elektroauto-Akkus?

Lithium-Schwefel als Zukunftstechnologie für Elektroauto-Akkus?
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockillustrationsnummer: 1188783937

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Im Januar beginnt ein 43-monatiges Projekt zur Erforschung von Lithium-Schwefel-Batteriezellen, genannt LISA. Den 13 europäischen Partnern steht ein Förder-Budget von fast acht Millionen Euro zu Verfügung. Das übergeordnete Ziel besteht darin, Lithium-Schwefel-Batteriezellen (LI-S) zu entwerfen und herzustellen und eine Technologie zu finden, die eine sichere Elektrifizierung von Elektrofahrzeug-Anwendungen ermöglicht. An LISA beteiligt sind neben dem Li-S-Spezialisten Oxis Energy u.a. Varta Micro Battery, Renault, das Fraunhofer-Institut und die TU Dresden.

Elektroautos sind eine Schlüsseltechnologie zur Verringerung der Umweltauswirkungen des Straßenverkehrs und zum Erreichen der EU-Nachhaltigkeitsziele im Hinblick auf die Verringerung der CO2-Emissionen und der Abhängigkeit von Öl. Mit immer strengeren Umweltauflagen sind Automobilhersteller nun aufgefordert, mehr Elektroautos oder Hybridfahrzeuge zu bauen, schließlich müssen sie die Emissionen ihrer Neuwagenflotten bis 2030 um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021 senken.

Eine der größten Herausforderungen besteht darin, die Marktakzeptanz und den Einsatz von Elektroautos auf europäischen und weltweiten Straßen zu erhöhen. Dabei können neue Batterietechnologien helfen, um die Einschränkungen aktueller Elektroautos zu überwinden, insbesondere hinsichtlich Reichweite, Ladezeit, Kosten und Sicherheit.

Aufgrund der Tatsache, dass Lithium-Ionen-Batterien ein limitierender Faktor für die Einführung von Elektroautos im Massenmaßstab sind, werden neue Batterie-Technologien benötigt, die Elektroautos mit höherer Reichweite, höherer Sicherheit und schnellerem Laden bei niedrigeren Kosten ermöglichen. Li-S ist eine vielversprechende Alternative zu Lithium-Ionen.

LISA treibt die Entwicklung von hochenergetischen und sicheren Li-S-Batteriezellen mit nicht brennbaren Hybrid-Festkörperelektrolyten voran. LISA will spezifische Li-S-Engpässe in Bezug auf metallischen Lithiumschutz, Leistungsrate und Energiedichte lösen, und ebenfalls die Kosten senken, die ein Hauptauswahlkriterium für Elektroauto-Batterien sind. Die Nachhaltigkeit der neuen Technologie wird unter ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet.

Heute ist Li-S nur halb so schwer wie Lithium-Ionen, hat aber nur zehn Prozent der theoretischen Schwefel-Energiedichte (2600 Wh / kg) auf Zellprototypniveau (250 bis 300 Wh / kg) erreicht. Mittelfristig wollen die Projektpartner auf 600 Wh /kg kommen. LISA ist stark auf die Entwicklung von Lithiummetallschutz und Festkörperelektrolyt ausgerichtet und will Prozesskonzepte erforschen, die eine Integration in zukünftige Fertigungslinien ermöglichen.

Darüber hinaus können die Ergebnisse des Projekts in Bezug auf neue Materialien, Komponenten, Zellen und Prozesse auf andere auf Lithium-Anoden basierende Technologien wie Li-Ionen- und Festkörper-Lithium-Technologien übertragen werden. Daher könnte LISA großen Einfluss nehmen auf bestehende und kommende Generationen von Elektroauto-Batterien und Technologien mit höherer Energiedichte liefern.

Quelle: Oxis Energy – Pressemitteilung vom 17.12.2018

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Automobiler Mittelstand meldet Standortkrise in Deutschland

Automobiler Mittelstand meldet Standortkrise in Deutschland

Sebastian Henßler  —  

Eine VDA-Umfrage unter 116 Unternehmen zeigt, dass sich die Geschäftslage im automobilen Mittelstand deutlich verschlechtert hat.

EU-Regulierung beschleunigt Chinas Fabrikoffensive in Europa

EU-Regulierung beschleunigt Chinas Fabrikoffensive in Europa

Sebastian Henßler  —  

Chinesische Autobauer sichern sich Produktionsstandorte in Europa, bevor ein neues EU-Gesetz Direktinvestitionen aus China erschwert.

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

„Made in Europe“: VW, Stellantis und Renault fordern simple EU-Regeln

Tobias Stahl  —  

Volkswagen, Stellantis und Renault wenden sich in einem gemeinsamen Schreiben an die EU – und fordern möglichst simple Regeln zum Schutz der hiesigen Automobilindustrie.

CATL-Chef dämpft Erwartungen an Festkörperbatterien

CATL-Chef dämpft Erwartungen an Festkörperbatterien

Sebastian Henßler  —  

Nicht Zeitpläne, sondern technische Durchbrüche entscheiden über die Zukunft der Festkörperbatterie. CATL-Chef Zeng erklärt, wo die Technologie heute steht.

Mercedes-Veteran: Warum deutsche Firmen den Mut verloren haben

Mercedes-Veteran: Warum deutsche Firmen den Mut verloren haben

Sebastian Henßler  —  

Harald Schlarb war 36 Jahre bei Mercedes, baute die Tesla-Gigafactory mit auf – und erklärt, warum deutsche Firmen das Risiko wieder lernen müssen.

Exklusiv: Wie Alpitronic seine Hypercharger vor Hackern schützt

Exklusiv: Wie Alpitronic seine Hypercharger vor Hackern schützt

Sebastian Henßler  —  

Alpitronic lässt seine Ladesäulen hacken – ohne Grenzen und mit KI-Unterstützung. Was dahintersteckt, zeigt ein exklusiver Besuch im Cybersecurity-Labor.

Was steckt hinter Alpitronics Testlabor? Wir waren vor Ort

Was steckt hinter Alpitronics Testlabor? Wir waren vor Ort

Sebastian Henßler  —  

Wie macht man einen Hypercharger fit für Norwegen, Arizona und die Türkei? Die Antwort liegt im Bozner R&D-Zentrum von Alpitronic.