Wer einen Benziner fährt, wird von den Preissteigerungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt weitaus stärker betroffen sein als E-Autofahrende, zeigt eine neue T&E-Analyse. Da die Ölpreise die Marke von 100 Dollar pro Barrel überschritten haben, werden die zusätzlichen Kosten für das Betanken eines Benziners voraussichtlich fünfmal so hoch sein wie die Mehrkosten für das Aufladen eines E-Autos.
T&E hat die zu erwartenden Auswirkungen auf die Benzinpreise analysiert und festgestellt, dass das Betanken eines durchschnittlichen Benziners 14,20 Euro pro 100 km kosten würde – ein Anstieg um 3,80 Euro aufgrund des Iran-Konflikts. Die durchschnittlichen Kosten für das Aufladen eines E-Autos würden bei 6,50 Euro pro 100 km liegen – ein Anstieg um 0,70 Euro aufgrund höherer Strompreise, die durch teureres Gas verursacht werden. Bei Firmenwagen, die weitere Strecken zurücklegen als Privatfahrzeuge, werden die Auswirkungen noch größer sein: zusätzliche 89 Euro pro Monat für jeden Benziner in der Firmenflotte. Das Aufladen von E-Firmenwagen würde nur 16 Euro zusätzlich pro Monat kosten.
„Die beste Versicherung gegen den Preisschock sind E-Autos“
Sebastian Bock, Geschäftsführer von T&E Deutschland, sagt: „Wer diese Tage seinen Benziner tankt, muss starke Nerven haben. Jede Ölkrise ist als erstes an der Zapfsäule zu spüren. Die beste Versicherung gegen den Preisschock sind E-Autos, doch Bundeskanzler Merz will den Umstieg verlangsamen. Gleichzeitig sorgt Wirtschaftsministerin Reiche dafür, dass günstige und heimische Energiequellen wie Wind und Sonne geschwächt werden.“
Die Analyse von T&E kommt zudem zu dem Ergebnis, dass die EU im Jahr 2025 eine Milliarde Barrel Öl für Autos importierte, was Kosten in Höhe von 67 Milliarden Euro verursachte. Die 8 Millionen E-Autos, die bereits auf Europas Straßen unterwegs sind, haben der EU im letzten Jahr weitere 46 Millionen Barrel Ölimporte im Wert von 2,9 Milliarden Euro eingespart.
Im Dezember schlug die EU-Kommission als Teil des Autopakets vor, die Flottengrenzwerte für Pkw zu schwächen und Elektrifizierungsziele für große Unternehmensflotten festzulegen. Die Autoindustrie und einige EU-Politiker, darunter Friedrich Merz, wollen, dass die Flottengrenzwerte noch weiter abgeschwächt werden, und lehnen die Ziele für Unternehmensflotten ab. Eine solche Abschwächung würde den Umstieg auf E-Autos in Europa verzögern und die Abhängigkeit vom Öl verlängern. Ein ambitionierteres Autopaket würde dagegen den Markthochlauf von E-Autos fördern und die Ölimporte zwischen 2026 und 2035 um 45 Milliarden Euro senken, so das Ergebnis der Analyse.
„Wer die Elektrifizierung bremst, zementiert Europas fatale Abhängigkeit von importiertem Öl und lässt Bürger den Preis dafür zahlen“
Heute beraten die EU-Umweltminister:innen über den Vorschlag der Kommission, die Flottengrenzwerte für Pkw für 2030 und 2035 abzuschwächen. T&E fordert die Minister:innen auf, sich für die Bürger:innen einzusetzen, die mit steigenden Kraftstoffkosten konfrontiert sind, indem sie den Druck auf die Autohersteller aufrechterhalten, mehr E-Autos anzubieten. Ein aktueller Bericht von T&E ergab, dass der Durchschnittspreis für ein E-Auto in der EU zum ersten Mal seit 2020 gesunken ist. Das ist auf die Markteinführung erschwinglicherer E-Modelle zurückzuführen, mit denen die Hersteller ihre Flottengrenzwerte erfüllen wollen.
T&E erklärt zudem, dass mehr Ambitionen bei der Elektrifizierung von Fahrzeugflotten großer Unternehmen nötig seien. Die derzeitigen Zielvorgaben entsprächen lediglich den Markttrends und würden nicht dazu führen, dass Unternehmen ihre Flotten schneller elektrifizieren. Besonders der Gebrauchtwagenmarkt würde profitieren und Käufer:innen einen schnelleren Umstieg auf sparsame und günstige E-Autos ermöglichen. Durch eine Verschärfung der vorgeschlagenen Flottenziele könnten im Jahr 2035 zusätzlich 3,6 Millionen gebrauchte E-Autos auf den Gebrauchtwagenmarkt gelangen.
„Die Bundesregierung muss endlich erkennen, dass unsere strategische Souveränität nicht an der Zapfsäule verteidigt wird. Wer jetzt noch die Elektrifizierung bremst, zementiert Europas fatale Abhängigkeit von importiertem Öl und lässt Bürger und Bürgerinnen den Preis dafür zahlen“, kommentiert Sebastian Bock. „Wenn Kanzler Merz sich dem Druck der Autolobby beugt und eine Schwächung der Flottengrenzwerte zulässt, macht das Autofahren für Millionen Deutsche langfristig teurer, um die kurzfristigen Profite der Konzerne zu schützen.“
Quelle: T&E – Pressemitteilung vom 17.03.2026








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