ABB bringt Split-System für gewerbliches Schnellladen

ABB bringt Split-System für gewerbliches Schnellladen
Copyright:

ABB E-mobility

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

ABB E-mobility hat ein neues Ladesystem vorgestellt, das Leistungsschränke und Ladepunkte baulich voneinander trennt. Die M-Series richtet sich an Betreiber öffentlicher Schnellladestandorte, Einzelhandelsdestinationen und gewerbliche Flottendepots. Technisch basiert die Architektur auf einer Trennung von Leistungsversorgung und Dispenser. Zentrale Schränke speisen eine Auswahl an ChargePost-Dispensern – Solo, Duo, Dock und Ultra – über 36 mögliche Standortkonfigurationen. Unterstützt werden CCS1, CCS2, NACS und MCS. Die installierte Leistung wird dabei nicht fest auf einzelne Ladepunkte verteilt, sondern in Echtzeit zwischen allen angeschlossenen Dispensern aufgeteilt.

Das System startet bei 200 kW und lässt sich in Schritten von 400 kW auf bis zu 1,2 MW erweitern – verteilt auf bis zu drei Schränke und maximal 24 Ladepunkte. Erweiterungen sollen ohne Umbau des Standorts möglich sein. ABB gibt eine Leistungsdichte von 625 kW pro Quadratmeter an, was 1200 kW auf einer Fläche von 1,92 Quadratmetern entspricht.

CEO Michael Halbherr begründet den Ansatz mit einem Paradigmenwechsel in der Branche: „Die Branche hat ein Jahrzehnt damit verbracht, die Nennleistung zu optimieren. Was Betreiber jetzt optimieren müssen, sind die Kosten der gelieferten Energie über die gesamte Lebensdauer eines Standorts.“ Das dynamische Lastmanagement soll sicherstellen, dass die tatsächlich beim Fahrzeug ankommende Leistung möglichst nah an der Nennleistung liegt – unabhängig davon, wie viele Fahrzeuge gleichzeitig laden.

Schrittweise Erweiterung statt Vorabinvestition

Je nach Standorttyp ergeben sich unterschiedliche Einsatzszenarien. An öffentlichen Schnellladekorridoren können Betreiber von einer einzelnen 400-kW-Einheit auf das volle 1,2-MW-System wachsen, ohne zuvor installierte Schränke ersetzen zu müssen. An Einzelhandels- und Gastronomiestandorten soll das System zwischen Hochleistungsladen bei niedriger Auslastung und parallelem Laden bei höherer Nachfrage umschalten. In gewerblichen Flottendepots, wo Fahrzeugmix und Elektrifizierungstempo zum Investitionszeitpunkt häufig noch offen sind, erlaubt die stufenweise Erweiterung eine engere Kopplung von Infrastrukturkosten und tatsächlichem Flottenwachstum.

Die M-Series ist in ABB E-mobilitys Asset-Operations-Plattform eingebunden, die Echtzeit-Monitoring und KI-gestützte Fehlererkennung umfasst. Optional lässt sich AC-gekoppelter Batteriespeicher integrieren, um Lastspitzen zu reduzieren. Offene APIs und ein SDK ermöglichen die Anbindung an externe Betreibersysteme. Die Leistungselektronik basiert auf einer hauseigenen Siliziumkarbid-Plattform mit Schutzklasse IP54 – dieselbe Grundlage wie bei der bereits seit 2024 kommerziell eingesetzten A-Series.

Quelle: ABB – Pressemitteilung vom 23.04.2026

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

Warum Strom in Deutschland so teuer ist

Warum Strom in Deutschland so teuer ist

Sebastian Henßler  —  

Deutschland zahlt laut IEA-Bericht den höchsten Strompreis für Haushalte weltweit, Kapitalkosten spielen dabei eine größere Rolle als oft angenommen.

Tibber-Studie: E-Auto-Laden mit Solarstrom lohnt sich

Tibber-Studie: E-Auto-Laden mit Solarstrom lohnt sich

Sebastian Henßler  —  

Eine Tibber-Auswertung zeigt, dass automatisiertes Solarladen PV-Haushalten mit E-Auto im Schnitt 171 Euro Ersparnis pro Jahr bringt.

ADS-TEC-CEO Speidel: Laden ohne teuren Netzausbau

ADS-TEC-CEO Speidel: Laden ohne teuren Netzausbau

Sebastian Henßler  —  

Amortisation binnen fünf Jahren, mehr als 3700 ausgelieferte Ladepunkte: Speidel zieht im Interview eine nüchterne Bilanz des ganzen Unternehmens weltweit.

Vehicle-to-Grid: Hyundai macht das E-Auto zum Kraftwerk

Vehicle-to-Grid: Hyundai macht das E-Auto zum Kraftwerk

Sebastian Henßler  —  

Das E-Auto als Stromlieferant: Hyundai testet Vehicle-to-Grid in Serie. Was technisch, regulatorisch und wirtschaftlich zu lösen war, erklärt Dr. Guido Gehlen.

Warum Familien bei der Energiewende die Nase vorn haben

Warum Familien bei der Energiewende die Nase vorn haben

Sebastian Henßler  —  

Eine Eon-Umfrage zeigt: Familien mit Kindern investieren deutlich häufiger in Elektroauto, Wärmepumpe und Solaranlage als kinderlose Haushalte.

Neue Regeln für E-Autos: Darauf können sich Fahrer einstellen

Neue Regeln für E-Autos: Darauf können sich Fahrer einstellen

Daniel Krenzer  —  

Die Bundesregierung will Vorteile für Elektroautos verlängern. Was sich beim Laden, Parken und E-Kennzeichen für Fahrer konkret ändern soll.

Hyundai bündelt V2X-Dienste unter AllDayEnergy

Hyundai bündelt V2X-Dienste unter AllDayEnergy

Sebastian Henßler  —  

Hyundai fasst seine weltweiten V2X-Dienste unter der neuen Marke AllDayEnergy zusammen und startet damit zunächst in Großbritannien über die Kia App.