Jaguar TCS Racing hat seinen Entwicklungswagen für die kommende Formel-E-Generation präsentiert. Der Jaguar GEN4 Proto_Type trägt beim ersten öffentlichen Auftritt einen speziellen Testlook, der Geschwindigkeitskurven aller bisherigen Jaguar-Generationen – von GEN1 bis GEN4 – entlang des Straßenkurses in Monaco zeigt. Das Debüt ist für den 21. und 22. April beim Event GEN4 Unleashed auf dem Circuit de Paul Ricard in Le Castellet geplant.
Die Leistungsdaten, die Jaguar TCS Racing zur Enthüllung veröffentlicht hat, verdeutlichen den technischen Sprung gegenüber der aktuellen GEN3-Evo-Ära. Auf Basis von Simulatordaten erwartet das Team, dass der GEN4 Proto_Type in der Hochabtriebskonfiguration den Monaco-Tunnel mit einer Spitzengeschwindigkeit von 277 km/h verlässt – 32 km/h mehr als der aktuelle I-Type 7 GEN3 Evo und knapp 80 km/h mehr als das erste Jaguar-Fahrzeug in der Formel E. Am Beginn einer Runde durch das Stadtgebiet würde der Wagen mit 254 km/h starten, gegenüber 222 km/h beim GEN3 Evo.
Ein Quantensprung bei Leistung und Technologie
Der GEN4 tritt ab der Saison 2026/27 an und bringt eine deutlich gesteigerte Rennleistung von 450 kW mit sich – bislang waren es 300 kW. Im Qualifying und im Attack Mode stehen bis zu 600 kW zur Verfügung, 250 kW mehr als nach den aktuellen Regularien. Als weltweit erster Formel-Rennwagen mit aktivem Allradantrieb in allen Phasen des Qualifyings und der Rennen verfügt der GEN4 zudem über eine fünffach höhere Leistung an der Vorderachse sowie eine erweiterte Rekuperation von 700 kW. Neue Bridgestone-Reifen für Trocken- und Nassbedingungen sowie zwei aerodynamische Karosseriekonfigurationen runden das technische Paket ab.
Der Entwicklungsperimeter für Hersteller wurde für die GEN4-Ära erweitert. Neben Motor, Inverter, Getriebe, Hinterradaufhängung und Kühlsystem umfasst er nun auch neue Brake-by-Wire-Systeme für beide Achsen sowie ein DC/DC-Wandlersystem. Jaguar entwickelt darüber hinaus ein aktives Hinterachsdifferenzial, Antriebswellen sowie herstellerspezifische Software und Steuerungssysteme.

Rennstrecke als Entwicklungslabor für Serienfahrzeuge
Für Jaguar TCS Racing geht es dabei nicht allein um Rennerfolge. Das Team betont den direkten Technologietransfer zwischen Motorsport und Serienentwicklung: Auf der Strecke erprobte Hard- und Software fließt laut Teamangaben unmittelbar in die nächste Generation vollelektrischer Jaguar-Serienfahrzeuge ein. Der erweiterte Herstellerperimeter biete dafür noch mehr Spielraum als bisher.
„Das zentrale Ziel von Jaguar TCS Racing ist es, durch den Rennsport Innovationen voranzutreiben – und das haben wir in unserer gesamten Zeit in der Formel E unter Beweis gestellt“, sagte Jack Lambert, Head of Technical Integration bei Jaguar TCS Racing. Der erweiterte Herstellerperimeter werde es dem Team ermöglichen, auch künftig an der Spitze der EV-Technologieinnovation zu stehen.
Teamchef Ian James ergänzte, die Rohgeschwindigkeit der vollelektrischen Fahrzeuge sei beeindruckend. „Die Formel E ist die ideale Plattform, um Jaguar an der Spitze der EV-Technologieinnovation zu positionieren, und GEN4 bedeutet einen weiteren Quantensprung für die Meisterschaft.“
Quelle: Jaguar TCS Racing – Pressemitteilung








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