Im aktuellen Podcast habe ich mit Tim Bittorf gesprochen, Gebietsverkauf Transporter & Vans für Mercedes-Benz im Raum Hannover. Tim ist seit über zehn Jahren im Außendienst tätig und begleitet die Entwicklung der Elektromobilität im Transporterbereich von Beginn an. Er kennt die Argumente der Kunden – und die Hürden im Alltag.
Ein zentraler Punkt unseres Gesprächs: Der Verkauf von E-Transportern funktioniert anders als früher. „Am leichtesten ist es natürlich, denen zu verkaufen, die sich schon damit beschäftigt haben“, sagt Tim. Wer mit dem klaren Wunsch nach einem Diesel kommt, bleibt häufig auch dabei. Trotzdem versucht er, das Thema Elektromobilität zumindest anzusprechen – vor allem über die Vollkostenrechnung. Steuerbefreiung, THG-Quote oder geringere Betriebskosten können Argumente sein, die zum Umdenken führen.
Entscheidend ist dabei nicht nur das Fahrzeug selbst, sondern das gesamte Ökosystem. Kunden mit eigener PV-Anlage, Wallbox oder bestehender Ladeinfrastruktur sind deutlich offener. Ebenso Flotten im KEP-Bereich, bei denen große Auftraggeber Ladehubs bereitstellen und Quoten erfüllen müssen. Schwieriger wird es beim klassischen Handwerksbetrieb mit mehreren Mitarbeitenden. Wenn das Fahrzeug als „Goodie“ mit nach Hause gegeben wird, fehlt oft die passende Lademöglichkeit. Genau hier hakt es aktuell.
E-Transporter schon heute mehr als alltagstauglich
Interessant fand ich Tims Einschätzung zur tatsächlichen Alltagstauglichkeit. Viele Handwerker legen zwischen 10.000 und 20.000 Kilometer pro Jahr zurück. Selbst mit konservativ gerechneten 170 Kilometern Reichweite pro Tag kommt man auf über 35.000 Kilometer im Jahr. „Die Produkte sind längst ausreichend von den Laufleistungen“, ordnet Tim ein. Die größere Hürde sei weniger die Technik als das Sicherheitsbedürfnis: Was ist, wenn spontan noch ein Auftrag dazukommt?
Hier spielen Software und Vernetzung eine wachsende Rolle. Intelligente Navigation, Anzeige freier Ladesäulen, Restreichweiten-Prognosen und individuell einstellbare Sicherheitspuffer schaffen Transparenz. Viele Kunden entdecken diese Funktionen erst bei der Auslieferung. Gleichzeitig steht mit dem neuen VLE eine vollelektrisch gedachte Plattform in den Startlöchern. Während aktuelle Modelle noch auf Verbrenner-Architekturen basieren, verspricht die neue Generation einen deutlichen Technologiesprung – insbesondere bei Akkusteuerung und digitaler Integration.
Ein weiterer Aspekt: Der Beratungsaufwand ist höher. Elektromobilität bedeutet mehr Erklärbedarf – von Rekuperation über Ladeleistung bis hin zu rechtlichen Fragen rund um 4,25-Tonnen-Zulassungen, Tempolimits oder Maut. Tim profitiert dabei von eigener Erfahrung als E-Auto-Fahrer. „Das Schönste ist, wenn man aus eigener Erfahrung berichten kann.“ Genau diese Authentizität macht in vielen Gesprächen den Unterschied.
Unterm Strich zeigt das Gespräch: Die Technik ist da. Die Reichweiten passen. Die Aufbauten funktionieren mittlerweile problemlos auch mit Batterie unter dem Fahrzeugboden. Was fehlt, ist häufig noch Planungssicherheit im Betrieb und ein angepasstes Anreizsystem im Vertrieb. Gleichzeitig wächst die Offenheit wieder – auch ohne Förderprämien wie 2022, als der E-Anteil zeitweise bei knapp 10 Prozent lag. Nun aber genug der Vorworte – lasst uns direkt in das Gespräch einsteigen.
Gerne kannst du mir Fragen zur E-Mobilität, die dich im Alltag beschäftigen, per Mail zukommen lassen. Die Antwort darauf könnte für andere Hörer des Podcasts ebenfalls von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für etwaige Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung beim Podcast-Anbieter deiner Wahl freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.







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