Krieg Classic Cars: Elektro-Mustang mit dem gewissen Etwas

Krieg Classic Cars: Elektro-Mustang mit dem gewissen Etwas
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Krieg Classic Cars

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Sebastian Krieg, der Gründer von „Krieg Classic Cars“ in 2013 sowie Inhaber des Unternehmens, hat sich die Zeit für den Austausch im Elektroauto-News Podcast genommen. Üblicherweise kümmert sich das Unternehmen des Autoliebhabers um die Restauration, Aufbereitung und TÜV-Abnahme alter Klassiker – in diesem Fall dem Ford Mustang. Seit 2023 steht allerdings auch die vollständige Elektrifizierung des Ford Mustang zur Wahl.

Krieg Classic Cars restauriert künftig nicht mehr nur die alten Klassiker. Sondern verpasst diesen ein zweites, vollelektrisches Leben. Hierfür habe man sich auf die amerikanischen Muscle-Cars der Jahrgänge 1964- 1970 spezialisiert. In Zusammenarbeit mit der Firma „E-Works Mobility“ aus München wird der eigene Ford Mustang startklar für die Zukunft gemacht. Mit Dominik Ashkar, dem Gründer von E-Works Mobility GmbH aus Ismaning bei München, habe ich mich noch im Mai 2022 über das noch recht junge Unternehmen unterhalten. Dies nur als Einschub.

Als Kunde hat man zwei Möglichkeiten, entweder man bringt seinen eigenen Ford Mustang vorbei und lässt diesen elektrifizieren. Oder Krieg Classic Cars begibt sich auf die Suche, restauriert ein entsprechendes Modell und übergibt dies entsprechend voll elektrifiziert. Vorausgesetzt, dass der eigene Ford Mustang keine weiteren Baustellen mit sich bringt, kostet die Elektrifizierung 75.000 Euro. Der Umbau dauert ca. ein bis zwei Monate.

Bei vollständiger Restaurierung und Umbau zum Elektro-Mustang dauert es gut anderthalb bis zwei Jahre. Je nachdem was zu machen ist. Auch kostet das Zusammenspiel aus Restaurierung und Elektrifizierung in Summe mehr. Hauptsächlich getrieben durch den Restaurierungspart. Das Elektro-Upgrade wird anteilsmäßig günstiger. Da wie sonst üblich bei einer Restauration der Aufwand für die Restauration und Instandsetzung der Verbrenner-Komponenten entfällt, spare man sich bis zu 25.000 Euro, so Sebastian gegenüber EAN.

Spezialisiert habe man sich auf den Ford Mustang der Jahrgänge 1064 bis 1970, da dies die Jahrgänge mit der höchsten Auflage sein. Auf diese Jahrgänge habe man auch das Elektro-Update passgenau im CAD entwickelt. Verbaut wird ein AC Propulsion Asynchron mit einer Leistung von 180 kW/ 245 PS sowie einem Drehmoment von 414 Nm. Gesprintet wird von 0 auf 100 km/h in 6,3 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit sei bei 160 km/h erreicht.

Die dafür benötigte Energie bezieht der Mustang-Umbau aus einem Akku mit 55 kWh (50 kWh netto)-Kapazität. Welcher eine Reichweite von bis zu 250 Kilometer ermöglicht. Geladen wird dann wahlweise am 11 kW-Lader in 3,2 Stunden, mit 22 kW in 1,4 Stunden oder mit bis zu 100 kW-Leistung von zehn auf 80 Prozent in 25 Minuten. Fan ist nicht jeder Mustang-Fahrer vom Umbau. Und dennoch bringt dieser seinen Charme mit sich.

Der Antrieb ist kräftiger, sicherer und effizienter als bei vergleichbaren Verbrenner. Wirtschaftlich macht das Ganze auch Sinn, da künftig einfach weniger Teile fehleranfällig sind und damit nicht gewartet werden müssen. Durch den Elektro-Antrieb wird der Ford  Elektro-Mustang auch zum Einsatz für Kurzstrecken interessant. Im Detail versteht dies Sebastian besser zu vermitteln. Daher geht’s direkt rein in die Folge. Viel Freude damit.

Gerne kannst du mir auch Fragen zur E-Mobilität per Mail zukommen lassen, welche dich im Alltag beschäftigen. Die Antwort darauf könnte auch für andere Hörer des Podcasts von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für die bereits erwähnten Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung, beim Podcast-Anbieter deiner Wahl, freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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