Die Neuerfindung von Jaguar beginnt mit einem Blick zurück. Bevor die Ingenieur:innen des britischen Automobilherstellers den neuen vollelektrischen GT entwickelten, setzten sie sich hinter das Steuer legendärer Modelle aus der eigenen Geschichte. Im Mai 2023 fuhren sie unter anderem den XK120, den E-Type, das XJ Coupé V12, den XJS sowie die XJ Series I. Das Ziel: verstehen, was einen Jaguar seit jeher ausmacht – und diesen Charakter in ein zeitgemäßes Elektroauto übersetzen.
Matt Becker, Leiter der Fahrzeugentwicklung bei JLR, beschreibt den Ansatz als bewusst ungewöhnlich. „Wir haben Zeit hinter dem Steuer ikonischer Modelle aus unserer Vergangenheit verbracht, um wirklich zu verstehen, was einen Jaguar ausmacht“, so Becker. Im Kern gehe es um eine Dualität, die Jaguar seit Jahrzehnten definiere: hohe Leistungsreserven auf der einen Seite, Raffinesse und Gelassenheit auf der anderen. Genau diese Balance soll auch den neuen viertürigen GT prägen.
Die unter dem Namen „Spirit of Jaguar Drive“ durchgeführten Testfahrten lieferten den Entwickler:innen konkrete Impulse. Der XK120 etwa überzeugte durch seine souveräne Straßenlage und unterstrich die Notwendigkeit eines geschützten, fahrerzentrierten Innenraums. Der E-Type – bis heute als Inbegriff der Marke verstanden – zeigte, wie sich Komfort und jederzeit abrufbare Leistung verbinden lassen. Das XJ Coupé diente als zentrale Referenz für die angestrebte Fahrdynamik, während der XJS das Prinzip langer Distanzen bei hohem Tempo und gleichzeitiger Souveränität verkörperte. Auch die XJ Series I, 1968 als „World Car of the Year“ ausgezeichnet, floss als Vorbild für die Verbindung von Eleganz und Leistungsreserve in die Entwicklung ein.
Optisch bricht der neue GT bewusst mit gängigen Designkonventionen für E-Autos. Eine lange Motorhaube und eine flache Dachlinie stellen eine klare visuelle Verbindung zu den historischen Vorbildern her. Jaguar spricht dabei von „Opulentem Modernismus“ als gestalterischem Leitmotiv.
Tri-Motor-Architektur mit über 735 kW Leistung
Technisch setzt der GT auf eine eigens entwickelte Antriebsarchitektur mit drei Motoren. Mehr als 735 kW und über 1300 Nm Drehmoment stehen zur Verfügung, verteilt durch intelligentes Torque Vectoring. Die Software reagiert laut Jaguar innerhalb von Millisekunden und soll ein besonders direktes Fahrerlebnis ermöglichen. Eine dynamische Luftfederung in Kombination mit aktiven Doppelventil-Dämpfern ergänzt das Antriebskonzept auf der Komfortseite.
Rawdon Glover, Managing Director von Jaguar, betont die Bedeutung der historischen Auseinandersetzung für das Ergebnis. „Wir haben uns bewusst mit der Herkunft der Marke auseinandergesetzt und sind einige der bedeutendsten Modelle der vergangenen 90 Jahre selbst gefahren“, wie er zu verstehen gibt. Diese Erfahrung habe eine klare Richtung vorgegeben und dazu beigetragen, „den technologisch fortschrittlichsten Jaguar zu schaffen, der je entwickelt wurde„.
Die Vorstellung des viertürigen GT ist für September 2026 geplant. Das Modell soll die Grundlage für die zukünftige Modellgeneration von Jaguar bilden – aufgebaut auf einer Verbindung aus historisch gewachsenem Fahrgefühl und neuer Antriebstechnologie.
Quelle: Jaguar – Pressemitteilung








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