ABB E-mobility hat ein neues Ladesystem vorgestellt, das Leistungsschränke und Ladepunkte baulich voneinander trennt. Die M-Series richtet sich an Betreiber öffentlicher Schnellladestandorte, Einzelhandelsdestinationen und gewerbliche Flottendepots. Technisch basiert die Architektur auf einer Trennung von Leistungsversorgung und Dispenser. Zentrale Schränke speisen eine Auswahl an ChargePost-Dispensern – Solo, Duo, Dock und Ultra – über 36 mögliche Standortkonfigurationen. Unterstützt werden CCS1, CCS2, NACS und MCS. Die installierte Leistung wird dabei nicht fest auf einzelne Ladepunkte verteilt, sondern in Echtzeit zwischen allen angeschlossenen Dispensern aufgeteilt.
Das System startet bei 200 kW und lässt sich in Schritten von 400 kW auf bis zu 1,2 MW erweitern – verteilt auf bis zu drei Schränke und maximal 24 Ladepunkte. Erweiterungen sollen ohne Umbau des Standorts möglich sein. ABB gibt eine Leistungsdichte von 625 kW pro Quadratmeter an, was 1200 kW auf einer Fläche von 1,92 Quadratmetern entspricht.
CEO Michael Halbherr begründet den Ansatz mit einem Paradigmenwechsel in der Branche: „Die Branche hat ein Jahrzehnt damit verbracht, die Nennleistung zu optimieren. Was Betreiber jetzt optimieren müssen, sind die Kosten der gelieferten Energie über die gesamte Lebensdauer eines Standorts.“ Das dynamische Lastmanagement soll sicherstellen, dass die tatsächlich beim Fahrzeug ankommende Leistung möglichst nah an der Nennleistung liegt – unabhängig davon, wie viele Fahrzeuge gleichzeitig laden.
Schrittweise Erweiterung statt Vorabinvestition
Je nach Standorttyp ergeben sich unterschiedliche Einsatzszenarien. An öffentlichen Schnellladekorridoren können Betreiber von einer einzelnen 400-kW-Einheit auf das volle 1,2-MW-System wachsen, ohne zuvor installierte Schränke ersetzen zu müssen. An Einzelhandels- und Gastronomiestandorten soll das System zwischen Hochleistungsladen bei niedriger Auslastung und parallelem Laden bei höherer Nachfrage umschalten. In gewerblichen Flottendepots, wo Fahrzeugmix und Elektrifizierungstempo zum Investitionszeitpunkt häufig noch offen sind, erlaubt die stufenweise Erweiterung eine engere Kopplung von Infrastrukturkosten und tatsächlichem Flottenwachstum.
Die M-Series ist in ABB E-mobilitys Asset-Operations-Plattform eingebunden, die Echtzeit-Monitoring und KI-gestützte Fehlererkennung umfasst. Optional lässt sich AC-gekoppelter Batteriespeicher integrieren, um Lastspitzen zu reduzieren. Offene APIs und ein SDK ermöglichen die Anbindung an externe Betreibersysteme. Die Leistungselektronik basiert auf einer hauseigenen Siliziumkarbid-Plattform mit Schutzklasse IP54 – dieselbe Grundlage wie bei der bereits seit 2024 kommerziell eingesetzten A-Series.
Quelle: ABB – Pressemitteilung vom 23.04.2026








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